Der legendäre Banksy in Berlin

Der legendäre Banksy in Berlin

In Berlin gibt es seit gestern eine Ausstellung mit Banksy-Werken. Die Idee passt selbstverständlich nicht so recht, da Streetart und Galerien / Museen ja bekannterweise nicht die besten Freunde sind. Irgendwie passend dann, dass die Kunst des Kapitalismuskritikers in einem ehemaligen (Pseudo)Nobelclub präsentiert wird. Also, genauso unpassend. Das mussten wir uns natürlich genauer anschauen...

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SLEAZE + Banksy
Aufgrund des furchtbaren Publikums brauchte das Felix neue Türsteher.

Wohl kaum ein anderer Graffiti-Künstler ist so berühmt und bekannt wie der aus Bristol stammende Banksy. In seiner Heimatstadt gibt es geradezu eine „Kunstmeile“ mit seinen Erzeugnissen. Mittlerweile überall auf der Welt findet man Banksys, die oft nicht ohne Kontroversen daher kommen. Sei es das Thema selbst oder die Platzierung – oder natürlich beides zusammen (z.B. auf der palästinensischen Seite der Mauer zu Israel).

Angekommen am Brandenburger Tor, musste ich erstmal meinen Weg durch fotografierende Touristen schlagen.

SLEAZE + Banksy
Graffiti und Nobelessen?

Einmal ums Eck, treffenderweise an der britischen Botschaft vorbei und tadaa, da ist der ehemalige Club Felix. Wessen Kunst gezeigt wird, wird gleich deutlich. Rund um den Eingang ist der Name der Ausstellung zu lesen: „The Art of Banksy“.

Wir gehen rein, es ist erstmal etwas dunkler und gedämpfter. Schon beim ersten Treppenabsatz steht da etwas, was in so ein nobles Etablissement nicht wirklich reinpasst: eine alte Blechtonne mit den Banksy-typischen Ratten verziert. Neben dem Eingang findet sich eine typische rote Telefonzelle, schließlich kommt die Kunst ursprünglich aus England. Das soll offenbar nicht vergessen werden. Weiter geht es mit mit einer Wand, an der gleich 13 der gut 80 Exponate hängen – schon mal ein guter Anfang.

Schnell wird klar, trotz der zwei Etagen ist die Ausstellung nicht die größte. Das passt wieder, denn Graffiti und / oder Streetart sind in der Kunstszene noch immer relativ kleine Lichter. Und manche gesicherte Exponate wiegen einfach mal ein paar Tonnen, weil ganze Häuserwände gesichert werden – witzigerweise auch vor Graffiti.

SLEAZE + Banksy
Spare a Di(me)? Falsches Echtgeld…

 

Ausstellen in einem Wannabe-Nobelclub?

Ist die Location nun Teil der Kunst oder einfach eine Notlösung? Vielleicht mögen Kurator Steve Lazarides und Banksy selbst mögen wohl Kontraste (Ob Banksy bei der Ausstellung, die vorher schon in Istanbul, Amsterdam, Melbourne und Antwerpen war, seine Finger mit im Spiel hatte? Wie üblich hält sich der Künstler etwas ähm bedeckt…) Wer schaut sich nicht gerne ein Schablonenbild von einem kleinen Mädchen an, welches grad eine Bombe umarmt – und lässt sich dabei mit Tafelsülze mit Meerrettichschaum und einem Gläschen Prosecco verwöhnen?!

SLEAZE + Banksy
Michels Angelo fast geschützt…

Festhalten muss man, dass die Sammlung einige tolle, mir bisher auch unbekannte Werke enthält. Oder wusstest du, dass Banksy mehr oder weniger auch ein Geldfälscher war? Die Blüten mit dem Gesicht von Prinzessin Diana liegen aus und man denkt sich: „Geile Idee, aber ein paar Leute sind so sicherlich auch hart verarscht worden.“ Vermutlich befindet sich auch der ein oder andere Schein noch in den Portmonnaies der Briten.

Dazu kommen noch weitere bekannte und unbekannte Bilder, viele davon als die Trademark-Schablonen, andere handgemalt, Fotos, Testdrucke und die ein oder andere Skulptur. So z.B.  Michelangelos David mit Schutzweste.
Am Ausgang darf man nicht den obligatorischen Souvenirstand ignorieren. Frei nach Banksys Motto und Film „Exit Through The Gift Shop“.

Wenn man ein Fan des Künstlers ist, sollte man sich die Ausstellung keinesfalls entgehen lassen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einerseits ist es die größte Sammlung der Werke ever, andererseits wird diese Ausstellung nicht allzu lange zu sehen sein. Bis Oktober sind die Pforten in Berlin geöffnet, danach geht es in anderen Städten weiter.

SLEAZE + Banksy
Darf nicht fehlen: der Merch-Marché

Knapp 20 Euro Eintritt für einen Erwachsenen sind zwar nicht wenig, doch sollte man sich überlegen, mehrfach hinzugehen, da einige Exponate verschwinden werden und wieder Neue sich dazu gesellen.

Chris

Ausstellung: THE ART OF BANKSY
Ort: Felix, Behrenstraße 72, 10117 Berlin
Zeitraum: 16.06. – 30.10.2017, 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Kosten: Tageskasse: 19.75€, online: 18.25 €, ermäßigt: 17€, ermäßigt online: 15.50€

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