Der krasseste Scheiß unter den Festivals

Der krasseste Scheiß unter den Festivals

Du willst mal so richtig etwas erleben? Einmal komplett raus aus dem Alltagstrott? Na, dann mal Augen auf und durch gelesen. Das Burning Man Festival ist unumstritten DAS Festival der Festivals. Sozusagen das Überfestival. Jeder der bis jetzt da war, rechnet seit Leben seit dem in die Zeit und die Zeit nach dem Burning Man. Noch nicht ganz sicher ob das was für dich ist? Dann schau dir als kleinen Vorgeschmack das Buch von NK Guy schon mal anschauen.

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Festivals gibt es wie Sand am Meer. Gerade wir in Deutschland können uns nun mal so gar nicht über eine karge Festival-Landschaft beschweren. Aber von dem Nonplusultra der Festivals ist selbst Wacken kilometerweit entfernt. Was liegt da näher, als die Geschichte der Mutter aller Festivals – dem Burning Man – in einem Buch fest zuhalten? Genau das hat NK Guy im Buch „Burning Man – Kunst und Kult“ getan.SLEAZE.burning19

Im Internet tummeln sich unzählige Geschichten, Mythen, Legenden und Anekdoten rund um das Burning Man Festival. Selbst wenn nur ein winziger Bruchteil derer wirklich der Realität entsprechen, ist es bei Weitem noch mit Abstand das Abgefahrenste, was du je in deinem Leben erleben wirst.

SLEAZE.burning16Der Burning Man ist ein Festival, das seines Gleichen sucht und wohl auch in den nächsten 100 Jahren nicht finden wird. Es ist nicht nur eine Kunstausstellung an einer verdammt einzigartigen Location, sondern zig Sachen machen es zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung. Das Gemeinschaftserlebnis zum Beispiel wird hier sehr GROSS geschrieben. Die extrovertierte Art (das Wort passt in deutscher wie in englischer Version) des Festivals, der Outdoor-Rave vor der größten Bühne der Welt, das gesamte Beeinander bis zum feurigen Finale: Alternative Lebensformen definieren das Festival zu einer riesigen Hippie-Party.

Das ganze Jahr über ist in der Black Rock Desert einfach nichts, so rein gar NICHTS. Bis auf eben diese acht Tage im Jahr zum Ende des Sommers. Traditionell endet das Festival am ersten Montag im September, dem amerikanischen Labor Day. In dieser Woche geht es einfach darum in einen komplett andere Woche einzutauchen.

SLEAZE.burning2Geld, dein Handy und auch den geliebt und gleichzeitig verdammt gehassten Selfie Stick kannst du zuhause lassen. Frei nach der Devise – Schenken macht glücklich – spielt das Bare eine untergeordnete Rolle. Gigantische Fressmeile, wie man sie von den großen deutschen Festivals kennt suchst du hier vergeblich. Selbstversorgung, verschenken oder tauschen sind für das Burning Man die Schlagwörter die zählen. Kleiner Tipp am Rande: Niemals die Taucherbrille vergessen! Warum? Na so ein Wüstensturm ist nicht gerade der aller beste Freund für deine Sehkraft.

Mittlerweile blickt das Festival auf 15 Jahre puren Irrsinns zurück. Im Mittelpunkt steht – was ein Wunder –eine menschlich aussehende Figur –die angezündet wird: der Burning Man eben. Angefangen hat alles mit 20 Leuten und einer kleinen Figur, mittlerweile liegt der Rekord der brennenden Figur bei einer stattlichen Höhe von 32 Metern und schlappen 70.000 Besuchern. Bereits mit der Eintrittskarte wird man darauf hingewiesen, dass man einfach nur bekloppt ist, dieses Spektakel mit zumachen: „Mit Kauf dieser Eintrittskarte begeben Sie sich freiwillig in Lebensgefahr.“

SLEAZE.burning12Das mit der Entwicklung des Burning Man viel unvergessliche Geschichten und meisterhafte Kunstwerke verbunden sind, ist wohl klar. Gut, dass es Menschen wie NK Guy gibt, der all diese mit seiner Kamera für uns fest gehalten hat. In seinem Buch „Burning Man – Kunst und Kult“ hat er die faszinierendsten Kunstwerke der letzten 15 Jahre zusammen gestellt. Das Buch lässt dich, dank seiner Einteilungen, einen kompletten Tag des Burning Man miterleben. Sozusagen ein kompletter Best of-Tag inklusive Zeitreise und Zeitsprünge durch 15 Jahre.

Durch das Vorwort von David Best, einen der Designer der riesigen, brennenden Figuren, bekommst du eine ganz andere Denkweise hinter dem Festival. Für David sind die riesigen Skulpturen Wahrzeichen einer Lebenseinstellung und einer ganz persönlichen Sichtweise auf Kunst. Jedes Kunstwerk wird irgendwann aussortiert, weil es nicht mehr zur Einrichtung der Wohnung passt. Oder es verrottet im Keller irgendeines Museums oder wird übermalt. Beim Burning Man hingegen bestimmt der Künstler selbst, wann seine Kunst „zu Ende“ ist. Wobei für David erst mit dem Verbrennen die Kunst wirklich beginnt. Denn erst dann sind all die Gedanken und Wünsche, die alle Besucher des Festivals vor der Verbrennung der Skulptur preisgaben, frei. Fast schon wie ein Phönix aus der Asche.

SLEAZE.burning7NK Guy blickt hingegen eher kritischer auf die Entwicklung des Festivals. Was für ihn eins eine skurrile Welt war, die er mit nichts in der Wirklichkeit vergleichen konnte, rückt ihm der kommerzielle Gedanke immer mehr und schon fast zu viel in den Vordergrund. Die 280 Seiten sind nicht nur mit unglaublichen Aufnahmen von NK bestückt, sondern auch mit bekleidenden Texten, die hinter die Fassade des Festivals schauen.

Autor: NK Guy
Titel: Burning Man – Kunst und Kult
Verlag: TASCHEN
ISBN: 978 -3 – 8365 – 2339 – 4
Preis: 39,99
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

Lisa

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