Dein DVD- und Netflix-Guide für den März

Dein DVD- und Netflix-Guide für den März

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Faule Leute kennen das Problem: Der Weg zum Kino ist weit, eventuell sogar mehr als zwei Busstationen. Zuhause wartet sowieso ein fettes Heimkino-System und dein Sofa zwinkert dir schon beim Reinkommen vielsagend zu. Und Bewegung wird von vielen auch generell als eher anstrengend empfunden. Was liegt da näher (ganz wörtlich gemeint), als sich im Heimkino entweder die neuesten DVDs respektive Blu-rays reinzuziehen oder aber das Ganze in der gestreamten Variante zu genießen. Falls auch du dich in dieser Beschreibung wiedererkannt hast, kommt hier unser Guide für den März, wie immer für Netflix- und DVD-Releases.

Netflix-Guide


7. März

Amy Schumer – The Leather Special

Amy erklärt wie immer das Leben!

Die geniale Komikerin Amy Schumer bringt ein neues Special an den Start. Und ja, wie nebenstehendes Foto erkennen lässt, steht Amy in The Leather Special im Ganzkörper-BDSM-Outfit auf der Bühne! Lustig! Doch auch passend zu klassischen Amy-Themen wie Sex, merkwürdigen Körpern und anderweitigen Peinlichkeiten und Geheimnissen. Wie jeder gute Comedian macht Amy vor nichts Halt und hat vor nichts Respekt. Gut so! Und eigentlich nichts Neues für Stand-Up-Comedians, außer, dass es vor Amy (und anderen!) ja schlicht noch nicht so viele weibliche Exemplare dieser Gattung gab, die größere Berühmtheit erlangten. Tipp! (Und wer bisher noch gar nichts von Amy mitbekommen hat, schaue sich erstmal Inside Amy Schumer an!)

10. März
Love – Staffel 2

Die Netflix-Eigenproduktion Love polarisierte letztes Jahr bei ihrem Erscheinen, wird doch eine durchaus provokante Story erzählt: In ihr kriegt nämlich ein Nerd das hübsche Mädchen ab, um es mal ganz verknappt auf den Punkt zu bringen. In Staffel 1 umschwärmten sich die abgebrühte, doch auch oft ganz schön impulsive und selbstzerstörerische Mickey (Gillian Jacobs) und die männliche Hauptrolle Gus (Paul Rust) bis zum Staffelende. Sie führten das, was man wohl als On-Off-Beziehung bezeichnet. Gerade der oft ein wenig unbeholfen und tolpatschig wirkende Gus war dabei alles andere als dein klassischer romantischer Leading Man. Aber Nerds sind ja inzwischen cool, oder?

Love ist ein Produkt der Comedy-Schmiede von Judd Apatow, der in den Nuller Jahren für etliche Kult-Kinokomödien verantwortlich war und auch eine ganze Schar (vorwiegend männlicher) Schauspieler berühmt machte (u.a. Seth Rogen und Jason Segel). Doch nicht jede Judd-Produktion traf in den letzten Jahren ins Schwarze, so z.B. Immer Ärger mit 40. Und Love? War auf alle Fälle ok, und auch die zweite Staffel lohnt es sicherlich auszuchecken.

31. März

The Discovery

Und ab ins nächste Leben!

Ein Netflix-Kinofilm, der straight vom Sundance-Filmfestival den Weg auf deinen Smart TV oder Laptop findet! Bei Discovery handelt es sich um einen dieser Filme, über den man vorab eigentlich gar nicht zu viele Worte verlieren sollte. Grob gesprochen bewegen wir uns in den Genres Mystery oder Horror. Angenehmerweise geht es jedoch nicht um Monster, Zombies, Geister oder ähnliches: Robert Redford spielt einen Wissenschaftler, der eine Entdeckung (englisch: discovery) gemacht hat. Und was für eine: Es gibt ein Leben nach dem Tod. Bämm!

Und nicht nur diese Prämisse überrascht, sondern auch, wie es dann in Discovery weitergeht: Ganz viele Leute begehen weltweit Selbstmord. Super! Doch, wie einleitend bemerkt, ist es wohl besser, dies zu sehen und nicht zu spoilern. Nur so viel: Die Frage nach dem, was danach kommt, ist selbstverständlich wohl eine der quälendsten der Existenz. Nicht zuletzt haben sich ja genau darauf Religionen gegründet. Und als Film-Thema kommt das gut, denn die üblichen Horrorfilm-Formeln sind ja wahrlich schon oft genug durchgekaut worden. Hast du also statt der x-ten Genrevariation lieber Lust auf was ganz Neues, dann entdecke Discovery.

Trailer Park Boys – Staffel 11

Die mittlerweile 11. Staffel der unglaublich lustigen White-Trash-Mockumentary-Serie. Die Trailer Park Boys haben eine lange Geschichte hinter sich: Ursprünglich wurde die Fernsehserie nach der 7. Staffel 2007 beendet, geplant und nach einem erfolgreichen „Run“. Ein durchaus organisches Ableben für eine Serie in einem guten Alter. So richtig konnten aber Macher und Fans dann doch nicht loslassen, und so folgten in unregelmäßigen Abständen Kinofilme.

Älter und kein bisschen weiser: die Gang

Die nächste Wendung in der Story um Ricky, Julian und Bubbles kam dann in Form von streaming Netflix daher: Die Firma sicherte sich die Rechte an der „Property“ und legte das Ganze als Serie wieder auf. So startete im September 2014, also sieben Jahre nach Serienende, die 8. und nächste Staffel. Die Schauspieler waren – klar – in den sieben Jahren beträchtlich gealtert. Auch Netflix setzte und setzt weiter auf noch mehr Trailer Park Boys, brachte beispielsweise letztes Jahr im Herbst Trailer Park Boys Out of the Park: Europe heraus, einen achtteiligen Ableger. Und über die 11. Saison muss man echt kein Wort mehr verlieren. Bist du der absolute Hardcore-Fan, dann schau hier rein! Irgendwann reicht’s vielleicht auch! 😉

DVD- und Blu-ray-Guide

9. März

Joshy – Ein voll geiles Wochenende

Nachdem man schnellstens den deutschen Zusatztitel vergessen haben sollte, gibt es mit Joshy einen Straight-to-DVD-Release einer Komödie, die in Deutschland wohl leider ziemlich untergehen wird. Das ist schade, denn Joshy ist sicherlich einer der besseren lustigen Filme dieses Jahres. Halte die Augen auf für eine ausführlichere Besprechung demnächst hier in diesem Magazin namens SLEAZE.

Joshy könnte man eine Kifferkomödie oder einen Jugendfilm nennen, sieht man mal davon ab, dass alle Schauspieler eher so um die 30 sind. Du hast richtig vermutet: Die Figuren in Joshy sind nie so richtig erwachsen geworden und liegen damit voll auf Linie mit der Zielgruppe des Films! Darüber hinaus haben wir es hier fast mit einem Allstar-Film komödiantischer Schauspieler zu tun. Allerdings mit namentlich eher unbekannten Rollenspielern aus guten Comedy-Serien der letzten Jahre wie Bored to Death (Jenny Slate), Another Period (Brett Gelman) oder The League (Nick Kroll). Auch Hauptdarsteller Thomas „Joshy“ Middleditch könnte aufmerksamen SLEAZE-Lesern beispielsweise aus dem letztjährigen The Bronze bekannt sein. Alle diese Namen sagen dir nichts? Kein Problem, dann schau dir Joshy an! 🙂
Und hier geht’s zur ausführlichen Rezension des Spaßes.

16. März

The Night of – Die Wahrheit einer Nacht

„Außer der Reihe“ hier ein Serienstart: Mit The Night of kommt eine vielversprechende Miniserie in Deutschland für das Heimkino heraus. Miniserien könnte man ja eher als von Anfang an auf eine Saison beschränkte Serien beschreiben und daran ist auch nichts verkehrt, nahm doch die Qualität etlicher guter Serien in der Vergangenheit nach der ersten Staffel rapide ab. Kein Wunder, wer plant schon länger als eine Saison im Voraus? (Antwort: natürlich George R.R. Martin!)

Noch vor dem Sturm: Riz

Wie dem auch sei, für The Night of haben sich der wunderbare John Turturro (Plötzlich Gigolo) sowie Riz Ahmed, zuletzt in Star Wars: Rogue One zu sehen, vor der Kamera zusammengetan. John spielt einen Anwalt, Riz den Mordverdächtigen, mit dem John beruflich zu tun bekommt. Die spannende Krimiserie beleuchtet den Gerichtsprozess und die Zustände in Gefängnissen in den USA. Noch dazu ist Riz pakistanischer Einwanderer und wird daher entsprechend anders behandelt. Stichwort: Rassismus und Islamophobie. Hinter den Kulissen verantwortlich ist als Serienschöpfer mit Richard Price u.a. auch ein früherer The Wire-Macher. Tipp!
Noch interessiertere LeserInnen finden hier die offizielle SLEAZE-Besprechung der Serie.

23. März

Dirty Cops: War on Everyone

Mit Dirty Cops gibt es den Heimkino-Start eines coolen Retrostyle-Films, der durchweg glänzend unterhält! Entfernt an Tarantino erinnernd (obwohl wahrscheinlich kein Vergleich in den letzten 20 Jahren mehr bemüht wurde!), überzeugt DC durch ein super Chaoten-Polizisten-Team, bestehend aus Alexander Skarsgård (True Blood) und Michael Peña (Fury): Alexander groß, blond, stets hart saufend und zuschlagend, Michael dagegen mit Familie, auch mal bedacht, doch er hat es ebenso faustdick hinter den Ohren. Und die Chemie zwischen den beiden stimmt, was im aktuellen Kino bei Weitem keine Selbstverständlichkeit ist.

Darüber hinaus gibt es noch viel Drogen, Sex, Gewalt und weiteres schräges Zeug, cool gemacht und immer stylish, ob jetzt in den Klamotten, Dialogen oder dem Filmstil. Solche Streifen könnte es mehr geben, denn der gute Quentin hat hier sicher noch nicht alles Mögliche rausgeholt, so formidabel seine Werke auch sein mögen. Tipp!
Und hier geht’s zur Rezension der locker-leichten Komödie: Existentielle Leichtigkeit: Dirty Cops.

27. März

Kreisrunde Logiken, temporal wirksam.

Arrival

Mittlerweile ist es ja so, dass wenn man ins Kino geht, um einen Science-Fiction Film zu sehen, immer das Gefühl hat, das alles schon mal gesehen zu haben. Da ist es dann mal wieder richtig schön, einen Film wie Arrival zu sehen. Gedreht von Mastermind Denis Villeneuve, der bereits Goldstücke wie Enemies oder Sicario veröffentlicht hat, bringt der endlich wieder frischen Wind ins Genre.

Die Handlung dreht sich um die Ankunft außerirdischer Raumschiffe auf unserem blauen Planeten. Aber anstatt, wie üblich, einen alles vernichtenden Krieg mit den Aliens zu beginnen, schickt man eine Linguistin, gespielt von Amy Adams (American Hustle) und einen Physiker, übernommen von Jeremy Renner (The Hurt Locker), um mit ihnen zu kommunizieren und den Grund für den Besuch zu erfahren. Also macht sich das Team daran, die komplexe, unbekannte Sprache der Besucher zu lernen, was zu einem Rennen gegen die Zeit wird.

Der Film sieht fantastisch aus, hat eine coole Story und das Spiel von Amy Adams haut einen echt um. Das einzige Problem des Films ist Jeremy Renner, dem man die Rolle des Physikers nach den Avengers-Filmen einfach nicht abnehmen kann. Aber ansonsten ist er den Kauf der DVD absolut wert!

Robert & Simon (Arrival)

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