C-HR: Unterwegs im Batmobil

C-HR: Unterwegs im Batmobil

Wir haben über die Jahre ja nun bereits einige Autos getestet. Aber es gibt natürlich so ein paar Fortbewegungsmöglichkeiten, die die meisten besonders reizen, vor allem aus Filmen. Das ist bei uns nicht anders. Die meisten „Wagen“ von Mad Max z.B. Oder die Motorräder (inklusive Spiel – wenn nicht tödlich) bei TRON: Legacy. Und selbstverständlich gehört in diese Liga bei vielen auch das Batmobil. Wir hatten nun die Gelegenheit, eine straßentaugliche Form der mobilen Fledermaus zu testen.

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Ja, gut, es ist etwas übertrieben. Ein richtiges Batmobil wäre natürlich cooler. Aber der Spitzname für den C-HR von Toyota kam mir nun mal beim ersten Anblick des Testautos von dem SLEAZE.büraw. Dann mal reinschlüpfen und sehen, welche Spielzeuge ein japanischer Lucius Fox diesmal eingebaut hat.
Gut, gut. Die Verarbeitung ist ordentlich, der Platz auch hinten gut, und besonders wichtig in stressigen Situationen, wenn verrückte Superschurken unterwegs sind: Das Cockpit ist übersichtlich. Etwas schade aus Sicherheitsaspekten ist, dass die Anschlüsse alle „offen“ liegen. Heißt, vorn in der Mittelkonsole. Wenn man z.B. eine Festplatte per USB anschließt, sieht man die immer von außen. Da wäre eine „versteckte“ Lösung wie es viele andere Anbieter in der Mittelkonsole oder im Handschuhfach haben, deutlich besser.

SLEAZE + Toyota C-HR
Das Batmobil-Musclecar

Beim Verbrauch hat Toyota eh immer viele Vorab-Treueherzen. Die konnte ich diesmal nicht 100% eintauschen, aber auf der anderen Seite: für ein SUV zwischen 8 und 9 Litern auch noch voll im Rahmen.
Richtig Spaß macht der Wagen auf längeren Strecken. Wir haben damit u.a. das Melt besucht und auf der Autobahn gefiel mir persönlich der C-HR am meisten, auch wenn ich nicht genau weiß, warum. Er ist leise, man fühlt sich mit dem Wagen sicher, und das für so einen günstigen SUV sehr ordentliche Soundsystem punktet zusätzlich. Überhaupt ist das Entertainment-System recht übersichtlich gestaltet. Wir hatten lang keinen Toyota, aber trotzdem ist man intuitiv schnell bei allen Bereichen, die man sucht.

Unterhaltung groß geschrieben

Doch nicht nur im Auto will der Toyota C-HR mit guter Unterhaltung punkten. Hat der Autoproduzent früher doch etwas unbeholfene Versuche unternommen, seine „jungen“ Autos wie Aygo und iQ an die Teen- und Twen-Käufer zu bringen (indem so ein Auto z.B. einfach mal vor eine Graffiti-Wand gestellt wurde #wicked!), gehen sie mit dem C-HR einen deutlich cooleren, durchdachteren Ansatz.
So wurde im Oktober letzten Jahres ein vielseitiges, auf das urbane Leben zugeschnittenes Festival durchgeführt, welches online bis heute durch unregelmäßige Posts fortgeführt wird.
Ja, sowas kennt man vom Konkurrenten smart schon lange, trotzdem ist es für eine oft etwas spröde Firma wie Toyota doch ein sehr interessantes Umdenken. Ich hoffe, dass sie in der Hinsicht langfristig denken. Denn mit ihrem Hybrid sind sie seit Jahren Vorreiter und bringen das urbane Leben voran.

SLEAZE + Toyota C-HR
Booty-Competition. Wer gewinnt?

Doch bevor das hier abdriftet, zurück zum C-HR. Das letzte größere Engagement war die Einbindung beim Melt! Das von uns sehr geliebte Musikfestival in Ferropolis mit seinem deutlichen Berlin-Charakter ist eine sehr passende Bühne für ein Lifestyle-Auto wie dem C-HR. Allerdings befürchte ich, dass Toyota da ein paar Jahre zu spät kommt. Das Festival hat in den letzten Jahren deutlich abgebaut, was man vielleicht am deutlichsten sehen kann an der großen, ungenutzten Fläche am Eingangsbereich.

Toyota bot im Rahmen eines großen Sponsorings bei dem Festival einen VIP-Shuttle und eine Kunstausstellung. Der Shuttle war eine sehr gute Idee, denn der olfaktorische Bus-Shuttle, wo man zu Stoßzeiten auch schon mal zwei, drei Busse warten muss, ist keine wirkliche Alternative. Noch dazu waren die C-HR-Shuttle elektrisch lautlos unterwegs. Sehr schick!
Schick war sicherlich auch die Kunstaustellung, allerdings gab es dafür Öffnungszeiten. Und die waren so unsinnig wie bei vielen Ämtern, nämlich zu Zeiten, wo man keine Zeit hat! So kann man wohl ab 15.00 aufs Gelände, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Die Ausstellung öffnete aber erst ab 22.00, also wenn die Musik die erste E-Geige spielt. Wir hatten jedenfalls in den Pausen nicht mehr an die visuelle Kunst gedacht und daher die Ausstellung verpasst.

SLEAZE + Toyota C-HR
Kleinäugig mit großer Klappe: der C-HR
Zurück in der Stadt!

Der C-HR wird wie die meisten SUV ein Stadtauto sein. Also dort, wo man ein SUV eigentlich nicht unbedingt braucht. Aber so sind die Zeiten ja nun mal. J Für ein Stadtauto ist der Toyota-SUV auch eigentlich sehr gut geeignet. Er hat nur ein Manko. Das ist aber so entscheidend, dass ich fast geneigt bin, den Plural zu nutzen. Das müsste ja dann Manki sein, oder?
Doch Scherz beiseite. Das Cockpit ist übersichtlich, der SUV-typisch erhöhte Sitz tut sein übriges. Doch wo man so gut wie gar nichts sieht, ist beim Schulterblick, wenn man rechts abbiegen möchte. Das Design des Wagens mit seinen kleinen hinteren Fenstern und der dominierenden C-Säule macht gerade Radfahrer unsichtbar. Was bedeutet, dass man jedes Mal beim Rechtsabbiegen sehr langsam fahren muss – oder auf Risiko. Beides sind gerade in einer Großstadt auf Dauer keine wirklich guten Optionen. Da bitte dringend nachbessern, Toyota.

SLEAZE + Toyota C-HR
Ob der C-HR nach seiner dominaten C-Säule benannt wurde?

Dann hatte ich dieses Mal die seltene Möglichkeit, den Wagen bei einem Auffahr-Unfall zu testen. „Leider“ nur bei Schrittgeschwindigkeit im Stau, wo eine Dame hinter mir an ihrem Entertainment-System etwas einstellen wollte (Ja, hier kann man schlüpfrige Witze machen. Viel Spaß.) und nicht mehr darauf achtete, dass sie ja rollt.
Der C-HR hat es lässig weggesteckt, die Stoßstange konnte ihrem Namen gerecht werden, so wie es sich für ein Batmobil gehört. Beim nächsten Test probieren wir das mit mehr Geschwindigkeit.

Fazit: Der C-HR ist für SUV-Interessierte, die nicht zu viele (überflüssige) Spielereien brauchen, eine echte Alternative. Kaufpreis und Verbrauch sind sehr human. Wäre da nicht die C-Säule. Die ist für mich persönlich ein Ausschlusskriterium. Aber am besten mal selbst Probe fahren. Denn der Wagen macht definitiv Spaß.

danilo

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