Der Kunst-Schwarm

Der Kunst-Schwarm

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SLEAZE.kunst2Über Mariana und Karl haben wir hier schon berichtet, doch Jack Daniel’s hat im Zuge seines Projekts „Support the Independent“ weitere Menschen unterstützt, die eine besondere Idee hatten. Einer von ihnen ist Robin Thiesmeyer. Unter den Namen meta bene veröffentlicht er schon seit längerer Zeit kleine Cartoon-Kunst in den sozialen Medien. Nun hatte er die Möglichkeit, seine Bilder in 40 Citylights in Berlin auszustellen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Wie bist du zum Zeichnen gekommen?

Ich mache das eigentlich schon immer. In der Schule waren Korrekturspalten der Hefte immer voller Ornamente, Figuren und Schriftzüge. Während des Studiums habe ich dann angefangen, mit einem Pinselstift Käfer zu zeichnen. In den großformatigen Schwärmen entstanden durch Beziehung der Tiere zueinander und durch die Ausrichtung der Käferbeine Strukturen und Perspektiven im Weißraum des Blattes. Am Anfang entstand vieles aus dem Zufall heraus. Dadurch bekamen Betrachter einen gewissen Interpretationsspielraum.

Seit wann veröffentlichst du deine Bilder?

Da mir die Zeit für die großen Formate gefehlt hat, hatte ich 2013 die Idee, kleine Bilder zu zeichnen und die Tiere sprechen zu lassen. Das sind dann absurde, lustige bis philosophische Sätze oder Dialoge. Zunächst habe ich sie im Café eines Freundes aufgehängt, bis mir ein ehemaliger Professor den Tipp gab, sie auf Twitter zu posten. Dort habe ich dann relativ schnell ein Publikum gefunden. Mittlerweile veröffentliche fast täglich eine Zeichnung. Bei Facebook ist es etwas weniger, was daran liegt, dass man dort weniger Kontext bzw. Zeit bezogen posten kann. Wenn ich bei Twitter morgens eine Zeichnung einstelle, bei der sich zwei unausgeschlafene Tiere unterhalten, dann passt das. Das ist bei Facebook so nicht möglich, weil es, auch durch den Algorithmus, zeitlich anders rezipiert wird.

Wie bist du auf die Jack-Daniel‘s-Aktion aufmerksam geworden?

Bevor die Kampagne wirklich losging, hat mir ein Freund davon erzählt. Daraufhin habe ich mich mit einer kurzen Beschreibung beworben und kurz darauf ging es auch schon los. Warum genau ich jetzt ausgewählt wurde, weiß ich nicht.

Und wie waren die nächsten Wochen?SLEAZE.kunst1

Zunächst mal habe ich mich gefreut, dass ich wieder zu dem Ursprung der Zeichnungen, sprich zu den Schwärmen, zurückkehren kann. Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass das Ganze auch anstrengend wird, da ein gewisser Zeitdruck da war. Mein eigentliches Konzept war, dass ich mit chaotischen Strukturen die Menschen im Stadtbild widerspiegeln wollte. Erst während der Arbeit an den Motiven bin ich auf die Idee mit den geometrischen Strukturen gekommen. Die entsprechen einerseits dem architektonischen Stadtraum, anderseits ergibt sich eine bessere Fernwirkung für das Plakat.

Hat sich durch die Teilnahme an der Aktion viel verändert?

Meine Arbeit an den großen Formaten hat sich weiterentwickelt. Und es war toll, die Motive in der Stadt zu sehen. Ich habe auf meinen eigenen Kanälen nur wenig auf das Projekt aufmerksam gemacht. Einmal, weil ich nicht der Typ bin, der sich selbst aggressiv vermarktet, aber auch, weil ich glaube, dass dieser Werbekontext meine Arbeit eventuell entwerten könnte. Dennoch haben viele die Verbindung zwischen mir und den Plakaten in den Citylights hergestellt. Das hat mich sehr gefreut. Darüber hinaus konnte ich auch Originale und Siebdrucke der Motive verkaufen.

Es ist aber schwer zu sagen, inwieweit die Aktion meinen Bekanntheitsgrad im Netz verändert hat. Das ist ja sowieso etwas diffus. Es kam sogar schon vor, dass jemand mir meine eigenen Bilder geschickt hat, weil er keine Ahnung hatte, dass sie von mir sind.

Was hast du als nächstes geplant?

Ich habe vor, eine Ausstellung zu machen, bin aber noch auf der Suche nach einem geeigneten Raum. Außerdem will ich meine Zeichnungen in Buchform rausbringen, was langsam konkrete Züge annimmt. Durch meine neue Homepage metabene.de hoffe ich außerdem, in Zukunft ein paar mehr Bilder zu verkaufen.

SLEAZE wünscht viel Glück.

Simon

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