Der sportliche Dee-Jaybird

Der sportliche Dee-Jaybird

Hallöchen, werte wissbegierige Leserschaft an den großen und kleinen Bildschirmen da draußen. Schön das sie, ihr und du mal wieder eingeschaltet habt und hast. Was steht heut´ so auf dem redaktionellen Speiseplan? Ach, die X3-Bluetooth-Kopfhörer aus dem Hause Jaybird für knapp 130 Tacken. Na, dann wollen wir uns doch direkt mal frohgestimmt an diesen Crosslauf für Musikbegeisterte heranwagen. Skibrille auf, die Kniescheibe nochmal ölen und schon geht´s an Eingemachte.

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Jaybird? Nie gehört. Hinter dem Unternehmen Jaybird, welches sich die X3s auf die Fahne schreiben, steckt genau genommen die Firma Logitech. Richtig, das sind die mit den Mäusen, Tastaturen und der Unterfirma Ultimate Ears. Nun also Kopfhörer, wieder mit einer neuen Marke. Deswegen also die begabten Doofsack-Piepmätze aus Utah. Ach nee, halt, die korrekte Übersetzung lautet ja Blauhäher. Pardon, mein Fehler. Also die Blauhäher aus Utah.
Die haben sich auf das Herstellen von Kopfhörern und Fitness- bzw. Activity-Trackern spezialisiert. Bei einem Umsatz von über zwei Milliarden Dollar im vergangenen Jahr scheinbar auch ganz ordentlich. Da schraube ich doch spontan meine Erwartungen gern noch ein paar Meter weiter hoch.

SLEAZE + Jaybird
Nichts für Grobmotoriker – aber dafür für die schrägsten Ohren.

In der Box erwartet dich neben den Kopfhörern selbst und der Induktion-Ladestation, die heutzutage jedes Handykabel zum Leben erwecken kann, eine kleine schwarze Stofftasche. Darin verstecken sind ganze sechs Kopfhörer-Knubbelaufsätze in drei verschiedenen Größen, damit du auch garantiert das passende Ende für deine Lauscher findest.

Nun hatte ich die Kopfhörer das erste Mal in der Hand und was direkt ins Auge sowie die Hände sticht: Für eine agile Sportbegleitung sind die Dinger ganz schön schwer. Und groß. Und klobig, klob ik. Naja, soviel zum ersten Eindruck. Wir haben es ja hier sicherlich mit qualitativ hochwertiger Ware zu tun, die ohne Probleme diesen Eindruck mit anderen Highlights wettmachen kann, also kommen wir darauf später noch einmal zu sprechen. Um die Stöpsel in Gang zu setzen, braucht es selbstverständlich E-N-E-R-G-I-E. Und da bei Jaybird noch keiner auf den Solarzug aufgesprungen ist, habe ich intuitiv direkt die nächste Steckdose im Raum angepeilt. Das ist hierbei allerdings ein schlechter Einfall. Oder besser gesagt ein unbrauchbare Idee, da die blauen Häher keinen Adapter für eine normale Anschlussbuchse mitteleuropäischen Ausmaßes dazugepackt haben. Wer auch immer den Geistesblitz dazu gehabt hat, von mir gibt’s dafür keinen Applaus. Die Induktionsladestation selbst ist zwar, wie bereits erwähnt, kompatibel mit allerlei Handy-Ladekabeln, aber den Adapter für Steckdosen deswegen komplett wegzulassen, halte ich persönlich nicht unbedingt für das Grüne vom Huhn. Aber naja, kiken wir mal weiter.

Was machen die inneren Werte so?

Laut eigener Aussage brauchen die X3s lediglich 15 – 20 Minuten Ladezeit, um 3.600 Sekunden Musik abzuspielen. Induktion lautet das Zauberwort. Bei vollem Akku sollen die Teile dann sogar satte 8 h…alten. Das mit den acht Stunden will ich jetzt einfach mal glauben – die Jungs werden uns da schon keine Kohlmeise aufbinden –, aber 15 Minuten für eine Stunde Spielzeit ist eine Ansage. Das schreit ja förmlich danach, auf die Probe gestellt zu werden. Da auf der offiziellen Jaybird-Seite 20 Minuten steht, Amazon uns aber gleichzeitig weismachen will, dass 15 Minuten völlig ausreichend sind, will ich es mal mit 17 ½ Minuten probieren.

So, fertig. Kann es mit dem Abfetzen endlich losgehen? Weit gefehlt. Der Vogel ist schließlich Programm und Jaybird verleiht ebenso Flüühügel wie der Energydrink, den mein Chef den ganzen Tag in seiner Kehle entsorgt. Beziehungsweise, um bei der Wahrheit zu bleiben: Jaybird verleiht Flossen. Mit den sogenannten „Silicone Ear Fins“ lassen sich nämlich die Kopfhörerenden pimpen, wodurch sich die X3s Widerhaken-ähnlich in deinen Lauschern verankern. Durch die ergonomische Form passen sie sich der Ohrmuschel optimal an und bieten dir Extrahalt beim Joggen, Ballett oder Daumenwrestling. Im besten Fall zumindest.

SLEAZE + Jaybird
Alter Finne!

Fantastische Sache, dachte ich mir – bei meinen ungelenken Hörkanälen, bei denen sich regelmäßig Kopfhörer jeglicher Formen und Farben frühzeitig verabschieden. Dabei habe ich mich allerdings etwas zu früh gefreut…

Mir haben die Chicken-Wings (Hat das jetzt jemand verstanden? Wegen Vogel + Flügel? #öfföff) nicht viel gebracht. Entweder wurde es im Ohr damit irgendwann echt unangenehm – und das bei allen Größen – oder die Kopfhörer plumsten aufgrund ihres Gewichts meist früher als später trotzdem wieder aus meinen Lauschlappen. Ob ich sie jetzt „normal“ getragen oder sportlich kopfüber ins Ohr steckte, machte dabei kaum einen Unterschied. Ich hab einige positive Kritiken zu dem Punkt gelesen. Bei mir allerdings hat es sich nicht ausgezahlt, dass ich mir Kopfhörer mit Flossen ins Ohr stecke, welche optisch an die Schuhe von Hermes, dem Götterboten, erinnern.

Kommen da auch Geräusche raus?

An der Soundqualität gab es in den Mitten und Höhen nicht wirklich etwas auszusetzen, allerdings wurde mir streckenweise der Bass etwas vernachlässigt. Insgesamt ein klareres Soundbild wäre teilweise ebenso wünschenswert gewesen, wobei ich bei dem Punkt auf hohem Niveau jammere. Wenn wir die Kirche im Dorf und die Flossen im Ohr lassen, bekommt der Sound bei mir auf einer Skala von A bis Y eine 2+, was „solide und ganz ordentlich“ bedeutend soll. Mit der dazugehörigen MySound-App kann man außerdem den Equalizer noch individuell an seine eigenen Wünsche anpassen. Also das habe ich zumindest gelesen. Meine mobilen Daten für diesen Monat sind leider schon aufgebraucht. Im nächsten erzähl ich dir mehr über die App. Wenn du Glück hast. Vielleicht.

SLEAZE + Jaybird
Der Vogelkäfig

Die Bluetooth 4.1-Verbindung war stets bestens und bereitete nie irgendwelche Probleme. Wobei man allerdings auch sagen muss, dass ich bei 130 Euronen auch nichts anders erwarte und vor allem nichts anderes der Fall sein sollte. Beeindruckend war hierbei allerdings, dass die Verbindung selbst bei über 10 Metern und mehreren Hauswänden stabil bleibt.
Die X3s gibt es in den Farben Alpha (grün-grau), Camo (Camoflage), Platinum (silber-grau) und Sparta (weiß-gold). Die von mir getesteten Jaybirds waren in eine ansehnliche Blackout-Abendrobe (schwarz-grau) gehüllt. Bis auf Alpha, welches meinen persönlichen Geschmack nicht ganz in der Dart-Doppel-Zwei getroffen hat, wirken alle sehr stimmig und schick. Übrigens sind die X3s laut Eigenangaben in alle Varianten beständig gegen Schweiß, Regen, Matsch, Sonne UND Tränen. Falls dich dein Personal Trainer beim nächsten Bankdrücken also mal wieder ordentlich zum Heulen bringt, bis du gewappnet.

Unterm Strich…

…ist das für mich allerdings zu wenig, um das Preis-Leistungsverhältnis als stimmig zu bezeichnen. 130 Euro würde ich dafür jetzt nicht springen lassen. Allerdings sitze ich ja auch nur in einem Keller ohne Fenster und schreib Artikel über Bluetooth-Kopfhörer, ohne jemals mit den Dingern im Erzgebirge richtig bouldern gewesen zu sein. Von daher mein Fazit: Probier sie selber aus, und mach im Fall des Falles Gebrauch von deinem zweiwöchigen Widerrufsrecht. Aber pssst, das hast du nicht von mir. 😀

Axel

 

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