Dark Encounter: Bittere Invasion der Außerirdischen

Dark Encounter: Bittere Invasion der Außerirdischen

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Es klingt zunächst nach einem Fall für die X-Akten: Anfang der 80er verschwindet ein kleines Mädchen in einer US-amerikanischen Kleinstadt spurlos. Ein Jahr später häufen sich Hinweise, dass Außerirdische das Kind entführt haben könnten.

SLEAZE + Dark Encounter
Getrübte Familienstimmung – verständlich

Seltsame Lichter tanzen am Himmel und formieren sich näher und näher am Haus der Angehörigen, eine durch den Verlust noch immer schwer durchgeschüttelte Familie. Doch der Film Dark Encounter, der im diesjährigen Programm des gelungenen Fantasy Filmfests zu sehen war, ist nur auf dem ersten Blick ein klassischer Film über eine weitere extraterrestrische Invasion.

Schwerer Verlust

Im Wesentlichen und besonders anfangs ist er eine Geschichte über das Auseinanderfallen einer Familie. Die Ehe der Eltern Ray (Mel Raido) und Olivia (Laura Fraser) droht angesichts des Verlusts der Tochter zerbrechen, während die traumatische Situation im erweiterten Familienkreis für Spannungen sorgt.

Regisseur und Autor Carl Strathie verbringt einige Zeit mit seinem familiären Drama, bevor er sich verstärkt auf die bedrohliche Fremdheit konzentriert. Ja, Dark Encounter erzählt tatsächlich von einer titelgebenden dunklen Begegnung.

Das so genannte Genre der Science-Fiction war seit jeher nicht nur die Begegnung mit dem Unbekannten da draußen. Es diente schon vielen Geschichtenerzählern ebenso als Vehikel für die Begegnung mit dem nicht ganz so Unbekannten, Unerwarteten und Fremden in uns Menschen auf der Erde.

SLEAZE + Dark Encounter
Erleuchtung?

Ob auf unserem Heimatplaneten oder fern der terrestrischen Heimat reisend, erzählen Filme wie Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum, Interstellar von Christopher Nolan oder der erst kürzlich angelaufene Ad Astra von James Gray auch Geschichten über das Wesen Mensch.

Zwei Seiten der Medaille

Dark Encounter bildet als Verlustdrama keine Ausnahme. Letzten Endes wollen Mensch und Außerirdischer bzw. Drama und Mystery-Thriller hier allerdings nicht so recht zusammenfinden.

Womöglich auch deshalb, weil der Film beide Seiten ab einem gewissen Punkt unbedingt zusammenzuführen versucht, nachdem sie zuvor noch zwei voneinander abgetrennte und nicht zusammenfindende Elemente darstellten. Der Abschluss kommt schließlich im Eiltempo herbei.

Es ist eine Krux mit diesen Wendepunkten: Kommen sie in einer derartigen Schnelle und ohne feinfühlige oder kontextualisierte Vorbereitung herbeigeeilt, so schlagen sie zwar wie ein Dampfhammer auf den Zuschauer ein. Mit ein wenig Distanz zeigt sich jedoch, dass der Schlag ins Herz zu überhastet ausgeführt und seine Wirkung dadurch erheblich abgemildert wurde.

Dadurch verhallt die emotionale Wirkung trotz eines todtraurigen Hintergrunds schneller als es ihr zu wünschen wäre. Dark Encounter rast nach dem gerade anfangs stimmungsvoll inszenierten Familenstillleben und der unheimlichen Begegnung mit den fremden Wesen auf ein großes finsteres Drama zu, das zu schnell einen Ausweg sucht und ihn findet.

SLEAZE + Dark Encounter
Die Aliens kommen! Aber warum?

Dadurch verhallt die emotionale Wirkung trotz eines todtraurigen Hintergrunds schneller als es ihr zu wünschen wäre. Dark Encounter rast nach dem gerade anfangs stimmungsvoll inszenierten Familenstillleben und der unheimlichen Begegnung mit den fremden Wesen auf ein großes finsteres Drama zu, das zu schnell einen Ausweg sucht und ihn findet.

Er ist ein geradezu zweigeteilter Film mit offensichtlicher Schlusspointe, der ein geduldsames, stabiles Fundament fehlt. Somit wirkt der Film in mir nur als schemenhafte Begegnung im Dunkeln nach, die in der Unsichtbarkeit zu verschwinden droht.

Alex                                                                                                                                   

Titel: Dark Encounter
Kinostart: noch ohne dt. Kinostart
Dauer: 97 Minuten
Genre: Drama, Science-Fiction, Mystery, Horror
Produktionsland: Großbritannien
Filmverleih: Falcom Media

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