Das Wiesel

Das Wiesel

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SLEAZE.wiesel-fitzek-passagier23.2Der Polizeipsychologe Martin Schwartz hat sich geschworen, nie wieder ein Kreuzfahrtschiff zu betreten. Denn von einem solchen ist vor Jahren seine Frau in den Tod gesprungen, nachdem sie den gemeinsamen Sohn von Bord warf. Doch dann erhält er ausgerechnet von diesem Schiff aus einen Anruf einer Rentnerin. Einige Wochen davor ist ein Mädchen verschwunden – Selbstmord ist die offizielle Version. Doch nun ist es wieder aufgetaucht – mit dem Teddy von Martins Sohn im Arm…

Die wenigsten würden es zugeben, aber Statistiken zeigen, dass mindestens jeder zweite Mensch schon mal versucht hat, ein Wiesel zu fangen. Doch nur ganze 3% schaffen es tatsächlich, ein solches Tier zu fassen zu kriegen. Das liegt an dessen einzigartigem Laufstil. Es ist extrem schnell, und wenn man gerade glaubt, man bekommt es zu fassen, ändert es abrupt die Richtung und man greift ins Leere.

Ungefähr so schreibt Sebastian Fitzek. Quasi von der ersten Seite an wird Spannung aufgebaut, die verschiedenen Handlungsstränge schlagen alle ein ordentliches Tempo an und nehmen – genauso wie die übergeordnete Geschichte – ständig unerwartete Wendungen.

Passagier 23, sein neuestes Werk, macht da keine Ausnahme. Nach einem Ausflug in das Genre der Dystopie (Noah) kehrt Sebastian hier zu seinem „Kerngeschäft“ zurück, dem Thriller. Und wie immer schafft er es, den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Eine dämliche Formulierung, aber sie trifft zu.

Wenn man schon einige Bücher von Sebastian Fitzek gelesen hat, kommt man nicht drum herum, ein gewisses Schema zu erkennen, nach dem er seine Geschichten erzählt. Doch das macht sie nicht weniger spannend, denn selbstverständlich kennt auch er dieses Schema und macht es sich anscheinend zu Nutze, um mit den Erwartungen der Leser zu spielen. Und anders als zum Beispiel Dan Brown schafft er es auch, die einzelnen Figuren jedes Mal aufs Neue authentisch und einzigartig zu zeichnen.

Sebastian Fitzek ist der beste deutschsprachige Autor für spannende Literatur – dieser Meinung war ich schon vorher, und Passagier 23 hat mich in dieser Ansicht bestätigt.

Simon

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