Ekstase-Junkies

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Die Gitarre soll das bSLEAZE.Junks1este Instrument für Kinder sein. Man kann darauf mehr spielen als auf einer Blockflöte, gleichzeitig singen und dank einfacher Akkorde ziemlich schnell die Lieblingslieder nachspielen. Mindestens Smoke On The Water kann doch jeder auf der Klampfe andeuten. Sie ist einfach nicht wegzudenken aus der Musikentwicklung und am allerwenigsten aus dem Rock. Doch The Rhythm Junks schaffen es trotz fehlender Gitarre, einen Sound zu erschaffen. Größtenteils sogar ohne elektronische Hilfe.

„It Takes a While“ ist das vierte Album des belgischen Trios. Die Musik ist groovig und rhythmisch und nur manchmal Rock oder Jazz. Sie kann vor allem deshalb keinem Genre zugeordnet werde, weil es diese Art von Musik sonst nicht wirklich gibt. Genau dieser originelle Sound sorgt für einen Überraschungsmoment, wenn man die Platte einlegt. Es ist ungewohnt und der Gesang bei „Headphone City“ klingt nach Blues mit kurzen Sprechphasen. Statt Gitarrensolo sorgen hier Mundharmonika für die Melodie und der Bass für die Tiefe. Beide Instrumente übernehmen große Rollen und sorgen zusammen mit Percussion für einen überirdischen Klang.

Wenn man über diesen Wow-Effekt hinaus ist, wird die Platte leider etwas langweilig. Der Titel „It Takes a While“ überträgt sich in diesem Fall auf die Stimmung des Hörers. Während im zweiten Song nochmal etwas Tempo raufgepackt wird, geht es bereits ab dem Song „It Takes a While“ bergab, was die Abwechslung angeht. Nicht nur musikalisch, wie man hört.

Bereits vor über zSLEAZE.Junks2ehn Jahren haben Steven, Jasper und Tony angefangen, zusammen Musik zu machen. Begonnen hat alles mit der Mundharmonika, dem Schlagzeug und dem Bass. Seitdem sind ein paar Instrumente dazu gekommen. Auf dem neuen Album gibt es Synthesizer und andere Geräte mit unaussprechlichen Namen.

The Rhythm Junks haben mit „It Takes a While“ eine eher schlichte Platte gemacht, bei der nur vereinzelt aus dem Schema ausgebrochen wird. Das Album bietet damit viel Freiraum und erschlägt den Hörer nicht gleich trotz des Aha-Erlebnisses zu Beginn. Jedem Bass-Spieler wird hier das Herz aufgehen. So vordergründig hört man dieses Instrument sonst nur im Jazz. Wer ein bisschen psychedelische Musik im Hintergrund plätschern haben will, landet hiermit einen Volltreffer. Echte Bass-Virtuosen können dem Album aber auch etwas abgewinnen und mit geschlossenen Augen Luft-Bassgitarre spielen. Für alle anderen wird „It Takes a While“ schnell eintönig. Die Musik ist nicht greifbar genug und dümpelt einfach vor sich hin.

Maurin

Interpret: The Rhythm Junks
Album: It Takes a While
VÖ: 04.03.2016
Label: popup-records

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