Digging all day! Marc Hype feiert Geburtstag

Digging all day! Marc Hype feiert Geburtstag

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Marc Hype

Marc Hype ist in der ganzen Welt unterwegs, aber in Berlin verwurzelt. Hier feiert er auch alljährlich seinen Geburtstag beim, mittlerweile schon legendären, „Birthday Ball‟. Die Fete findet im Gretchen statt und da es sein 40er ist, sind ein ganzer Haufen illustre Gäste geladen. Unter anderem sind DJ Vadim, Jim Dunloop und die Phaderheadz mit von der Partie. Natürlich noch viele andere mehr.
Wir haben ihn ein wenig ausgequetscht, über das DJ-Tum, sein Equipment und den aktuellen Stand des Hip Hop.


Wie geht’s, wie steht’s?

All good in da hood. 😉

Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit einem studierten Konzertpianisten vorstellen? Wie entstehen eure Tracks?

Naja, Jim hat ja nun auch ein B-Boy-Herz, der ist ja nicht direkt aus dem Konzertsaal zu mir rüber, sondern auch seine Hip Hop Sozialisierung in der Jugend genossen. Im Grunde bin ich der Digger, der die Grundideen & Richtung, Samples & Breaks anschleppt und er bastelt dann, in Kombination mit seinen Musikerskills, die Bomben daraus. Den Feinschliff gehen wir dann wieder gemeinsam an.

 

Marc Hype


Wie läuft das live ab? Ich kann mir vorstellen, dass viel Improvisation (seinerseits) im Spiel ist, vor allem wenn man zusammen mit einem so versierten Musiker auf der Bühne steht?

Als wir 2004 mit dem Projekt anfingen, hatten wir noch eine einstudierte 30 min Show. Aber kurze Zeit später konnten wir uns blind vertrauen, es sind fast ausschließlich Improvisationen. Es gibt natürlich bestimmte Songs oder Songfolgen, wo ich weiß, dass genug Freiraum für ihn existiert, aber jede Show ist dennoch anders. Wir wiederholen uns nur selten.


Was ist dein Geheimrezept für ausgefeilten Turntablism?

Originalität sollte immer an erster Stelle stehen. Versuche nicht, wie jemand anderes zu klingen und hechte auch nicht jedem neuen Trend sofort hinterher. Man muss seinen eigenen Weg finden, auch wenn es manchmal etwas länger dauert, es wird dir längerfristig mehr bringen.


Du bist seit Jahren in der ganzen Welt unterwegs, aber in Berlin scheint es dir immer noch am besten zu gefallen? Warum?

Berlin ist meine Mutterstadt. Hier bin ich geboren & aufgewachsen. In Deutschland würde mir keine andere Stadt, in dem Umfang, das geben können, was ich hier habe. Für die Abwechslung sorgen dann die Auswärtsgigs und Touren.


Wenn du gezwungen wärst wegzuziehen – wohin würde es dich treiben?

Schwer zu sagen, vor allem gezwungen heißt nicht gewählt. Aber wenn ich die Wahl hätte, würde es klassischerweise auf New York oder Los Angeles fallen. Oder komplett Off nach Asien, Singapur zum Beispiel. Australien mag ich auch sehr.

 

Marc Hype


Bist du auch mit zeitgenössischem Hip Hop vertraut, oder bewegst du dich überwiegend „back in the days‟?

Als Webaddict bin ich natürlich mit sämtlichen Entwicklungen vertraut. Aber mein Herz treffen nicht viele davon. Leider. Wünschte mir auch mehr frischen Wind, aber in Kombination mit alten Neuentdeckungen und zeitlosen Klassikern lässt es sich aushalten.


Wie empfindest du die aktuelle Entwicklung im Hip Hop und Rap Bereich? Geht das deiner Ansicht nach in die richtige Richtung?

Sagen wir es so, neue Generationen wollen natürlich auch neue Sachen entdecken für sich. Völlig normal und legitim. Nur wird seit geraumer Zeit wenig neu entdeckt, stattdessen altes immer nur neu vermischt, teilweise ohne jegliches Referenzwissen, und als neuer Meilenstein gefeiert. Eine wirklich eigenständige Neuentwicklung habe ich schon sehr lange nicht mehr gehört. Es heißt nicht umsonst Golden Age Hip Hop… Alles in allem ist die Szene aber doch sehr vital und wenn man sucht, findet man auch sehr gute Musik, zu jeder Zeit!

 

Wenn man schon so lange dabei ist, wie du, dann erlebt man viele Veränderungen, das Arbeitsgerät betreffend. Hältst du an altem Equipment fest, oder bedienst du dich auch technischen Neuheiten?

Auflegtechnisch brauche ich Plattenspieler, da bin ich definitiv Old School. Serato ist natürlich schon seit 10 Jahren mit im Gepäck und die Novation Dicer (kleine im Plattenspieler integrierte MIDI Controller) möchte ich auch nicht mehr missen. Dennoch spiele ich gerade in letzter Zeit auch wieder reine 45 Vinyl Sets. Für mich gehört zum DJing auch der Performance Part, das arbeiten mit den Plattenspielern und Mixer. Zuviel Screengestarre und Button Pushing, das die Crowd oft nicht mehr nachvollziehen kann, finde ich, lässt den Kern der Sache außer Acht. Limitierungen haben immer die besten Sachen hervorgebracht, weil man alles aus dem Equipment rausgeholt hat. Wenn zu viele Möglichkeiten bestehen, und zurzeit bestehen digital quasi alle Möglicheiten, geht leicht der Fokus verloren. Das hört man auch immer häufiger am Flow der DJ Sets, selbst bei etablierten “Star-DJs”.

 

Marc Hype

 

Was hörst du privat für Musik, wenn du nicht mit „digging‟ beschäftigt bist?

Digging all day! Naja, was einem so übern Stream läuft. Aber wenn ich mal richtig abschalten will, dann kommen doch die alten Soul Scheiben zum Einsatz.

Wie viele Platten besitzt du – so ungefähr?

ca 6000.

Hast du ein all-time-favourite Album?

Die Frage ist echt nicht beantwortbar… Da wäre wohl eher eine Top 100 angebracht.

 

Fred

 

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