Metalheads – The Global Brotherhood – Ein Bildband

Metalheads – The Global Brotherhood – Ein Bildband

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What I wanted to show is the guy standing next to you on a metal concert!“ sagt Jörg Brüggemann über seinen Bildband “Metalheads! The Global Brotherhood” und schafft es so, ihn ziemlich gut zu beschreiben. Wir sagen ganz einfach: „Mission accomplished!“. Denn auch wenn man selbst nie wirklich warm mit der Musik der (vermeintlich) wilden Horde geworden ist, lassen die Fotos seines (immerhin 144 Seiten umfassenden) Werkes zumindest teilweise erahnen, wie es ist, ein Metalhead zu sein. Bierdusche, Bühnenshow und Bandshirt Inklusive.

Viele meinen, die unkonventionelle Musikrichtung hatte ihren Höhepunkt irgendwann Mitte der 80er Jahre und ist mittlerweile aus dem kollektiven Mainstream-Gedächtnis verschwunden. Wozu also unzählige Fotos über diese Spielart der harten Gitarrenmusik? Das ist so allerdings nicht richtig, denn eben jene Fotos zeigen eines: Metal ist nicht tot. Im Gegenteil, die bekanntermaßen recht laute Musik der Headbanger erfreut sich allerbester Gesundheit und vor allem Beliebtheit – weltweit. So ist Metal längst ein globales Phänomen, das sich selbst in Ländern wie dem Iran finden lässt.

Um das auch auf Bildern festzuhalten hat sich der Berliner Fotograf in seine Sieben-Meilen Lederstiefelchen geschwungen und sich auf eine Reise um die Welt begeben. Dabei hat er Fans aus den unterschiedlichsten Ländern (u.a. Argentinien, Brasilien, Indonesien, Malaysia, Ägypten, die USA, Deutschland, Österreich und Schweiz) und ihren Lebensstil auf ziemlich ehrliche und ungekünstelte Weise abgelichtet. Eine Metal-Worldtour, wenn man denn so will. Egal ob langhaarige Amerikaner mit mittelalterlichen Fellwesten und Met-Hörnern, headbangende Ägypterinnen mit Kopftuch oder indonesische Metalfreunde in Rollstühlen bei Keller-Konzerten. Der Trip durch die Globalisierung dieser ehemaligen Jugendkultur hält auf jeden Fall einige Überraschungen bereit – auch für Nicht-Fans.

Brüggemann’s Message ist simpel: der Metal lebt von seinen Fans genau so, wie sie von ihm. Nämlich mit Herz, Haar und Seele. Und genau das sieht man den Fotos an: keine Inszenierungen, die das Bild trüben und keine unnötigen Poser-Bilder von den eigentlichen Musikern des Genres. Stattdessen gibt es Aufnahmen von Grundschülern mit funkelnden Augen, die womöglich zum allerersten Mal in der ersten Reihe eines Konzerts stehen oder von Mitt-Fünfziger-Muttis, die dort nicht das letzte Mal zu finden sein werden.

 

Natürlich kommt auch ein so umfassender Bildband nicht komplett ohne gängige Stereotype aus. So sind neben strammen Rauschebärten und Motorrädern auch Lederkutten und die obligatorischen Nietenarmbänder vertreten. Ganz klassisch eben. Aber ganz ehrlich, Klischees kommen nicht von irgendwo her und verschmerzbar ist dies bei so viel Hingabe zu einem Lebensstil auch.

Unser Fazit: „Metalheads: The Global Brotherhood„ bietet einen ehrlichen und realen Querschnitt durch ein musikalisches Subgenre, dass scheinbar so komplex ist und so variiert wie die Haarlänge seiner weltweiten Anhänger.

Metalheads: The Global Brotherhood” ist im Gestalten Verlag erschienen.


 

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