Der große Lauschangriff mit izzy

Der große Lauschangriff mit izzy

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Die izzy-Lautsprecher-Familie von Philips lässt sich kabellos miteinander koppeln. Theoretisch kann man also den gleichen Song in verschiedenen Zimmern hören oder sich selbst einen Surround-Sound zu basteln.
Wir haben das Mutterschiff, den BM90, und zwei ihrer Kinder, die mittelgroße BM7B/10 und den kleineren Bruder, den BM6B/10 im Büro und versuchen herauszufinden, ob die kleine Family genug Qualität zusammenbringt, um uns zufrieden zu stellen.

Fangen wir an mit der Mutter namens Fidelio BM90.

SLEAZE + die izzy-Family
Kann das was?

Das Türmchen erinnert an den Monolithen aus 2001: Odyssee im Weltraum, nur etwas runder und – zum Glück – moderner. Es könnte aber wegen des Zierstreifens auch ein Designer-Abwasserrohr sein. Ästhetisch und minimalistisch steht es da mit seiner soliden Verarbeitung. Viele Knöpfe hat das Gerät nicht, die wurden auf die Fernbedienung verbannt. Davon bin ich persönlich kein Fan, weil ich diese ständig verliere, aber immerhin muss man nicht immer aufstehen.
Das BM90 hat einige Funktionen, die ihre Kinder nicht haben. Neben der Bluetooth-Grundausstattung frisst sie noch CDs, hat einen Timer und unter anderem – wie es sich für ein modernes Gerät gehört – sogar UKW (Ja genau, Ultrakurzwelle). Die Bluetooth-Anbindung machte keine Probleme, USB, CD und das Radio flutschten im Test wie Butter. Kommen wir also gleich zum wichtigsten Teil, dem Sound.

Wie klingt Mutter izzy?

Ganz ehrlich, eher mittelmäßig. Der Bass ist ein wenig schmal auf der Brust, also bestens geeignet, um den Hausfrieden mit en Nachbarn zu wahren. Nach oben im Frequenzspektrum wird es zwar besser, aber eine richtige Sound-Offenbarung ist sie nicht. Von dem Preis und der Größe des Towers wäre mehr möglich gewesen. Das Stereofeld ist aufgrund der Bauweise auch sehr mono-lastig. Man kann aber einen Chorus-Effekt mit der „Living Sound“-Taste erzeugen, was das Spektrum erweitert und den Sound deutlich unaufdringlicher und weniger nasal klingen lässt. Quasi eine Schnupfen-An-Aus-Taste.

Insgesamt doch nicht ganz so (quietsch)fidel, wie im Namen steht, aber auch weit weg davon, schlecht zu sein. Und vielleicht blüht die Mutti auch erst richtig auf, wenn sie im Kreise ihrer LIebsten ist. Daher schauen wir uns doch mal den Nachwuchs an.

izzy BM7B/10 anyroom

Diese kleine schwarze Kiste mit einem prominenten silbernen Bedien-Rädchen mit einer edlen weiß-illuminierten Umrandung, kommt ebenfalls recht unauffällig rüber. Für den Preis könnte es etwas selbstbewusster auftreten, man bezahlt ja auch sonst keine dreistellige Summe für ein Küchenradio.
Was können Bedienung und Klang? Bei der Bedienung kann man nicht viel falsch machen. Vier Knöpfchen und ein Drehrädchen sind eigentlich ziemlich idiotensicher. Naja, da bin ich wohl entweder doch ein größerer Idiot als ich aussehe, oder die kleine BM7B hatte im Test einige Bluetooth-Probleme. Bei Lautstärkeänderungen quittiert die Verbindung ihren Dienst und sich neu zu verbinden, ging oft gar nicht. (Hust… wir lieben Bluetooth… Hust!) Wenn es dann klappte (manchmal auch erst über ein Klinkenkabel), ist der Sound der kleinen Kiste dafür überraschend schön. Im unteren Bereich spielen runde Bässe, die Mitten und Höhen plärren nicht. Doch also mehr als ein Küchenradio und der Preis gerechtfertigter als gedacht.

Und wie schlägt sich der Kleinste, der BM6B, in unserer Runde?

Optisch ebenfalls wieder dezent steht er da. Wenn man von oben drauf sieht, erkennt sieht man die Ähnlichkeit zu seiner großen Schwester, da auch hier der weiße Ring zu finden ist (Der wird grün, wenn die beiden verknüpft sind). Ein wenig merkwürdig finde ich, dass die Box entgegen anderen portablen Speakern vertikal aufgestellt gehört. Da könnte sie schnell umkippen, wenn man ihr beim Abgehen versehentlich einen Tritt oder Stoß mitgibt. Auf der Seite liegend klingt das Ding auch nicht mehr so gut, weil ja dann die Membran verdeckt ist.

SLEAZE + die izzy-Family
Hübsch, kippt aber schnell um: der BM6B

Bluetooth-Probleme hatten wir kaum. Es verging zwar knapp eine Kaffeepause, bis das Teil erkannt wurde, dann lief es aber reibungslos und es gab keine Klangeinbußen.

Aber da sind wir ja beim Thema, dem Sound. Für seine Größe ist er insgesamt etwas schwach, da habe ich im gleichen Preis- und Größensegment schon mehr gehört. Druck untenrum kann er auch nicht aufbauen, da macht die Konkurrenz eher ihm Druck. Insgesamt tönt er etwas unausgewogen und zeigt die gleiche Schwäche wie die Restlichen Familienmitglieder, denn Alle klingen ein minimales Stück blechern. Das ist vielleicht der charakteristische Sound der izzys und auch nicht unangenehm, aber das haben die Jungs und Mädels von Philips schon mal besser hinbekommen.

Dafür funktioniert das Pairing hervorragend. Kurz den Master festgelegt und die anderen beiden als Slave gepolt – und alles leuchtet schön grün. Das bekommt jedes Kind auf die Reihe. Und so lässt sich gut kreativ werden und verschiedene Beschallungsräume basteln.

SLEAZE + die izzy-Family
Schickess Geschwisterpäärchen, oder?

Den Turm in die Ecke, den kleinen auf den Küchenschrank, das mittlere aufs Fensterbrett – wohin man will. Bis zu fünf izzy-Lautsprecher kannst du in deiner Butze unterbringen und parallel bespielen. Designtechnisch machst du auch nicht viel falsch, da die Boxen eher unauffällig-hochwertig gehalten wurden. Gut verarbeitet sind sie auch allemal.

Ob man nun dafür aber den aufgerufenen Preis einzeln oder für alle zusammen (das wären um die vier Ziffern!) bezahlen sollte? Ich weiß ja nicht. Da bekommt man besseren Sound für weniger Geld. Blendet man den Preis aber mal aus und du suchst eine intelligente Boxen-Familie, macht man mit den izzys nichts falsch. Im Gegenteil, da man weder Router noch App braucht, wird aus deiner Wohnung schnell ein Club! Für mehrere Floors mit unterschiedlicher Musik muss man die Teile allerdings seperat mit Klang versorgen, das geht nicht über die Pairing-Funktion.

Chris

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