Der Blender – Ein Film, der auf der Haut brennt

Der Blender – Ein Film, der auf der Haut brennt

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blender2Die Geschichte des verschwundenen Jungen Nicholas endet mit seinem Verschwinden. Die unglaubliche Geschichte von Frédéric Bourdin beginnt bei Nicholas‘ Rückkehr.

Während des Films hat man die ganze Zeit das Gefühl, irgendetwas stimmt nicht – man kann nur nicht den Finger drauf legen. Elegant, wie Regisseur Bart Layton sein Debüt aufgebaut hat, einen Film, der lieber Dokumentation sein will – oder auch eine Dokumentation, die sich als Film ausgibt.

Der Handlung liegt die wahre Begebenheit eines verschwundenen Jungen im Texas der 90er Jahre zu Grunde. Nicholas Barclay verschwand mit 13 und tauchte drei Jahre später in einem kleinen spanischen Kaff wieder auf. Alle sind glücklich und zufrieden, eine Wohlfühlstory mit Bilderbuch-Happy-End. Zumindest fast, denn dann taucht ein 23-Jähriger Franzose auf, von dem aus unerfindlichen Gründen alle Welt glaubt, er sei der verschwundene Nicholas. Von hier ab fängt der Film an, Haken zu schlagen und nur zaghaft alle wichtigen Details preiszugeben. Immer nur ein klein wenig mehr, wobei dem Zuschauer glauben gemacht wird, die Geschehnisse klären sich mit rasantem Tempo auf und führen zur großen Auflösung am Ende. Die Protagonisten erzählen, wie man das von einer kritischen Dokumentation kennt, ihre persönlichen Versionen der Geschichte und führen so das Puzzle langsam zusammen. Sogar der große Übeltäter darf seinen Teil dazu beitragen, was den Anschein der Seriosität verstärkt, genau wie die originalen Nachrichtenszenen des Falls. Aber irgendwann dringt es selbst zum Zuschauer durch, dass der Übeltäter nicht der einzige mit Dreck am Stecken sein kann.
blender 3Obwohl dieser Mann, bekannt aus Funk und Fernsehen und im Volksmund das „Chamäleon“ genannt, bereits 39 Identitäten gestohlen hat, ist er nicht gänzlich Mittelpunkt des Films.
Man steigt mit vielen Fragen ein und steht am Ende mit noch mehr da. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist der Film so sehenswert. Es passiert eigentlich nicht viel, keine Ereignisse, die sich überschlagen oder sonstige Action und dennoch herrscht durchgehend eine Spannung, die bis zum Ende des Films und darüber hinaus anhält.

Den unaufgeregt erzählten Thriller kann man ab dem 04.07.2013 auf DVD und Blu-ray beim gut sortierten Filmdealer seines Vertrauens erstehen.

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