Blut en masse – God of War 3 Remaster

Blut en masse – God of War 3 Remaster

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Grumpy Kratos, in HD sogar noch wütender

Mit 60 Frames und 1080p hat das Abschnetzeln von griechischen Göttern nie besser ausgesehen. God of War 3 Remaster bringt dich erneut in den Olymp, um bei Kratos‘ blutigem Rachefeldzug jeden zu töten, der sich ihm in den Weg stellt. Getrieben vom Mord an der eigenen Familie ist es sein Ziel, den Olymp zu zerstören. Dabei triffst du z. B. auf den Gott der Unterwelt Hades, auf Apollo oder auch auf Zeus höchstpersönlich. Kratos ist sich für nichts zu schade, um Vergeltung zu üben.

Das alles ist natürlich nur eine aufgewärmte Geschichte, nichts wirklich Neues. Lediglich an der Fassade (und einigen Kleinigkeiten) wurde geputzt. Mit schönen HD-Texturen und verbesserten Lichteffekten begibt man sich erneut auf Götterjagd. Bedenklich ist, ob es richtig war, den dritten Teil neu aufzulegen.

So startet der neu aufgelegte dritte Teil dort, wo uns der zweite zurückgelassen hat: mitten in einem (wortwörtlich) dicken Cliffhanger. Das könnte für Frischlinge sehr kompliziert werden, denn Kratos und seine Beziehungen zu den Göttern lassen sich nicht eben mal schnell erklären. Wer mehr über die Vorgeschichte wissen will, sollte sich in das God of War-Wiki reinlesen.  Eine kurzes Recap gibt es jedoch auch von mir hier:

Kratos ist böse mit dem Olymp samt seinen Göttern und möchte folglich jeden einzelnen von ihnen zerstören. Fertig.

Klobige Kameras und blutige Szenen

Wie bereits erwähnt, hat sich an der Gameplay-Mechanik des Spiels nichts geändert. Das ist jedoch kein Problem, denn wenn die Reihe für etwas bekannt ist, dann sind es die actiongeladenen Kämpfe. God of War ist einer der wenigen Spielereihen die es schaffen, mich von Quicktime-Events und Buttonmashing zu überzeugen. Ebenso einzigartig sind die Schauplätze der Kämpfe, die sich je nach Situation direkt in der Unterwelt oder auf den Rücken eines Titanen abspielen. In God of War 3 gleicht kein Kampf dem anderen und so etwas erlebe ich (leider) immer weniger.

Umso nerviger sind die fixierten Kamerapositionen, die es einem teilweise unmöglich machen, im Kampf etwas zu sehen. So verschwindet Kratos für eine kurze Zeit hinter einem Pferdehintern oder man übersieht Loot-Truhen einfach, weil der ungünstige Kamerawinkel diese verdeckt. Das ist oftmals sehr frustrierend und lässt mich hibbelig am Controller auf- und abspringen. Abgesehen davon gibt es auch nach fünf Jahren nicht viel zum Meckern.

Während die Geschichte und ihre Erzählung in den neueren Teilen recht flach ausfallen, gehört das Gameplay zu den besten in Sachen Third-Person-Action. Combos, verschiedene Waffen, schön gestaltete Quicktime-Events, gut inszenierte Rätsel und ein einzigartiges Level-Design lassen einen (fast) die schrecklichen Kamera-Einstellungen vergessen. Während Kratos selbst vollends in 1080p aufgewertet wurde, sehen einige Götter und ihre Gehilfen dann doch noch etwas matschig aus. So ganz gehen fünf Jahre dann doch an keinen von uns vorbei. Dazu wurde der Remastered-Version noch ein Fotomodus, ähnlich dem von Mordors Schatten, hinzugefügt. So kannst du nach Lust und Laune den Moment festhalten, in dem du deinem Gegner seine eigenen Hörner in die Augen rammst oder ihn mit einem Schwertschlag von der schweren Last seines Kopfes befreist. Für Gruppenfotos ist Kratos eher ungeeignet, mit hochwertigen Splatter-Effekten sieht das ganze Gemetzel jedoch noch eindrucksvoller aus als 2010. (Diesen Satz sollte man übrigens nicht aus dem Kontext nehmen.) Köpfe fliegen durch die Luft, Körper werden entzwei gerissen. Kratos ist durchaus kein Mann der Worte und lässt dies seine Feinde gerne spüren.God of War® III Remastered_20150409205404

God of War 3 Remaster – Das Fazit

Wer actiongeladene Kämpfe mag und die GoW-Vorgänger auf den Old-Gen-Konsolen verpasst hat, dem ist die Remaster-Version sehr zu empfehlen. Wer mehr auf die Story abzielt, sollte doch eher mit einer der PS2-, PSP- oder auch PS3-Versionen anfangen oder sich einfach ein bisschen durch die Wiki-Einträge lesen. So oder so ist das Remaster eine schöne Erweiterung für Fans. Auch wenn die teils klobigen Bewegungen von Kratos und die Kamerapositionen auf der Playstation 4 irgendwie fehl am Platz wirken.

Bereits 2014 kündigte Creative Director Cory Barlog übrigens einen neuen Teil an, zu dem es aber frühestens 2016 neue Informationen geben soll. In letzter Zeit ist es sehr ruhig geworden um das Franchise. So lange, bis es Neues gibt, müssen wir wohl zu den griechischen Göttern beten und uns erst einmal mit dem Remaster begnügen.

Anne

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