Die DVD- und Netflix-Neuerscheinungen für Februar

Die DVD- und Netflix-Neuerscheinungen für Februar

Die Wetterfrösche sind festgefroren, Frau Holle sitzt mit 'ner Heizdecke auf dem Sofa und zieht sich DVDs rein (oder Netflix!), hier in Berlin werden die Schauspielerinnen in ihren Abendkleidern wieder tapfer auf dem roten Teppich frieren während der Berlinale. Ganz klar: Es ist Februar.

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Doch was kommt in der kalten Jahreszeit besser als sich selbst gut einzumümmeln und im Heimkino die Neuerscheinungen reinzuziehen. Wir bieten dir hier daher den Überblick über ein paar spannende DVDs und Blu-rays. Und es gibt erstmalig in SLEAZE (WELTPREMIERE!!!) auch einen Überblick über ausgewählte Februar-Neuerscheinungen von Netflix. Mehr und mehr Zuschauer steigen auf den Streaming-Dienst mit den tollen Eigenproduktionen um, also macht das einfach Sinn. Viel Spaß!

Netflix-Vorschau:
Cooles Popcorn: Riverdale

Riverdale (3.2.)
Highschool-Klischees in Cool und anschaubar: Riverdale ist eine Verfilmung der in den USA seit Jahrzehnten beliebten Archie-Comics. Die kennt man zwar hierzulande nicht so gut, aber das ist nicht schlimm, denn Riverdale hat auch nicht viel mit der Vorlage zu tun!
Relativ (positiv!) durchgeknallter Weise hat Netflix den eher harmlosen Archie-Comics nämlich ein zeitgemäßes Update gegeben: Archie (K.J. Apa) ist ein einfühlsamer Muskelprotz, der Football spielt und Songs schreibt, denn das schließt sich heutzutage nicht mehr aus! Archies beste Freundin Betty (Lili Reinhart) hat wiederum einen besten schwulen Freund. Doch der wird irgendwann mal gefragt: „Ist es nicht inzwischen schon wieder ein Klischee, der beste schwule Freund zu sein?“

Riverdale spielt also in der Gegenwart heutiger Jugendlicher. Wer aber prinzipiell eine Abneigung gegen Highschool-Settings hat, der gebe sich Riverdale dennoch mal, denn die Serie ist sehr stylish und wird von Kritikern in die Schublade neo-noir gesteckt, was in diesem Fall auch zutrifft.
(Neue Folgen erscheinen im wöchentlichen Abstand auf Netflix.)

Dreckskerl und Affenarsch: Ricky Gervais

David Brent: Life on the Road (10.2.)
Mockumentary von und mit Ricky Gervais: Ricky erfand einst das originale The Office in England. Das Format unternahm danach einen Siegeszug um die Welt, brachte beispielsweise einen amerikanischen Ableger mit Steve Carell in der Hauptrolle hervor und in Deutschland Stromberg. Kein Wunder, denn überall gibt es Büros und komische Kollegen.

David Brent: Life on the Road ist nun eine schräge Fortsetzung von The Office: Ricky war in England, was Bernd Stromberg bei uns war: der inkompetente Chef. In dieser Netflix-Eigenproduktion möchte Ricky jetzt eine Musikkarriere starten, selbstverständlich ohne das nötige Talent. Er kauft sich eine Band zusammen und geht auf eine äußerst bescheidene Tour. Um die daraus folgenden Verwicklungen geht es in David Brent: Life on the Road.

Girlfriend’s Day (14.2.)
Du hast auch nach zwei Staffeln Better Call Saul noch immer nicht genug von Komiker Bob Odenkirk, der schon in Breaking Bad den sympathischen Anwalt Saul Goodman spielte? Dann zieh dir Bob in diesem neuen Netflix-Film rein: Passenderweise am Valentinstag erscheint Girlfriend‘s Day, indem die Grußkarten-Industrie zwecks Profiten einen neuen Feiertag erfindet. Bob ist Grußkarten-Schreiberling, war einmal richtig groß und möchte nun seine alte Magie wiederfinden. Er wird u.a. in einen Mordfall verwickelt.

Klingt total Panne? Finde ich auch! Doch da es sich bei Girlfriend‘s Day um eine Komödie handelt und auf Saul / Bob eigentlich immer Verlass ist, dennoch ein Tipp!

I Dont Feel at Home in This World Anymore (24.2.)

Kaum erkennbar: Frodo links neben Melanie Lynskey

Frodo (Elijah Wood) und Melanie Lynskey (We’ll Never Have Paris) in einem amerikanischen Independent-Film, halb Komödie, halb Thriller: Melanie und ihr Nachbar Elijah gehen zusammen auf die Suche nach Einbrechern, die in ihr Haus eingedrungen waren. Natürlich handelt es sich bei den beiden um ein ungleiches Paar und der gute Elijah kann ganz schön eklig sein. Dann finden sie sogar irgendwann die Kriminellen und merken, dass das mit der Selbstjustiz vielleicht doch nicht so leicht ist wie gedacht.

Das Besondere an I Don’t Feel…: Der Film hatte dieses Jahr im Januar auf dem berühmten Sundance-Filmfestival seine Weltpremiere und wird schon knapp einen Monat später weltweit auf Netflix zu sehen sein. „Na und, was geht mich das an?“ fragst du dich jetzt wahrscheinlich. Das ist auch ok, doch als absoluter Filmnerd würdest du jubeln, denn normalerweise schaffen es Sundance-Filme frühestens ein Jahr später zu uns, oft dauert es auch noch viel länger. Die neuen Technologien und weltweiten Vertriebswege verkürzen heutzutage aber solche früher den Filmfan quälenden Wartezeiten. Tipp, zumal I Don’t Feel… in Sundance auch mit dem Jury-Preis ausgezeichnet wurde!

DVD- und Blu-ray-Vorschau

Sie nannten ihn Jeeg Robot (3.2.)
Eine Superhelden-Geschichte in „durch“ gefällig? Da kann dir Sie nannten ihn Jeeg Robot helfen. Es geht alles los, wie es schon oft losging: Der kleinkriminelle Enzo (Claudio Santamaria) wird radioaktiv verstrahlt. Was einst dem Hulk weiterhalf, verleiht auch Enzo Superkräfte. Und das befördert auch spürbar seine kriminelle Karriere. Ungünstigerweise kriegt ein Mafia-Pate davon Wind und möchte Enzo für seine Machenschaften zwangsverpflichten. Dann läuft ihm aber auch noch die schöne Alessia (Ilenia Pastorelli) über den Weg und durch ihren Einfluss setzt Enzo seine Kräfte für das Gute ein.

Jeeg Robot ist wirklich mal was anderes, ein extremer Genre-Mash-Up, der bereits beim letztjährigen Fantasy Filmfest begeistern konnte. Völlig übertrieben, genial gut und dabei immer schön trashig. Tipp!

Sausage Party (16.2.)

Die naive Kartoffel ahnt noch nix.

Ein Meilenstein des Animationsfilms erscheint fürs Heimkino: SLEAZE berichtete zum Kinostart im Oktober schon ausführlich über Sausage Party und auch die Fans waren begeistert. In der schrägen Komödie geht es um Essen im Supermarkt, das lebt und nicht gegessen werden möchte. Hauptfiguren sind u.a. ein Hotdog-Würstchen und ein Bagel.

Besonders traut sich Sausage Party an eigentliche NoNos des Animationsfilms heran wie Witze über Sex oder das Töten von Menschen durch Essen. Denn in der Welt von Sausage Party gibt es keine Lösung: Entweder wir (Menschen) essen die Nahrung (und töten sie dadurch), oder wir verhungern.

Und wer all das damals nicht im Kino gesehen hat, der besorge sich jetzt schnellstens die Blu-ray oder DVD dieses modernen Klassikers, der ganz nebenbei auch einfach ein toll gemachter Animationsfilm ist, was die technische Qualität angeht. Klarer Kauftipp!
Hier unsere Rezension zum damaligen Kinostart: Genre Transzendenz.

Death Race 2050 (16.2.)
Die USA in einer dystopischen Zukunft: Ein verrückter Präsident ist an der Macht (Malcolm McDowell aka Alex DeLarge aus A Clockwork Orange), einer reichen und kleinen Oberschicht geht es gut, die verarmten Massen werden durch Brot und Spiele unterhalten: Eine Gruppe völlig durchgeknallter Rennfahrer fährt ein Überlandrennen, bei dem es auch Tote unter den Fahrern gibt.

Roger Corman legt mit Death Race 2050 ein Remake seines eigenen Low-Budget-Klassikers von 1975, Death Race 2000, vor. Lustigerweise gab es auch schon 2008 ein Remake unter dem Titel Death Race mit Jason Statham in der Hauptrolle. Dieses Remake kann, obwohl aufwändiger produziert, allerdings weder Rogers Original noch der neuen Version das Wasser reichen. Warum nicht? Nun, das etwas weichgespülte Hollywood-Remake verzichtet darauf, dass die Fahrer auch dafür Punkte kriegen, Fußgänger zu überfahren. GTA-Style. Deshalb lieber Rogers Update seines eigenen Werks anschauen. Der Mann ist eh eine Legende.

Into the Forest (17.2.)

Ellen und Evan Rachel: bedrohte Powerfrauen

Endzeit-Thriller mit Ellen Page (Juno) und Evan Rachel Wood (Android Dolores aus Westworld): Der Strom fällt aus und kommt nicht wieder. Damit ist unsere westliche Zivilisation so ziemlich ausradiert, die staatliche Ordnung bricht zusammen. Die Schwestern Ellen und Evan Rachel flüchten in die entlegene Waldhütte der Familie in den Wäldern, um dort zu überleben. Sie müssen sich dort an ihr ungewolltes Aussteigerleben ohne Strom und Technik gewöhnen. Und selbstverständlich gibt es auch mehr und mehr andere Menschen, die apokalyptisch draufkommen und morden und vergewaltigen.

Verspricht, spannend zu werden und besonders die Darstellerinnen überzeugen: Um die wunderbare Ellen war es in den letzten Jahren eh verhältnismäßig zu ruhig geworden. Evan Rachel erlebt derzeit durch Westworld einen zweiten Karrierefrühling. Gute Genre-Unterhaltung. Wer mehr wissen will, kann hier unsere Rezension dazu nachlesen.

Robert

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