Das hässliche Tier: schöne blaue Ringel, aber trotzdem Single

Das hässliche Tier: schöne blaue Ringel, aber trotzdem Single

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Für jeden Topf gibt es den passenden Deckel. „Stimmt nicht!“ werden jetzt alle rufen, die schon mal in einer WG lebten oder ihren gesamten Haushalt von den „Zu-Verschenken“-Kisten deutscher Großstädte zusammengesammelt haben.

SLEAZE + blaugeringelter Kraken
Foto: Rickard Zerpe / Model: Blaugeringelter Kraken

Dennoch hat sich dieses dämliche Sprichwort in das kollektive Bewusstsein der romantisch Ungebundenen eingebrannt und sie kramen und wühlen, was das Zeug hält, um diesen verdammten Deckel zu finden.

Wenn es dir ähnlich geht, dann haben wir einen guten Tipp für dich: Schau doch mal weiter unten nach! Nein, nicht in dieser mysteriösen Schublade unterhalb des Ofens, sondern unter dem Meeresspiegel.

Dort gibt es noch zahlreiche ungeliebte Lebewesen, die ebenfalls nach ihrem Deckel suchen. Wobei das Prinzip von Kochtöpfen im subnautischen Bereich eher unbeliebt, wenn nicht sogar (aufgrund der hohen Feuchtigkeit unter Wasser) verpönt ist.

Deshalb möchten wir dir gerne einen dieser feuchten Vertreter zum Verlieben vorstellen. Vorhang auf für einen Herrn der Göttergattung Blaugeringelter Kraken!

Nick: Ringelsöckchen
Name: Blaugeringelter Kraken / Hapalochlaena
Geschlecht: Männlich
Beruf / Beschäftigung: Streifenpolizist der Unterwasserpolizei Atlantis
Wohnort: 50 Meter unter dem Meeresspiegel des Südchinesischen Meeres
Größe: 20 Zentimeter
Hobbys: Engkörpertanz, Kuscheln
Motto: Lieber (ein) Arm (mehr) dran als Bein ab

Kurz etwas zu meiner Person:

Hallöchen! Danke, dass du auf meinem Profil vorbeischaust! Leider ist Dating hier unter Wasser etwas schwierig, selbst für einen so herausstechenden Kraken wie mich. Daher wollte ich es mal online probieren. Liegt hauptsächlich daran, dass man hier unten kaum sprechen kann, wegen diesem ganzen verdammten Wasser und so.

Ach, das sollte übrigens kein Problem sein für dich mit dem Wasser, draußen kann ich nämlich noch weniger sprechen. Da sterbe ich dummerweise. Das ist so ein kleiner Nachteil von uns Kreaturen der Meere. Außer von diesen elenden, arroganten Schildkröten!

Aber ich schweife ab, ich wollte dir ja von mir erzählen. Was gibt’s da schon groß zu sagen? Ich würde mich als durchschnittlich aussehend beschreiben: klein, riesige Glubschaugen, acht Arme und scheiß auffällig fluoreszierende blaue Kreise auf der Haut.

Ach ja, und falls ich dich aus Versehen mal beißen sollte, gehst du mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit drauf. Ich bin gesetzlich leider verpflichtet, dir zu sagen, dass ich ein tödliches Nervengift in mir trage, dass dich lähmt und erstickt. Wortwörtlich ganz schön nervig…
Hab da schon schlechte Erfahrungen gemacht, daher sollten wir es, falls es denn so weit kommt, im Bett nicht zu wild treiben. Ein bisschen kinky darf es aber schon werden, wozu hat man denn sonst so viele Arme.

Außerdem bin ich Polizist, du solltest damit also auch lieber kein Problem haben. Sonst spürst du die langen Arme des Gesetzes haha! Nein kleiner Kraken-Spaß, ich wurde vom Stadtrat von Atlantis (klingt cooler, als es ist, im Grunde nur ein paar alte Steine und mies gelaunte Muscheln) aufgrund meines angeborenen Blaulichts (die schicken Ringel auf mir fangen bei Gefahr an zu leuchten) auf meinem Körper dazu verdonnert, für Recht und Ordnung zu sorgen.

Wen ich suche:

Ich suche einfach jemanden, mit dem ich blaumachen kann. Um den ich meine acht Arme wickeln und aus dem tiefsten Inneren meiner drei Herzen lieben kann. Jemanden, der keine Angst davor hat, dass einem eventuell das Zwerchfell aufgrund einer Tetrodotoxin-Vergiftung gelähmt wird. Aber vor allem jemanden, der entweder Kiemen oder ein Aquarium zu seinem Besitz zählt. Schlichte (blaugeringelter) Kraken-Wünsche einfach…

Falls du Kinder haben möchtest, dann wird das aber leider nichts mit uns. Der Haken des Kopffüßler-Lebens ist nämlich, das wir Männchen nach der vollzogenen Paarung leider sterben. Daher können wir „es“ also nie so richtig zu Ende bringen. Aber glaub mir, das sollte wenigstens für dich kein Problem sein! Let’s get wet!

Ich sehe ein, das sind schon ein paar Voraussetzungen. Aber wenn du sie erfüllen kannst, dann zögre nicht und melde dich bei mir so schnell kannst!

 

Weitere Infos:

Bei Interesse kannst du Kontakt aufnehmen unter der Chiffre „Tentakel-Spektakel“ mit einer Mail an danilo@sleazemag.de.

Wir haben die Rubrik „Das hässliche Tier“ ins Leben gerufen, weil Ungerechtigkeit herrscht – wieder einmal. Die süßen, ach so knuffigen Tiere werden häufiger erforscht als die Einäugigen, Zweinasigen, Dreibrüstigen. Das muss nichts Schlechtes sein. So landet man auch seltener im Tierlabor.

Ungerecht ist es trotzdem. Eher Euthanasie als Darwin. Also fordern wir auch bei der Forschung Gleichberechtigung. Menschen sollten in Versuchslabors zu gleichen Bedingungen wie Affen zugelassen werden, hässliche Tiere genauso erforscht wie süße. Da das allerdings noch in weiter Ferne liegt, sind die Tiere gefährdet. Wir steuern hiermit entgegen. Mit der ersten Kontaktsuchseite für die VERMEINTLICH HÄSSLICHEN UNTER UNS. 

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