Das finale Roar!

Das finale Roar!

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SLEAZE.Gepäck.Serengeti.jpgLetztes Wochenende, genauer gesagt am Freitag den 14.08., ging es für das „SLEAZE-Festival-Team MaLi“ zum Serengeti Festival. Für die Nichteingeweihten: MaLi steht für meine bezaubernde Kollegin und Festival Begleitung Mareike und mich, Lisa. Im Vorfeld gaben die Veranstalter bereits bekannt, dass es dieses Jahr leider zum allerletzten Mal statt finden wird. Da weder Mareike noch ich jemals da waren ergriffen wir auch gleich unsere letzte Chance.

Freitagmittag auf dem Festival-Gelände angekommen, bauten wir unser Heim für die nächsten drei Tage auf. Als erstes fielen uns die kurzen Wege auf. Gleich ob zum Infield, den Bühnen oder zum Campingplatz – alles super nah beieinander. Beide Bühnen waren aber deshalb auch auf dem Campinggelände sehr gut zu hören, was durchaus von Vorteil sein kann. Zum Beispiel, wenn man wegen Regen das Zelt nicht verlassen möchte oder wenn man sich mal wieder auf dem Campingplatz verquatscht und so bemerkt, dass es höchste Zeit für den Auftritt der Lieblingsband wird.

Die beide Bühnen standen sich genau gegenüber und wurden abwechselnd bespielt. Dadurch schaffte man es problemlos, von der einen zur anderen Bühne zu pilgern und trotzdem nicht den Anfang der nächsten Band zu verpassen.

Und mal wieder Lisa, ein Festival und der Regen

Dank unseres großartigen Zeitmanagements war das Zelt zeitgleich mit dem einsetzenden Regen einzugsbereit. Wegen dieses kurzen, aber dennoch starken Schauers begann das Festival mit einer halbstündigen Verspätung. Auch der Auftritt von „Apologies, I have none“ fiel leider regenbedingt ins Wasser.

SLEAZE.Tier_.Serengeti.jpgNach kleineren Probleme beim Ticketschalter auf dem Campingplatz (Ich möchte wirklich niemanden etwas unterstellen, aber ich glaube der junge Herr sollte sich vlt öfters mal dem grünen Rauch abwenden 😀 ) haben wir unser Bändchen dann doch an einem anderen Ticketschalter erhalten und kamen zur goldenen Mitte von „Massendefekt“ vor der Bühne an.

„Massendefekt“ legten einen starken Auftritt auf der Mainstage hin, wobei der Ton des zweiten Sängers teilweise nicht der beste war und seine Stimme leicht unterging. Was aber im Allgemeinen dem Auftritt keinen Abbruch tat.

Danach waren die Berliner Jungs von „Zugezogen Maskulin“ am Drücker. In gewohnt sarkastischer Manier lieferten sie einen typischen „Zugezogen Maskulin“ Auftritt ab – wortgewaltig und zugleich bitterböse genau mein Humor. So zogen sie recht schnell eine feiernde Meute mit ihrem ersten Lied „Alles brennt“ vor die Bühne. Im Programm war auch ihr Song „Oranienplatz“, welcher leider im Hinblick auf die aktuelle Lage in Berlin besser passt denn je.

Zum Schluss ihres Auftritts waren noch zwei, drei Minütchen Bühnenzeit übrig, deswegen wurde kurzerhand das erste Lied noch einmal angestimmt und auch die erste Wall of Death des Serengeti Festivals 2015 eröffnet.

Emil Bulls stand mit auf meiner „Unbedingt-sehen-möchte-Liste“. Sie kamen auf die Bühne und jeder war sich sicher die nächste halbe Stunde gehört uns und die Band hat mega Bock zu spielen. Ein wenig schade fand ich, dass sie mit „Worlds Apart“ starteten. Für mich ist dieser Song einfach die typische Emil Bulls Zugabe. Doch ihr eigene Handschrift in Sache Live-Auftritt ließ meine Trauer schnell wieder verschwinden und wie ich es gewohnt bin: Klasse Show. Wenn du die Chance hast, schau sie dir live an. Ich habe sie das letze Mal vor einer gefühlten Ewigkeit live gesehen. Damals noch in einem winzigen Club in Gießen und ich frage mich noch immer warum ich sie seit dem nicht mehr live gesehen habe.SLEAZE.Publikum.jpg

Männer, die zu Woo-Girls werden

Nach einer kurzen Stärkung auf dem Campingplatz ging es zu „Royal Republic“ zurück auf das Gelände. Die Jungs kamen auf die Bühne und hatten eine enorm große Energieexplosion mit im Gepäck. Hier wurden selbst die großen starken Jungs zu echten „Woo Girls“. Neben der mega Lichtshow, einem neuen Song von ihrem erst am Donnerstag in Berlin fertig aufgenommenen Album dabei, gab es auch „Addictive“ in der Nosebreaker-Version. Meiner Meinung nach verfügt ihr Sänger Adam Grahn über eine ordentliche Portion an Ego. Er hat es schlicht weg drauf, mit dem Publikum zu spielen und gehört für mich definitiv zu den Jungs, die auf eine Bühne gehören. Insgesamt lieferten sie für uns eines unserer Festival-Highlights ab. Royal Republic = Schnicke Männer zum Schauen, The Hives mit Schmackes, Lichtshow, die perfekt auf die Show abgestimmt ist.

Can you feel the love tonight

SLEAZE.Zeltplatz.Serengeti.Festival.jpgNach einem erneuten kurzen Campingplatz-Aufenthalt ging es in den „Trailerpark“. Neben Songs wie „Poo Tang Clan“ und „Falsche Band“ oder auch „Bleib in der Schule“ gaben Alligatoah und Timi Hendrix „Trostpreis“ zum besten. Hier wurden um uns herum auch endlich die bengalischen Feuer ausgepackt. Natürlich dürfte auch „Willst du“ nicht fehlen. Alligatoah verabschiedete die Menge mit den Worten: „Bleib uns und dir treu“, während die Masse ihrerseits „Trailerpark“ mit einem Gruppenchor zu „Can you feel the love tonight“ (Elton John in „König der Löwen“) verabschiedete.

Zu einer Aftershow-Party lud das „Bass Boyz Soundsystem“ ein. Mit zusammengewürfelten Party-Tracks von Casper über Deichkind, AC/DC bis hin zu Haftbefehl animierten sie die Menge zum Tanzen. Zwischendurch bauten sie ein buntes Liederraten ein. Insgesamt herrschte ein kleines Chaos auf der Bühne und weder Mareike noch mir war so wirklich klar was die Aufgabe der gefühlten 100 Menschen auf der Bühne war. Nach einer kleinen 80er-Partymix-Einlage zog es uns jedoch ins wohlverdiente Festival-Bettchen – besser gesagt in unsere Schlafsäcke.

Bei drei alle Tiefkühlpizza….

Samstag begann für uns musiktechnisch mit „Monsters of Liedermaching“. Die kleine Matschfläche vor der Bühne wurde schnell zur Badeanstalt umfunktioniert. Der erste Freiwillige wurde für seinen Mut noch mit einem Bier von den „Monsters“ belohnt, danach gab es bei vielen kein Halten mehr. Free Matsch Hugs inklusive. Auch hier gab es wieder ein neues Lied für die Festivalgemeinde. Der Flotte Totte hat ein Lied über das anscheinend sehr anstrengende Sexleben seiner Nachbarn geschrieben. Nicht nur die Badekünste der Festivalbesucher wurden gefordert, sondern auch die Zungenakrobatik. So wurde kurzerhand ein Refrain mit heraus hängender Zunge gesungen. Und nicht zu vergessen ist Tiefkühlpizza die neue Antwort auf alles. Wer den Song „Auflaufform“ kennt weiß genau wovon ich rede. Für alle anderen an einer Stelle des Songs ruft jeder so laut er kann „TiefkühSLEAZE.Madsen.Serengeti.15.jpglpizza“. Einige Festival Besucher fanden dies so lustig, dass ab diesem Song immer und überall „Tiefkühlpizza“ gerufen wurde.

Nach einem kurzen Ausflug mit dem Shuttlebus ins Dorf, um stilecht Hugo in Dosen und Wein im Tetrapack zu kaufen, kamen wir genau richtig zu dem Auftritt von „Madsen“ zurück. Auch sie haben letzten Freitag ihr neues Album „Kompass“ fertiggestellt und spielten neben ihrem neuen Song „Küss Mich“ auch „Sirenen“. Madsen ist und bleibt für mich eine Festival Band. Sie sind einfach ein Garant für ein durchdrehendes Publikum und MaLi war natürlich mitten drin.

Der Sontag hatte wettertechnisch außer Regen leider nichts, aber auch rein gar nichts zu bieten. Anscheinend wollte der Wettergott seinen Teil zum allerletzten Serengeti Festival beitragen. Davon sollte die Festivalstimmung nicht zerstören werden. Zugegebener Weise haben wir die ersten Bands nur aus unserem trockenen Zelt gehört und begaben uns erst gegen Nachmittag in den Regen und auf den Weg zu den Bühnen.

Wie machst du das mit deinem Amen und dem Müllsack?

SLEAZE.SondaschuleCosta von der „Sondaschule“ war über das Wetter selbst sehr verwundert, da sie innerhalb ihrer 15jährigen Bühnenshow-Erfahrung erst viermal im Regen gespielt haben. Umso mehr war er von dem Durchhaltevermögen des Publikums begeistert. Die Sondaschule brachte mit ihrer Mischung aus Ska und Punk die Menge zum Tanzen, Schreien, Feiern. Was teilweise sehr lustig oder doch leicht beschwerlich aufgrund der Müllsackkreationen zum Schutz vor dem Regen aussah. Auch wir hatten so unsere Probleme mit dem Müllsack und fühlten uns so wie „Bernd das Brot“ aussieht. Zum letzten Lied schickte Costa noch einen Gruß an die Jungs von den „257ers“ auf die gegenüberliegende Bühne.

Trust me you can dance!

SLEAZE.257ers.konfettiWer zu diesem Zeitpunkt noch mit schlechter Laune im Publikum rumwirrte oder in der Ecke stand und darauf hoffte, dass der Wettergott aufhört zu weinen, wurde von den „257ers“ mit einer großen Portion gute Laune versorgt. Alleine der neonfarbene Spielplatz auf der Bühne sorgte für gute Laune. Pogo und Wall of Death gehörten zum durchgängigen Programm. Auch wurde in den Matsch gesprungen das er schön überall rum spritzte, mit ihm geworfen oder gleich kleine Türme gebaut um einen Spritzradius zu erzielen. Der Höhepunkt war, als sich all ihre Mutanten (so nennen sie liebevoll ihr Publikum) beim Nachbarn einhakten und die komplette Menge gemeinsam von links nach rechts vor der Bühne hin und her sprang. Alles frei nach dem Motto: Trust me you can dance!

Leider wurde die Partylaune durch den unpersönlichen Auftritt von „Coheed and Cambria“ runtergezogen. Ich persönlich habe selten oder gar noch nie solch einen Auftritt erlebt. An der Menge der Festival Besucher die vor oder viel mehr nicht vor der Bühne standen konnte man ablesen, dass wir nicht die Einzigen waren die den Auftritt nicht wirklich pralle fanden. Gerade bei einem Festival ist die Kommunikation mit dem Publikum das A und O.

„Bad Religion“ die den Slot nach „Coheed and Cambria“ hatten, hatten es zu Beginn schwer, das zurückhaltende Publikum wieder zu animieren. Doch spätestens bei „Moop Mama“, die am Sonntagmorgen das Weckkomando auf dem Campingplatz übernommen hatten, war die Tanzstimmung wieder da. So konnten „The Offspring“ dem Serengeti Festival einen würdigen Abriss-Abschied bieten.SLEAZE.Infild.Serengeti.Festival.jpg

Kurz gesagt, wir hatten Riesenspaß und ein wunderschönes Wochenende. Wir finden es mehr wie schade, dass dieses Jahr das letzte Mal war.

Serengeti Festival, wir werden dich vermissen. Thank you for the music! Wir wünschen allen Beteiligten hinter den Kulissen, dass man noch viel von ihnen hört und danken euch für die wundertolle Festival-Zeit.

Ganz viel Liebe und Kraft an euch,

Lisa

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