Das Debüt von VUG: Gitarrensoli und Wohngemeinschaften

Das Debüt von VUG: Gitarrensoli und Wohngemeinschaften

TEILEN
SLEAZE + VUG

…wie eine Hetzjagd, in der ein Soli das nächste jagt. Manchmal stehen sich aber auch zwei Soli gegenüber, bleiben eigen, wenn nicht gar engstirnig in ihrer Art, schaffen es jedoch trotzdem wunderbar miteinander zu harmonieren.SLEAZE + VUG

Irgendwie muss ich an den Berliner Wohnungsmarkt denken und daran, wie beispielsweise zwei Partien versuchen, diese eine viel zu teure Wohnung zu bekommen und dafür alles geben, um sich ins bessere Licht zu stellen und nicht darum verlegen sind, die andere Seite mitten im Wort zu unterbrechen oder verächtlich auf Aussagen der anderen zu reagieren.

Bei VUG handelt es sich jedoch nicht um die Reinkarnation dieser Ellenbogengesellschaft. Gewiss nicht. Im Gegenteil, die zwei für sich eigenen und individuellen Gitarren, die gemeinsam vor der freien Wohnung stehen, entscheiden sich einfach dazu, eine Wohngemeinschaft zu gründen – und haben sogar noch ein Zimmer frei für das treibende Schlagzeug, den eher schüchternen Bass und einen entspannten, aber bewussten Gesang. Und die Wohngemeinschaft scheint sehr gut zu funktionieren.

Mit Druck gegen Flower Power

Als ich selbst anfing, Musik zu machen, war immer klar, dass Gitarrensoli nichts in meiner Musik verloren haben. Bei VUG aus Berlin stören sie mich jedoch nicht im Geringsten. Ganz im Gegenteil. Sie bringen drive und setzen Akzente. Bei keinem der sieben Songs des selbstbetitelten Debüts, welche am 13. April über Noisolution erscheint, klingen die dann doch recht vielen Soli überladen.

Schnell wird klar, dass es sich hierbei um 70er-Jahre-Rock handelt, einer Mischung aus Bluesrock, Psychedelic Rock und Proto-Metal. Dabei schaffen es die vier, nicht nach Flower Power zu klingen, sondern bleiben stets ruppig. Selbst die – wie ich sie bezeichnen würde – Ballade „Prophecy“ wird ab ca. der Hälfte plötzlich energischer und bringt gegen Ende nochmal einiges an Druck mit sich.

Release-Party am 12.04. im Berliner „Zukunft am Ostkreuz“
SLEAZE + VUG
Ob VUG von einer Goldenen Schallplatte träumen?

Von der Visions wurden die Berliner im vergangenen Jahr als Newcomer betitelt, die man auf jeden Fall auf dem Schirm haben und beobachten sollte. Ende 2016 wurden die Songs bereits live in den Mesanic Music Studios in Kreuzberg aufgenommen, um nun endlich beweisen zu können, dass all das Lob im Vorschuss nicht zu kurz gegriffen hat. Roh, rau und kratzig ist die Platte. Es war definitiv eine gute Entscheidung, die Lieder komplett live aufzunehmen.

Am 12. April, einem Tag vor dem tatsächlichen Veröffentlichungsdatum, wird das Debüt im Zukunft am Ostkreuz gefeiert. Mit dabei werden Black Salvation sein und der erste Song der Platte ist bereits online und kann auf Soundcloud für gut befunden werden.

Künstler: VUG
Album: VUG
Label: Noisolution
VÖ: 13.04.2018

Pascal

KEINE KOMMENTARE

Kommentar verfassen