Eine Doku über und durchs NIRVANA

Eine Doku über und durchs NIRVANA

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Mit seinem Dokumentarfilm möchte uns Brett Morgen tiefere Einblicke in das Leben von Grunge-Legende Kurt Cobain und seiner Band Nirvana geben. Mit noch nie zuvor gesehenen Aufnahmen und der Unterstützung der engsten Vertrauten Kurts berichtet er über den Anfang, die kurze Karriere und den Untergang einer der am meist umstrittensten und erfolgreichsten Musikgruppen der 90er. Es ist die Geschichte eines Mannes, der an seinem eigenen Traum, Musik zu machen, zerbricht und dem enormen Druck in der Musikbranche nicht gewachsen war.

Manche sagen, Kurt Cobain war ein schlechter Sänger oder könne überhaupt nicht singen. Dann gibt es auch wieder andere, die genau das Gegenteil behaupten. Ich sage, seine raue, kratzige Stimme war perfekt für den Grunge und Kurt hat ihn ja letztendlich auch mit geprägt. Oder klingt Grunge (= Dreck, Schmuddel) nach lieblichem Gesang? Nein! In die Musik flossen sowohl Elemente aus dem Punk als auch Glam-Rock ein. Diese Kombination sorgte für einen einzigartigen Klang, und Kurts Stimme für eine entspannte Atmosphäre. Teilweise klang er fast gelangweilt, um im nächsten Moment zu versuchen, das Mikrofon mit seiner Stimme zu zerschmettern. Die Texte stammten vor allem von selbstgeschriebenen Gedichten und seinen eigenen Erlebnissen und Abgründen.

SLEAZE COBAIN KurtWie kam es zu der Kultband?

 

Kurt und Mitgründer Krist Novoselic lernten sich 1984 im Umfeld der Band The Melvins kennen. Mit dessen Schlagzeuger Dale Crover gründete Kurt später die Band Fecal Matter. Nach deren Auflösung folgten mehrere verschiedene Bands, die sich jedoch immer nach kurzer Zeit wieder trennten.
Erst 1987 erzielten Kurt und Krist erste Erfolge mit ihrer damaligen Band Ted Ed Fred. 1988 spielten sie zum ersten Mal unter dem Namen Nirvana und wurden mit ihrem Song „Smells Like Teen Spirit“ 1991 auch weltweit bekannt. Ihr Werdegang als auch Kurts persönlicher Umgang mit dem Druck der Musikindustrie und dem plötzlichen Erfolg der Band kann im Film verfolgt werden. Genauso wie viele Songs der Band die Einstellung und Probleme Kurt Cobains zeigen.
Obwohl die Alben sich millionenfach verkauften und die Konzerte regelmäßig ausverkauft, waren, interessierte sich Kurt nie für den großen Erfolg. Im Gegenteil: Er verachtete den Kommerz regelrecht. Viele Male ließ er sein Denken nicht ungehört.

SLEAZE COBAIN

Nirvana gingen nicht nur wegen ihrer prägnanten Musik in die Musikgeschichte ein. Wie immer hilfreich: zahlreiche (vermeintliche) Skandale. So spuckte Kurt 1992 auf Elton Johns Klavier, weil er dachte, es gehöre dem Sänger Axl Rose von Guns N´ Roses. Sie waren bei dem gleichen Label (Geffen) unter Vertrag und konnten sich nicht ausstehen.

Nirvana machten einfach gern ihr „eigenes Ding“, auch wenn der Ablauf bei Konzerten abgesprochen war. So zerstörten sie gerne während ihrer Liveauftritte Instrumente oder spielten den Titel „Rape Me“ trotz Verbot. Für die meisten Schlagzeilen und auch die Probleme innerhalb der Band sorgte aber die Drogensucht von Kurt. Depressionen und Selbstmordgedanken machten dem jungen Musiker zu schaffen. Selbst mit Frau und Kind konnte er seine Sucht nicht bezwingen.
Nach einem Münchner Konzert im März 1994 fällt er wegen einer Überdosis ins Koma. Er macht eine Entziehungskur, die er kurze Zeit später abbricht. Dies war auch der letzte Versuch, von den Drogen loszukommen. Zu diesem Zeitpunkt waren seine psychischen Probleme so groß, dass er eine Woche später beschloss, seine Gedanken in die Tat um zusetzen. Er tat das, was er schon lange vorher in Interviews und während ihm seine Fans zujubelten, angekündigt hatte. Für ihn stand es genauso fest wie in einem seiner letzten Songs „I Hate Myself And I Wanna Die“.

Er hatte es die ganze Zeit herausgeschrien, aber niemand hat ihm geglaubt. Kurt ist nur ein Beispiel von vielen, wie schwierig es ist, mit dem Druck umzugehen, immer den Erwartungen zu entsprechen, immer das Beste zu geben. All der Ruhm, das Geld und von Tausenden von Menschen verehrt zu werden, sind nur ein kleiner Teil. Das, was hinter den Kulissen passiert, wenn die Lichter ausgehen, bleibt oft vor der Öffentlichkeit verborgen. Es ist sicherlich ein schönes Leben, wenn man durchsetzungsfähig und resistent ist. Wer das aber nicht ist, kann leicht untergehen.

Bis heute ist nicht geklärt, ob sich alles genau so zugetragen hat. Ob sich Kurt Cobain das Leben genommen oder ob doch jemand nachgeholfen hat. Es gibt – natürlich – Verschwörungstheorien und manche glauben sogar, dass seine Frau Courtney Love seinem Leben ein Ende gesetzt hat. Letztendlich weiß keiner richtig, was wirklich geschehen ist. Das weiß / wusste vielleicht nur Kurt selbst.

In Bretts Film wird er jedenfalls wieder lebendig. Mit einer genialen und einmaligen Kombination aus Home-Videos, Skizzen, Animationen und Interviews der Menschen, mit denen Kurt vor seinem Tod zu tun hatte, schafft Brett ein komplett neues Bild von dem Sänger. Der Film wird ab dem 9. April für kurze Zeit im Kino zu sehen sein.

SLEAZE COBAIN Eltern
Kurts Vater mit zweiter Ehefrau

 

Titel : COBAIN: Montage Of Heck

Regisseur : Brett Morgen
VÖ : 09.04.2015
Dauer : 132 Minuten
Sprache : Englisch
FSK : ab 12
Produktion : HBO / Public Road Productions

Saskia

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