Der beste Freund des Menschen: Bier

Der beste Freund des Menschen: Bier

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Dezember. Es ist saukalt und ständig dunkel. Dazu kommt die vorweihnachtliche Hektik, die dafür sorgt, dass man von der angeblichen Besinnlichkeit dieser Tage absolut gar nichts mitbekommt. Man könnte diese Zeit hassen, man könnte sogar in Depressionen verfallen. Doch man muss nicht. Denn auch in diesen schweren Momenten gibt es einen Freund, der immer da ist. Der einen an der Hand nimmt und durch diese düsterste Phase des Jahres führt. Der das Leben wieder lebenswert macht: Bier.

Neben all den genannten Eigenschaften hat Bier bekanntermaßen auch einen weiteren Effekt: Spätestens ab dem dritten redet man etwas mehr, als man sollte. Dabei vergisst man oft, dass das Gesagte gerne auch einen Sinn haben darf. Doch damit ist nun Schluss. Wir stellen heute drei Bücher vor, in denen es um Bier geht. Nie wieder stumpfsinnige Diskussionen am Tresen, stattdessen anregende, gehaltvolle Gespräche, die sich um das Lieblingsthema aller Anwesenden drehen. Was wie ein unrealistischer Traum klingt, wird – wie so oft – von SLEAZE möglich gemacht.

 

Marc Halupczok – 111 Gründe Bier zu lieben

111 GRÜNDE, BIER ZU LIEBEN - Marc Halupczok – 2D-Cover – highresDas Heineken unter den Bierbüchern. Beziehungsweise ein paar Kästen Heineken. Jeder der 111 Gründe ist dann eine Flasche – schnell getrunken, leicht, bekömmlich. Der Leser lernt in verschiedenen Kategorien so Einiges über sein Lieblingsgetränk – vieles davon ist interessant, manches wiederum so unnütz, dass man es garantiert nicht mehr vergisst. Das hilft bei unserem Ziel – der gehaltvollen Kneipendiskussion – natürlich enorm weiter. Ob Geschichte des Bieres, Brauprozess oder Bier und Kultur – zu jedem Thema kann man nach dem Lesen dieses Buches etwas beitragen.

Ähnlich wie bei 111 Heineken ist jedoch davon abzuraten, sich alle Gründe am Stück zu Gemüte zu führen. Aufgrund der Kürze der einzelnen Texte eignet sich dieses Buch vielmehr als Toilettenlektüre. Und das ist durchaus positiv gemeint, lässt einen eine schlechte Geschichte doch eher unzufrieden aus dem Bad zurückkehren, egal wie erfolgreich man sonst war.

Marc Halupczok, 111 Gründe Bier zu lieben, Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9,95 €.

 

Sylvia Kopp – Das Craft-Bier Buch

dascraftbierbuch_front_rgbDie großen Brauereien klagen seit Jahren über rückläufige Absatzmengen. Dass das allerdings nichts damit zu tun hat, das die Deutschen weniger Lust auf Bier haben, zeigt Deutschlands bekannteste Biersommelierin in diesem Buch. Denn außerhalb der etablierten Brauszene hat sich in den letzten Jahren auch in Deutschland eine immer weiter wachsende Gemeinde von Hobbybrauern entwickelt, von denen einige ihr Bier mittlerweile im großen Stil vertreiben. Dabei beschränken sie sich nicht auf die klassischen Sorten wie Pils, Export oder Helles, sondern experimentieren vor allem mit verschiedenen Hopfensorten.

Sylvia stellt eine Auswahl dieser Kleinbrauer vor. Ob in der Ödnis der bayrischen Rhön oder mitten in Berlin – überall werden diese „neuen“, interessanten Biere produziert und finden reißenden Absatz („neuen“ steht hier in Anführungszeichen, da es sich oft um Biere handelt, die es eigentlich schon lange gibt, die aber in Deutschland über längere Zeit hinweg nicht erhältlich waren). Dazu gibt es einen Abschnitt, in dem die einzelnen Sorten erklärt werden sowie eine Anleitung zum Selbstbrauen.

Wer sich für Bier als Genussmittel interessiert und es in all seinen möglichen Facetten kennenlernen möchte, kommt nicht drum herum, Craft-Bier zu versuchen. Und das dazugehörige Buch liefert den idealen Stoff für die dazugehörigen Gespräche am Tresen. Eine Gemeinsamkeit zwischen Bier und Buch: Es ist nicht ganz billig, lohnt sich aber auf jeden Fall.

Sylvia Kopp, Das Craft-Bier Buch, Gestalten, 35 €

 

Jürgen Roth – Die Poesie des Biers 2

Roth_Poesie_Cover_140923_RZB.inddVon den drei vorgestellten Büchern ist es das anspruchsvollste, aber auch das unterhaltsamste. Denn wie der Name schon sagt, geht es hier weniger um Fakten (trotz des umfangreichen Anhangs) als um Geschichten, von denen manche wenig bis gar nichts mit Bier zu tun haben, auch wenn es bei der Inspiration möglicherweise eine Rolle gespielt hat („Ich könnte mir gut vorstellen, Weihnachten mit Katrin Müller-Hohenstein zu verbringen“).

Das Gespräch in der Eckkneipe hebt Jürgens Poesie auf ein ganz anderes Niveau. Denn es geht nicht mehr nur um das Bier an sich, sondern um seinen Einfluss auf das Leben. Daran, dass dies ein ausgesprochen positiver ist, lassen seine Geschichten keinen Zweifel. Sei es nun der Dialog mit dem griechischen Wirt seiner Stammkneipe oder der eindrucksvolle Augenzeugenbericht vom Seniorentanz in einem Hanauer Möbelhaus – das Buch macht von Anfang bis Ende Spaß.

Jürgen Roth, Die Poesie des Biers 2, Oktoberverlag, 17,90 €.

Simon

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