Dog Pound

Dog Pound

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Es beginnt mit einer Liebesszene. Dass es nicht mit einer enden wird, kann man sich bei einem Knastfilm denken.

In dem Hundezwinger (= Dog Pound) herrschen schlichte Strukturen. Das Alphamännchen Banks stellt sich gut mit Herrchen (den Aufsehern), bekommt dadurch immer wieder besondere Leckerli (hat übergeordnete Freiheiten und weniger anstrengende Jobs), und dominiert gleichzeitig die anderen Häftlinge. Die Ähnlichkeit geht soweit, dass einer aus Banks‘ Rudel die Rangordnung mittels Analverkehr zu vermitteln versucht.

Neu in den Zwinger geworfen zu Beginn des Films werden Davis (16 Jahre, Drogendealer und Weiberheld, der bei Mutti wohnt), der schüchterne Angel (15 Jahre, auf Autoklau und Überfälle spezialisiert) und der 17jährige Butch, der bei einem seiner vielen Ausraster einen Vollzugsbeamten schwer verletzte und dorthin verlegt wurde.

„Drinnen“ beginnt es klassisch: Anführer Banks teste die Neuen, ob sie „Mädchen“ sind. Wie selbstverständlich greift der Ehrenkodex des Schweigens. Man erleidet und regelt die Sachen unter sich. Deutlich zeigt sich dabei die eingeschränkte Macht der Aufseher: Sie können Privilegien vergeben, sie können die Leute in Einzelhaft stecken. Wer aber nicht kooperieren will und tough genug ist, dem können die Aufseher wenig anhaben. Von den Drogenverkäufen merken sie erst recht nichts. Gleichzeitig sollen sie dann auch noch die wichtige psychologische Betreuung übernehmen, eine im Verlauf des Films immer deutlicher werdende Unmöglichkeit.

Auf subtile Art nimmt der Druck immer weiter zu, das Ganze eskaliert irgendwann. Die Story erspart sich zum Glück die müßige Diskussion, ob die Jungs im Jugendknast überhaupt richtig aufgehoben sind. Zurück bleibt lediglich ein bitterer Nachgeschmack, wie hart Gefängnisse sind und wie wenig Resozialisierung in so einer lieb(e)losen Umgebung möglich ist.

danilo

Dog Pound ist am 15.4.2011 über Alamode Film auf DVD / Blu-Ray veröffentlicht worden.

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