Das Tijuana des Ostens

Das Tijuana des Ostens

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Warum ihr unbedingt nach Słubice fahren solltet Warum in die Ferne reisen, wenn das Gute doch so nah liegt, haben wir uns gedacht. Słubice ist die Partnerstadt von Tijuana (ehrlich) und lockt mit Sex, Drogen und den besten Fälschungen nördlich des Erzgebirges. Der Ausflug zum Polenmarkt sorgte in der Redaktion für Abwechslung vom Golfen oder Autos anzünden.

Sämtliche Mitarbeiter in zwei Autos gestopft und Richtung Polen gefahren. Dank Navigationsgerät und riesigen Autobahnschildern haben wir uns auch nur einmal verfahren. Damit ihr in denselben Genuss kommt, gibt es hier den ausführlichen Polenmarkt-Słubice-Reiseführer.

Anreise:

Słubice liegt ca. 100 km von Berlin entfernt. Entweder ihr schwingt euch in euer (hoffentlich nicht zu teures Auto) und fahrt gen Polen oder ihr nehmt die Bahn. Die braucht ungefähr 120 Minuten. Wieviel es genau kostet, weiß man bei der Bahn nie.

Unterkünfte:

Warum wollt ihr dort schlafen? Die Sehenswürdigkeiten rechtfertigen eine Nacht nicht und für Sex braucht ihr keine Ferienwohnung.

Słubice

Słubice selbst scheint nur aus Zigarettenshops, Nachtclubs, Friseuren, Zahnärzten und Kaufhallen zu bestehen.

Die Nachtclubs heißen vorzugsweise „Michelle“, das wirkt auf Männer anscheinend erotisierend.

Einige Nutten stehen schon tagsüber am Waldrand, was wirklich Schlimmes für ihre Gesundheit vermuten lässt.

Nachts treffen Nutten und Freier am Autohof zusammen.

Die Stimmung gegenüber den Deutschen ist unterdurchschnittlich freundlich, was wir gut verstehen können. Die hässlichsten Deutschen, die wir je gesehen haben, sahen wir auf dem Polenmarkt.

Natur

Die Oder trennt Słubice bekanntermaßen von Frankfurt/Oder. Und deren Ufer sind wirklich wunderschön. Aber ernsthaft: Wer fährt wegen der Natur nach Słubice?

Polenmarkt

Dort treffen die hässlichsten Deutschen (ja genau, die von oben) und die unfreundlichsten Polen aufeinander und sorgen für eine unvergleichliche Stimmung.

Von außen sieht der Markt wie Wellblechhütten aus den Slums aus. Von innen riecht es streng nach Essen und undefinierbarem Ekel.

Unbedingt solltet ihr bei den verschiedenen Parfüm-Ständen vorbeischauen. Lasst euch nicht vom strengen Geruch abschrecken. Ihr werdet belohnt mit den besten Fälschungen des Landes. Das Parfüm Jurp steht neben dem Parfüm Fahneneid und neben Bruni Banal.

Die ausgefeilten Marketingsprüche der blondierten Verkäuferinnen (Willstu riechen) verführten auch unsere Juju zum Kauf von Lacrosse. Juju sagt dazu: „Mein Lacrosse-Parfüm riecht zehn Minuten lang wie eine polnische Nutte, danach GAR NICHT mehr.“

Ganz wichtig ist auch die Tierabteilung. Viele kleine Kätzchen und Hundewelpen liegen in Pappkartons und warten auf dickliche Deutsche. Die Kleinlichen unter euch stört es vielleicht, dass die Tiere erst drei bis vier Wochen alt sind. Oder auch krank sind. Oder komplett zugekackt, halbverdurstet und halbtot. Aber Spielverderber gibt es immer. Lasst euch nicht abhalten, dort einen Vierbeiner zu kaufen. Ansonsten bricht der Schwarzmarkt der Tierzüchter zusammen. Und wo soll dann der dickliche Deutsche seinen Rassehund herbekommen.

 

Ed Hardy. Dort gibt es alles von Ed Hardy. Ed Hardy-Uhren. Ed Hardy-Schlüpfer. Ed Hardy-Wodka. Ed Hardy-Autoerfrischer. Ed Hardy-Parfüm. Ed Hardys.

 

Machen wir uns nichts vor: Słubice – und damit auch der Polenmarkt selbst – liegen quasi mitten in Brandenburg. Die Grundsätze von Angebot und Nachfrage gelten auch dort. Das erklärt die unglaublichen Mengen an Thor (oder Tor, Dhor, Torm, Tho, usw) Steinar (oder Stein, Sten, Steine, Steina usw.) Bekleidung. Wer also etwas Schönes für einen rechtsradikalen Freund sucht, wird auf jeden Fall fündig. Es muss ja auch nicht unbedingt Kleidung sein. Eine schnittige Landser-Uhr macht im Wohnzimmer auch was her.

 

 

Das waren die interessanten Dinge, die man VOR dem Ladentisch bekommt. Selbstverständlich gibt es noch einen Markt „hinter“ dem Markt. Falls ihr einigermaßen kriminell (übersetzt also vertrauenswürdig) ausseht, werdet ihr keine Probleme haben, an Medikamente, Drogen usw. zu kommen. Wir wollten nicht übertreiben und versuchten es mit Viagra und Cialis.

 

Nachdem unser Kameramann dezent bei einem Medikamentenstand nachfragte, wurde er in dunkle Hinterräume geführt und bekam ein buntes Angebot vorgeführt. Er blieb hart (ha ha ha) und nahm nur die Cialis mit.

 

Beim nächsten Besuch fragen wir mal nach Pferdesex und LSD-Kuchen.

 

FAZIT:

 

Als Tages-Trash-Ausflug mit mehreren Personen wirklich zu empfehlen. Seid vorsichtig, wenn ihr auf dem Polenmarkt fotografieren wollt. Das finden die Verkäufer nicht wirklich lustig und werden irgendwann grantig. Zählt immer euer Wechselgeld nacj und denkt daran, nicht alles ist ein Schnäppchen. Trotzdem findet ihr dort eine Menge Kram, den kein Mensch braucht, ohne den ihr aber auf keinen Fall weiterleben wollt.

 

Yanahs Polenausbeute (nicht nur vom Polenmarkt):

 

2 beleuchtete Haarreifen

 

2 pinkfarbene Männerschlüpfer

 

1 Flasche Wodka

 

1 Stange Zigaretten

 

viele Dosen Energy

 

1 Hundebett

 

Schmerztabletten

 

2 Walkie Talkies

 

Mehrere Verwünschungen bis zum Urenkel

 

Abnehm-Pillen

 

Viel Spaß in Polen wünschen euch Yanah und der Rest der SLEAZELs

Hier unser Reisebericht noch in bewegten Bildern:

 

Kamera, Schnitt und technisches Huiuiuiu: Rene Eckstein

Frau vor der Kamera, seltsame Frisur und Outfit, Brüste: Juju Prasse

 

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