Der nette Luzifer.

Der nette Luzifer.

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Adobe Photoshop PDFLuzifer heißt „unten“ (auf der Erde) John Scratch und versucht mit einer Mischung aus Liebeskummer (wegen seines/r Engels / Freundin Arden) und trotzigem Stolz (weil Gott ihn verstieß), die Erde in einen besseren Ort zu verwandeln. Weil er nicht mehr nach „oben“ kann, Arden aber die Menschen und ihre Brutalität (verständlicherweise) abstoßend findet. Also manipuliert er u.a. ägyptische Pharaos, Benjamin Franklin und George Washington und indirekt einen Typen, der als Gates-Jobs-Zuckerberg-Mischung rüberkommt, also kurz: wichtige Figuren der Weltgeschichte. Und weil der Autor Amerikaner ist, fast nur wichtige Amerikaner. Dabei ist er allerdings nicht so raffiniert, wie der Titel verspricht. Eher: menschlich.
Ein menschlicher Teufel als Hauptfigur? Ein Luzifer, der netter ist als einige Menschen, die ich in den letzten Jahren kennen gelernt habe? Kann so ein Roman gutgehen? Am Anfang war ich – wohl zu Recht – skeptisch. Dazu kam, dass Michael Poore zwar ein erfahrener Schreiberling ist, aber bei seinem Debütroman recht lang braucht, um warm zu werden.
Trotzdem habe ich das Buch ausgelesen. Es wurde nach den ersten 50 Seiten deutlich besser, und nach den gesamten 444 Seiten (666 hätte mir besser gefallen, aber nun gut) bereut man nicht, es ganz gelesen zu haben.
Fazit: Man hätte aus der Idee sicher mehr rausholen können, aber für kurzweilige Unterhaltung sorgt Mr. Scratch definitiv.

Sven @ SLEAZE

Der raffinierte Mr. Scratch
Bastei Lübbe
SF / Fantasy
Paperback, 447 Seiten
Ersterscheinung: 17.01.2014
ISBN: 978-3-7857-6101-4

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