Die Fahrt deines Lebens

Die Fahrt deines Lebens

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Na, hast du Bock auf eine Reise mit der AElement-A(E)chterbahn? Einsteigen, anschnallen, Augen zu und vor allem nicht schon vorher dran denken, welche Loopings, Gefälle und scharfen Kurven auf dich zukommen.

Nachdem du den Gedanken daran, dass du das, was du zuletzt gegessen hast nicht unbedingt wieder sehen willst, verdrängt hast und nun mit einer Mischung aus Vorfreude und Bauchkribbeln nach vorne schaust, kann es endlich losgehen.

SLEAZE.AElement.Band

Drei, zwei, eins – ein hoher, ruhiger Sound und nur kurze Zeit später setzt Karpi mit dem Gesang ein. Seine raue und tiefe Stimme erinnert zum Teil an Volbeat-Sänger Michael Schøn Poulsen. Gleichzeitig kommt die Gitarre dazu und der Rockfaktor steigert sich stetig, bleibt aber zurückhaltend. Die Ruhe vor dem Sturm. Stunnah fängt an zu rappen, ebenfalls mit leichter Reibeisenstimme. Der Titel des ersten Songs „Die Nacht brennt“ wird mit Computerstimme gesungen.

Knall. Mit über 100 km/h geht es jetzt richtig los. Ein Feuerwerk aus Bass, E-Gitarren und Synthesizer. Jetzt sind wir mittendrin. Mehrere Loopings folgen in Form von Wechseln zwischen Gesang und Rap, Rock- und Technoelementen. Das nächste Lied verläuft ähnlich, nur ergänzt durch Screaming-Momente. Langsam glaubst du ein Muster zu erkennen, zu wissen, in welche Richtung die Bahn als nächstes fährt – doch falsch gedacht. „Fremd für dich“ beginnt gänzlich elektronisch und der Fokus liegt hier beim Rap. Dass Aelement alle Arten von Technik zu bieten haben, zeigen hier auch die Doubletimes. Weiter geht es mit dem Synthie-Rock. Es folgt eine scharfe Kurve mit verzerrten Gitarren und gleich darauf ein pures 90° Instrumental-Gefälle mit unglaublicher Energie. Weiter geht es mit Dub-Schlangenlinien und bei „Alles schwebt“ verdoppelt sich die Geschwindigkeit. Jetzt geht es nur noch geradeaus mit Metal, ein reiner, harter Gitarrensound von Malte im Zusammenspiel mit der kräftigen Stimme von Karpi. Plötzlich geht die Fahrt steil nach oben, immer weiter, bis wir über Kopf weiter fahren. „Wach“ ist fast wie ein straighter Popsong. Der Text besteht nur aus einem Refrain, der sich immer wiederholt. Tanzfaktor – beziehungsweise in unserem Fall: Arme hochreißen – ist garantiert. Einmal umsteigen dürfen wir bei „Remember Me“. Geschrieben und aufgenommen zusammen mit DJ-Ikone Marusha, unteSLEAZE.AElement.Albumcover.Neonschwarzrscheidet sich dieser Song nicht nur in der Sprache von allen anderen, sondern beginnt vor allem mit einer Symbiose aus Akustikgitarre und Synthesizer. Ruhiger bleibt es auch beim letzten Stück „Wie es war“, bei dem du dich schließlich entspannen kannst von der aufregenden Fahrt, nur um gleich darauf wieder einsteigen zu wollen.

So, jetzt noch einmal alles Revue passieren lassen. AElement sind eine Band aus Bremen und haben ihr Debütalbum „Neonschwarz“ über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert. Ihre Musik lässt sich absolut nicht einordnen. Die Mischung aus Rap und klarem Gesang lockt Musikfans aller Art an. Es gibt Soli sowohl für die Gitarre als auch für die elektronischen Elemente. Trotzdem kreisen fast alle Lieder um den Rock. Innerhalb eines Songs passiert bei AElement so viel wie auf ganzen Alben nicht. Eine Vielseitigkeit, die an Linkin Park erinnert, die auch neben Instrumentalisten einen Rapper, Sänger und DJ in der Band haben. Nur modernisieren AElement das Ganze noch und beweisen, dass sie sogar Tanz- und Popmusik machen können. Jeder, der sich auch nur im Geringsten mit Rockmusik identifizieren kann und von elektronischer Musik nicht gänzlich abgeneigt ist, sollte hier unbedingt einsteigen. Die Fahrt lohnt sich.

Maurin

Interpret: AElement
Album: Neonschwarz
VÖ: 06.11.2015
Label: Soulfood Music

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