Der Netflix-Mai-Stream

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Wir befinden uns im Jahre 2020 nach Christus. Die ganze Wirtschaftswelt ist von den Römern…äääh dem Coronavirus besetzt…

Die ganze Welt?? Nein! Ein von unbeugsamen Kaliforniern geführtes Stream-Portal hört nicht auf, dem viralen Eindringling Widerstand zu leisten. Die Rede ist selbstverständlich vom Stream-Dienst Netflix. Schließlich können im Moment nicht viele Unternehmen von sich zu behaupten, einen Vorteil durch die Pandemie zu haben.

Das Unternehmen packt tatsächlich etwas, wovon andere Unternehmen im Moment höchstens träumen können: zweistellige Zuwächse – 15,7 Millionen Menschen haben sich in den ersten drei Monaten des Jahres bei Netflix fürs Abo angemeldet. Das Unternehmen aus Los Gatos kommt jetzt auf 182,8 Millionen zahlenden Kunden. Nur als kleiner Vergleich: Bangladesch hat „nur“ 162 Millionen Einwohner. Und ist trotzdem an achter Stelle der meistbewohntesten Länder.

Und wie nutzt Netflix diesen Erfolg? Na indem sie auch diesen Monat wieder ordentlich neue (und alte) Filme hochladen! Wir haben für dich wieder das Beste vom Besten rausgepickt.

Neue Serien und Serienstaffeln im Mai:

Hollywood, Staffel 1 (1. Mai)

Gleich zum Anfang des Monats gibt es einen richtigen Knüller. Die neue Eigenproduktion entführt den Zuschauer ins Massenmedienmekka Hollywood (das hast du dir ja vermutlich schon gedacht) in den vierziger Jahren. In die sogenannte goldene Ära des Kinos.
Die Serie handelt von Dreharbeiten zu einem Film, den es nie gegeben hat, und von einer Handvoll genauso fiktiver Heldinnen und Helden, wobei aber auch immer wieder echte historische Personen im Geschehen vorkommen.

SLEAZE + Netflix-Mai-Stream
Holly + Woody – oder so ähnlich

Das ist ja eine altbewährte Formel: In einem realistischen Setting eine fiktive Geschichte erzählen, die mit echten Personen angereichert ist. Das schafft einen gewissen „Hey, das kenne ich!“-Effekt, außerdem erschafft es eine gewisse Authentizität bei historischem Stoff.
Das Hollywood, dass man in den sieben Episoden kennenlernt, ist ein scheinheiliger, verlogener und schmutziger Sündenpfuhl. Ein schwarzer Drehbuchautor wird von den Studios diskriminiert, es herrscht der zu erwartende Sexismus, und an Manipulation durch schmierige Studiobosse mangelt es auch nicht.
Am interessantesten sind aber immer noch die Handlungsstränge, die sich mit Homophobie auseinandersetzen. Auch wenn man schon im vornherein sicher sein konnte, dass das damals selbstverständlich ein Problem war, so ist es doch ein eher selten behandeltes Thema dieser Ära.

Dead to Me, Staffel 2 (8. Mai)

Der wilde Genremix um zwei Frauen Judy (Christina Applegate) und Jen (Linda Cardellini), die sich bei einer Selbsthilfegruppe für Trauernde kennen lernen und unterschiedlicher kaum sein können, geht in die zweite Runde.
Zum Glück, denn schon die erste Staffel, die sich zwischen Thriller, schwarzer Komödie und Drama nicht recht entscheiden konnte, war 2019 ein echtes Highlight. Die über 30 Millionen Aufrufe dürften da ein Beweis für sein. Wenn man denn etwas auf dem Mainstream-Konsens gibt.
Die Handlung der von Comedy-Titan Will Ferrell produzierten Serie setzt genau da ein, wo Staffel Eins aufgehört hat: Judys Ehemann dümpelt tot im Swimmingpool und die beiden Ladys sind mehr oder weniger kosmisch quitt.

Nun müssen sie aber wohl weiterhin zu drastischen Mitteln greifen, um sich gegenseitig und ihre geliebten Menschen zu schützen. Vor dem langen Arm des Gesetzes, der ja immer etwas nervt, sobald es Tote gibt, aber auch vor anderen Personen mit zweifelhaften Beweggründen. Wie genau es weiter geht, ist etwas unklar, denn von offizieller Seite gibt man sich gewohnt mysteriös.

Space Force, Staffel 1 (29. Mai)

Die Masterminds von der US-Version von The Office haben eine neue Serie am Start! Und das Beste daran: Steve Carrell ist wieder ihr Mittelpunkt! Ob sie dem Hit von 2005 das Wasser reichen kann, wird sich noch rausstellen. Ddie Zeichen stehen jedoch gut, denn neben Steve gibt es ganz schöne Starpower zu sehen. In weiteren Rollen geben sich immerhin John Malkovich, Jane Lynch, Ben Schwartz und das ein oder andere weitere bekannte Gesicht die Ehre.
Aber was hat die neue Netflix-Produktion außer einem fantastischem Cast zu bieten? Eine witzige Story! Diese dreht sich um eine Gruppe Militärs und Wissenschaftler der US-Armee, die damit beauftragt werden, denn sechsten Arm der Armee zu etablieren: die Weltall-Streitkräfte. Namens Space Force.

Nun, wer jetzt schon bei dem dämlichen Namen kichert, dem sollte gesagt sein, dass der Ulk mehr oder weniger auf Tatsachen beruht. Der orange Präsident Trump höchstpersönlich hatte die United States Space Force im vorletzten Jahr gegründet, um das Land gegen Angriffe aus dem All zu schützen. Die besten Geschichten schreibt eben doch noch das Leben.
Die Serie wird wieder ähnlich aufgebaut sein wie The Office, was heißen soll, es ist wieder eine sogenannte „Workplace-Comedy“. Die Handlung wird also größtenteils in der Space-Force-Militärbasis spielen, wobei man sich aber wie gewohnt auf allerlei skurrile Situationen einstellen kann. Der Trailer verspricht jedenfalls schon mal so einige.

Neue Stream-Filme auf Netflix im Mai

All Day and a Night (1. Mai)

Jahkor Abraham Lincoln, gespielt von Ashton Sanders, wollte als Kind immer Rapper werden. Doch auch schon damals war sein Leben hauptsächlich von Gewalt geprägt, nicht zuletzt auch wegen seines kriminellen Vaters, von dem er hauptsächlich lernte, sich erst mit der Faust und danach mit dem Mund zu wehren.
Und obwohl er nie so enden wollte wie er, landet er schließlich trotzdem im Gefängnis. Aber ausgerechnet in dem Gefängnis, in dem auch sein Vater eingebuchtet ist.

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Die Famile trifft sich wieder – im Knast.

In Joe Robert Coles (war auch für das Drehbuch von Black Panther verantwortlich) neuer Netflix-Produktion dreht sich alles um Gewalt und Selbstbestimmung. Welchen Einfluss hat man auf sein eigenes Leben und wie groß ist der von anderen? Welche Chancen hat man, wen man von Anfang an in ein kriminelles Milieu hineingeboren wird?
Klingt alles erst einmal recht hochtrabend, ist es oft auch. Die Thematik hat man schon unzählige Male gesehen, und wirklich neue Erkenntnisse über die menschliche Psyche wird man auch hier vermutlich nicht erlangen.
Aber der Film ist ehrlich, hart und überzeugend. Er gewährt einem Einblick in eine Welt voller Gewalt, in der es nur zählt, Macht über andere auszuüben. Wer Lust auf ein Drama hat, das noch ein wenig weiter klingt, ist mit All Day and a Night gut beraten.

St. Vincent (1. Mai)

Bill Murray ist Kult. Und so sind auch praktisch alle Filme, in denen er mitwirkt, automatisch Kult. Klar, da kommt jetzt natürlich nichts mehr auf Ghostbusters-Niveau und in letzter Zeit zünden auch meistens nur seine Wes-Anderson-Filme so richtig, aber das ändert verdammt noch mal nichts daran, dass der Mann in einem Atemzug mit Elvis oder Katharina der Großen genannt werden sollte.

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Die ungleichen Freunde.

Deshalb sprechen wir auf jeden Fall eine Empfehlung für die Indie-Komödie St. Vincent aus. Der Streifen um ein junges Scheidungskind, dass sich mit dem brummbärigen Veteranen-Nachbarn anfreundet, mag jetzt vielleicht nicht das Non-plus-Ultra sein, aber irgendwie kann man sich einfach nicht dem klassischen Murray-Charme entziehen.
Der spielt hier übrigens den Veteranen und nicht das Scheidungskind. Außerdem ist es vermutlich der einzige ertragbare Film mit Melissa McCarthy.

The Nun (10. Mai)
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NUN ja…

Und weil wir das gute alte Horror-Genre in letzter Zeit etwas haben schleifen lassen, hier auch mal wieder eine Empfehlung in diese Richtung: The Nun. Genau, spricht man genauso aus wie „das Nichts“, hat aber etwas mehr Inhalt.
Der bezieht sich, wie das bei den meisten modernen Gruselproduktionen eben so ist, hauptsächlich auf fiese Jumpscares. Muss man mögen. Wir tun’s jedenfalls. Zumindest solange das Licht anbleibt.
Der Film ist wieder ein Spin-Off der immens erfolgreichen Conjuring-Reihe, die titelgebende dämonische Nonne kam ja schon im zweiten Teil etwas vor. “Nun” hat sie ihren eigenen Reißer, in dem sie nach Herzenslust in einem rumänischem Kloster Sterbliche erschrecken und finster aussehen kann.

Simon

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