Die künstliche Welle: Surfen (fast) ohne Wetterrisiko!

Die künstliche Welle: Surfen (fast) ohne Wetterrisiko!

Wenn du aktuell Welle hörst, denkst du sofort an Corinna? Verständlich, aber wir werden dich heute in interessantere Gewässer leiten.

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Du surfst gerade im Internet, aber eigentlich würdest du gerade viel lieber auf dem Meer surfen? Auch mich packt langsam die Sehnsucht nach einem schönen Strandurlaub mit Meeresrauschen. Und surfen wollte ich eh schon immer mal ausprobieren.

SLEAZE + künstliche Welle
Die berühmte Eisbachwelle in München.

Warum muss man dafür aber immer zu irgendwelchen gefühlt unerreichbaren Stränden? Das muss doch auch anders gehen. Richtig! Deswegen stelle ich dir heute ein paar Spots vor, die dir den Kopf ordentlich durchspülen und dich von deinem stressigen Alltag befreien – inklusive Urlaubsgefühl.

Auf der Citywave in das eigene Paradies

Das Wellenwerk Berlin eröffnete 2019 und ist seit dem 02.06.2020 auch wieder zu Corinna-Zeiten zugänglich. In einer umkonstruierten Lagerhalle wird laut Eigenaussage der Veranstalter auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit gesetzt. Ob das realistisch ist, wenn man künstliche Wellen in Berlin erzeugt, sei mal dahingestellt.

Jedenfalls klingt das Wellenwerk einen Versuch wert. Dazu gibt es einige coole Extras: So gibt es zum Beispiel eine Mixology Bar im Garten. Gut, das war auch irgendwie fast nicht anders zu erwarten, mischt doch der der Velvet Bar-Geschäftsführer Robert Havemann auch beim Wellenwerk mit.

SLEAZE + künstliche Welle
Natürlich: Auch Berlin schiebt Welle.

Aber es gibt noch mehr. So zum Beispiel den ersten deutschen Deus Ex Machina Flagship Store. Auch wenn in Berlin ja gern so einige eine Welle schieben, im Wellenwerk kann man das optimieren!

Der leckere Lake!

Weiter im Westen Deutschlands findest du das Lakesurf Langenfeld. Das gesamte Areal in der Nähe von Köln ist ein einziger Traum mit dieser riesigen Wakeboard-Wasserski-Schwimm-und-wer-weiß-was-noch-Anlage! Und dann noch die vielen Wildgänse… ein Traumgebiet!

Wer dazu bei gutem Wetter ein paar ordentliche Wellen reiten möchte, wird hier fündig. Das Besondere ist, dass diese künstliche Welle sich auf einem natürlichen See befindet, was weltweit einmalig ist. Seit Mai hat auch die Anlage trotz Covid-19 (müsste das nicht langsam Covid-20 heißen?) geöffnet und steht selbstredend nicht nur Boardern, sondern allen Wasserratten zur Verfügung.

Du steht mehr auf Natürlichkeit als auf die künstliche Welle?

Kein Ding! Auch wenn es für das Surfer-Herz ein schöner Ausweg aus der surffreien Zeit sein kann, so kann man eine künstliche Welle natürlich nicht mit einer Meerwelle vergleichen. Ob Vor- oder Nachteile überwiegen, musst du natürlich selbst wissen.

Das Wasser bricht immer gleich und erzeugt eine gleichmäßige Welle. Außerdem kommt das Wasser von vorne statt von hinten. Das führt dazu, dass es eine andere Gewichtsverlagerung gibt, ist ja klar.

Beim Surfen zählen das Warten auf die Welle, das Anpaddeln und der Take-off dazu. Das fehlt beim Surfen auf den künstlichen Wellen nun mal komplett. Aber es gibt auch Gutes. Gerade für Anfänger ist der schnellere Lernerfolg ein Ansporn und auch die Profis freuen sich auf eine längere Zeit auf der Welle. Und das Beste wie bereits erwähnt: Sie sind besser aka öfter aka zuverlässiger verfügbar.

SLEAZE + künstliche Welle
Wasser von allen Seiten: d(usch)eluxe!

Wenn alles richtig sitzt

In München trifft man mitten im Englischen Garten auf einen kostenfreien Surfspot. Und nein, der Park liegt nicht an einem See, es fließt lediglich ein Fluss hindurch. Auf dem Eisbach findet man sogar ganze drei Wellen, darunter ist die Eisbachwelle die bekannteste. Durch die Beschaffenheit des Flussuntergrundes ist es hier möglich, auf einer stehenden Welle zu surfen.

Auf der Eisbachwelle surfen eher Fortgeschrittene, während auf dem Floßländle und der Dianabadschwelle auch weniger Erfahrene surfen können. Bei Letzterem wird das Surfen jedoch nur geduldet – zahlreiche setzen sich aber schon für die Legalisierung ein.

Eine bekannte österreichische Welle befindet sich in der Stadt Bad Ischl. Die sogenannte Pipeline ist um einiges stärker und größer als die Flusswellen. Auf ihr finden sogar jährlich Surf-Contests statt.

Zeit für die großen Wellen!

So, genug von den kleinen Wellen. Sie bleiben aber natürlich eine kleine Besonderheit und beglücken so manchen Surfer. Ich möchte dir noch den Ort Nazaré ans Herz legen, wenn du mal echte Monsterwellen sehen möchtest.

Das kleine Örtchen liegt an der portugiesischen Atlantikküste und ist eigentlich relativ unspektakulär. Gäbe es da nicht diese bis zu 30 Meter hohen Wellen… Und nirgendwo anders als hier werden Rekorde gebrochen. Angst vor Tsunamis musst aber nicht haben.

Allerdings solltest du auf den Monat achten. Die richtigen Kracher kommen aufgrund der Thermik eher im Oktober – also wenn wir das Wetter nicht weiterhin komplett verwirren zumindest.

Zum Abschluss: Die künstliche Welle professionell!

Und falls du doch vorhast, zu flüchten – am 29.05.2020 veröffentlichte das Nachrichten-Magazin Der Spiegel einen ein-minütigen Clip über den Fünffach-Wellenmacher in Australien. Der 1.400 Tonnen schwere Prototyp wird in einem künstlichen See durch Druckluft angehoben und wieder abgesenkt.

Aber das ist nicht alles. Hier baut man nicht einfach einen Wellenmacher. Nein, der ganze See ist das Konzept: Das Wasser trifft auf fünf verschiedene Küsten und erzeugt damit fünf unterschiedliche Wellen. Deshalb heißt er auch der Fünffach-Wellenmacher. Coole Idee, wenn sie auch für einen guten Namen wohl keine Kreativität mehr übrig hatten.

Das Ziel ist, bis zu 2,5 Meter hohe Wellen zu erschaffen. Das wären dann die größten künstlich erzeugten Wellen der Welt. Durch die parallel auftretenden Wellen können theoretisch Anfänger und Profis zeitgleich im selben See surfen, ohne sich in die Quere zu kommen.

SLEAZE + künstliche Welle
Das ist kein Boot, das ist… der Wellenmacher, grusel, grusel.

Zurzeit ist der Prototyp aber nur für Testzwecke zugänglich. Anfragen zur Besichtigung und dem nichttechnischen Testen erhielt das gute Stück angeblich schon aus über 25 verschiedenen Ländern. Einen Eröffnungstermin gibt es jedoch noch nicht. Dieser scheint aber nicht allzu weit in der Zukunft zu liegen.

Wir haben bewusst die ökologische Komponente rausgelassen, da es – typisch Mensch – natürlich so gesehen alles eine Katastrophe ist. Sieht man die künstliche Welle rein von der Spaßseite, haben manche der Wellen durchaus ihren Reiz. Und nicht vergessen: Wenn du gegessen hast, darfst du erst nach einer Stunde wieder planschen gehen!

Eve

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