Der Anti-Film-Monat August

Der Anti-Film-Monat August

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August, Sommer. Du kennst das: Zwischen Sommerurlaub (für die mit Geld), am See chillen und lauen Abenden im Park denkt eigentlich niemand groß an Kino. Kino, das ist doch was für verregnete Januar-Abende, wenn es eh immer trübe ist draußen.

Naja, Moment, Sommerkino gibt es schon. Zum Einen die saisongerechten Open-Air-Kinos, und im gewöhnlichen Multiplex deines Vertrauens laufen selbstverständlich die ganzen „Ich-schalt-den-Kopf-ab-und-fummel-mein-Date-an“-Sommerblockbuster. Die gibt es auch dieses Jahr wieder, so zum Beispiel den lang erwarteten Suicide Squad.

DVDs aber? (Fast) Fehlanzeige. Deswegen hat dein geliebtes SLEAZE, ökonomisch wie eh und je, dieses Mal die Kino- und DVD-Vorschau für den kommenden Monat August einfach kombiniert. Scrollst du aber ganz runter in diesen Schau-Tipps, so findest du als letztes dann doch noch eine DVD. Hier dein Programm für den August:

4. August

Collide: Feuchte Autobahn-Träume aus Amerika: Der komplett in Köln und Umgebung gedrehte und spielende Hollywood-Film zeigt vor allem Rasereien ohne Tempolimit. Für Amerikaner anscheinend der Himmel.

Der Film wartet mit aktuell heißen Stars wie dem aus Mad Max: Fury Road bekannten Nicholas Hoult und Felicity Jones (The Theory of Everything) auf. Aus dem Darsteller-Ensemble noch am ehesten überzeugen kann Ben Kingsley als schmieriger Trailer-Trash-Gangster („Was willst du? Nutten, Koks?“). Für alle, die auf zerstreuende Action mit fetten Schlitten stehen.
Hier findest unsere ausführliche Kritik der Raserei.

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Ben im Paradies Wohnwagen

Maggie‘s Plan: Maggie ist irgendwo knapp jenseits der 30 und hat einen Plan: Sie möchte ein Kind bekommen, sich dabei jedoch nicht von einem Mann abhängig machen. Selbst ist die Frau und das klappt zunächst auch ganz gut. Aber das Leben durchkreuzt verlässlich Pläne. So taucht Ethan Hawke (Good Kill) auf und erobert Maggies Herz. Auf den zweiten Blick bringt der zunächst so perfekt scheinende, gebildete und liebevolle Ethan jedoch auch einiges an Problemen mit sich. Ein neuer Plan muss also her!

Greta Gerwig (Frances Ha) spielt Maggie, die sich in der Intellektuellen- und Universitäts-Szene von New York bewegt. Der Film ist ein moderner Woody-Allen-Streifen, dessen Genuss sich deutlich erhöht, wenn man Köpfchen hat. Dann folgt aber gute Unterhaltung, die auch demonstriert, dass schlaue Menschen ganz normale Probleme haben.

Ghostbusters: Über den Film muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden: Ghostbusters gab es einst anno 1984, er wurde ein Kultur-prägender Film, dessen Catchphrases in den allgemeinen Sprachgebrauch eingingen („Who you gonna…“). Damals spielten mit Dan Aykroyd und Bill Murray beliebte Komiker der 80er mit.

Nun kamen gewitzte Hollywood-Macher auf die kreative Idee, den Film ausschließlich mit weiblichen Darstellern zu besetzen, unter anderem Melissa McCarthy (Bridesmaids) und Kirsten Wiig (The Diary of a Teenage Girl).

Der Presserummel war garantiert, da einige die Idee gut fanden, andere so gar nicht und in Fan-Foren und den üblichen Meinungs-Ablad-Plätzen gegen die Neubesetzung wetterten. Auch eine Möglichkeit, Publicity zu erzeugen für eine Fortsetzung, die die Welt nicht unbedingt braucht. Was draus geworden ist, kannst du jetzt selbst feststellen.

11. August

Jason Bourne: Mit dem ersten Teil der Bourne-Filmreihe, Die Bourne Identität von 2002, wurde das Actionkino zwar nicht revolutioniert, doch der Film konnte durchaus überzeugen: Matt Damon spielte die Kampfmaschine ohne Erinnerung, die trotzdem reflexhaft unbesiegbar war. Paul Greengrass führte hier und bei den folgenden zwei Teilen Regie und konnte das dynamische Geschehen gut einfangen.

Jetzt wird‘s kompliziert: Man hätte das Ganze als Trilogie stehen lassen können, doch Hollywood entschied sich, zunächst einen vierten Teil mit neuem Hauptdarsteller Jeremy Renner (The Hurt Locker) und neuem Regisseur zu drehen.

Jetzt kommt allerdings der – je nach Zählweise – fünfte oder vierte Teil heraus, wieder mit den ursprünglichen Leuten, also Matt und Paul. Jeremys Charakter kommt in diesem Teil nicht vor, es steht aber die Möglichkeit eines Crossover-Films zwischen beiden Charakteren in der Zukunft im Raum, oder aber eine bloße Fortsetzung des vierten Teiles. Verwirrt? Das passiert schnell mal in den Fortsetzungsorgien der letzten Jahre (Sequel, Prequel oder Stand Alone? Ach ne, Origins!). Einfach diesen sicherlich guten Bourne-Teil anschauen und abwarten, was die Traumfabrik als Nächstes produziert.

18. August

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Das echte Leben?

In Captain Fantastic: Einmal Wildnis und zurück (Danke für diesen deutschen Zusatztitel!) spielt Viggo Mortensen (Der Herr der Ringe, A History of Violence) einen ehemaligen College-Professor und Großfamilien-Vater, der seine Kinder abseits unserer Kultur hat aufwachsen lassen. Wie funktioniert das? Autark leben auf dem Land und statt Internet und Fernsehen gibt es Klassiker der Weltliteratur zu lesen oder man beschäftigt sich miteinander oder macht draußen reale Dinge (Holzhacken, Wandern, baden gehen). Völlig aus der Zeit gefallen also!

Der Stein der Handlung kommt ins Rollen, als die ganze Sippe dann doch mal in die böse Welt da draußen reisen muss (d.h., unsere Welt!). Herrlich skurril, wie Viggo seine Kinder auf das zu Erwartende vorbereiten möchte. Definitiv ein interessanter Streifen zum Thema Aussteigen, mit Viggo perfekt besetzt.

Suicide Squad: Einer der meisterwarteten Filme des Jahres! Suicide Squad vereint einen Knaller-Cast: Margot Robbie (The Wolf of Wall Street), Will Smith (Hancock), Supermodel und „Miss Auge“ Cara Delevingne (Paper Towns) sowie Jared Leto (Requiem for a Dream). Regie führt David Ayer, der schon den Super-Kriegsfilm Fury mit Brad Pitt machte und das Drehbuch zu Training Day mit Denzel Washington schrieb. Was kann da noch schiefgehen? Hoffentlich nichts!

Die Story der Comicverfilmung ist schnell erzählt: Die oben genannten spielen Superschurken, die bereits im Hochsicherheitsknast sitzen. Als andere Mittel versagen, setzt die US-Regierung sie jedoch als Team ein, um einem anderen Mega-Bösewicht das Handwerk zu legen. Dieser Streifen vereint hoffentlich die rotzige „Ich-gegen-den-Rest-der-Welt“-Einstellung von Deadpool mit einem abwechslungsreichen Ensemble à la Avengers. Einzig das PG-13-Rating in den USA lässt befürchten, dass hier Sex und (grafische) Gewalt ein wenig zugunsten eines größeren Publikums zurückgeschraubt wurden.

25. August

The Shallows: Gefahr aus der Tiefe: Sexbömbchen Blake Lively (Gossip Girl, Savages) kämpf in diesem Trash-Popcorn-Film als Surferin gegen einen Hai. Dabei wird sie emotional und körperlich bis zum Äußersten getrieben und trägt einen sexy Neoprenanzug, der Genre-typisch im Laufe des Films noch in Stücke gerissen wird. Klingt nicht besonders, ist in diesem Fall aber anschaubar.
Hier geht’s zu unserer Langvorstellung dieses Titels.

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Blake – sogar ohne Anzug

The Mechanic 2: Resurrection: Jason Statham als Transporter Mechanic: Der Auftragskiller kehrt zurück, da er gezwungen wird, erneut Morde zu begehen. So wird eine Fortsetzung möglich. Noch dabei sind Jessica Alba (Sin City) sowie Tommy Lee Jones (No Country for Old Men). Mit Jason ist Actionfilmgenuss eigentlich seit jeher garantiert. Bei ihm wissen die Zuschauer, was sie kriegen.

Monatsvorschau August DVD:

4. August

The Bronze: In der Komödie wird eine ehemalige olympische Bronzemedaillen-Gewinnerin portraitiert, die nie so ganz in den Post-Olympia-Alltag zurückgefunden hat und sich für etwas Besseres hält. Eine Wichtigtuerin fast ohne Grundlage für ihr Wichtigtun also.

Die Gymnastin mit schweren Starallüren spielt Melissa Rauch, die vor allem als Bernadette bekannt sein dürfte, die Freundin von Howard Wolowitz aus The Big Bang Theory. Sie schrieb auch gemeinsam mit ihrem Ehemann das Drehbuch des von den Duplass-Brüdern (The Puffy Chair, Safety Not Guaranteed) produzierten Films. Mainstream-Independent-Kino aus Amerika also.
Und zu unserer SLEAZE-Besprechung des Filmes um das kleine Energiebündel geht es hier: Kleine Lady, ganz große Klappe.

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