Black hole in my pocket – Samsung portable SSD T5

Black hole in my pocket – Samsung portable SSD T5

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Wer sich noch an die guten alten Zeiten wohlgesonnen zurückentsinnt, als man auf dem Weg zum nachbarlichen Filmabend noch jeglichen Angreifer mit der in der Tasche befindlichen Festplatte oder schon allein mit dem Netzteil bewusstlos schlagen konnte, wird wohl beim Anblick der kleinen, leichten und kaum tödlichen Samsung Portable SSD T5 ziemlich enttäuscht sein.SLEAZE + Samsung SSD T5

Schwarz ist alle Theorie

Zugegebenermaßen waren meine Titelmetaphern schon präziser gewählt. Was verbindet denn das wahrscheinlich niedlichste unter den dicken Dingern mit einem schwarzen Loch? Sicher nicht das Gewicht und wie bereits erwähnt, auch nicht die Tödlichkeit bei einer direkten Begegnung. Auch das schwarze Äußere des Festplättchens kann in seiner Schwarzigkeit wohl kaum einem schwarzen Loch Paroli bieten.

Es muss also etwas anderes sein. Vielleicht verleitete mich ja einfach die Datenübertragungsgeschwindigkeit oder die doch recht große Menge an Daten, die man ungestraft auf der Platte verklappen kann, zu einem solch spacigen Vergleich. Wir werden es wohl nie erfahren.

Es gab keine Verletzten

Das Auspacken der kleinen Platte unterbrach die etwas gelangweilte Einstellung gegenüber diesem Produkttest (wer packt mir denn eigentlich Elektrogeräte ohne Knöpfe oder Sprachassistenten auf den Tisch?) mit einem positiven Packaging-Gefühl. Ich freute mich doch sehr, dass beim Auspacken weder Tiere noch ich verletzt wurden.

Verpackungslektüre

Auch der verpackungsrückseitig aufgearbeitete Text übersetzte sich recht vielversprechend. Bis zu 540 MB/s möchte uns die Festplatte mittels USB 3.1 Gen 2 übertragen. Das sind 326.592.000 MB/Woche. Das sollte locker ausreichen, um alle vertuschten Informationen über Donald Trumps wirtschaftlichen und frisurlichen Fehlschläge zu übertragen und das innerhalb eines Lichtjahres (jaja, das ist gar keine Zeitangabe).

Des Weiteren wurden wir auf der Rückseite mit einem Aluminium Exterieur geteasert. Dieses Material kennen wir ja schon zur Genüge aus dem Rennsport, das muss einfach auch gut sein für schnelle Datenübertragung. Die Tollpatschigen unter uns freuen sich über eine Stoßfestigkeit auch aus zwei Meter Höhe. Was hingegen bei zwei Meter Weite passiert, bleibt dem Leser leider verborgen.

USB-C- und USB-A-Support für PCs, Telefone und andere Geräte wurden uns ebenfalls versprochen und mittels der beiden mitgelieferten Kabel im Anschluss des Auspackens auch direkt ausprobiert.

Anschluss verpasst?

Was soll man sagen, die Platte verbindet sich ohne Murren und Knurren mit meinem PC und meinem Android-Telefon und liest und schreibt, was die Speichermedien der Geräte so an Geschwindigkeit hergeben.

SLEAZE + Samsung SSD T5
Das kleine Schwarze.

Das von den auf der SSD-Verpackung großzügig versprochenen 2 TB Speichervolumen am Ende auf dem Bildschirm nur noch 1,81 TB angezeigt werden ist mittlerweile ja schon obligatorisch und verwundert kaum noch. Es sei hiermit aber noch einmal darauf hingewiesen.

Übertragung mit Lichtgeschwindigkeit

Der erste Versuch der Übertragung einer 698 MB großen Filmdatei dauerte doch fast 20 Sekunden. Nun wusste ich aber, dass die zehn Jahre alten vorderen USB-Anschlüsse meines PC-Gehäuses dem Druck der neuzeitlichen Datenmengen eines 4-K(atzen)-Videos nicht gewachsen waren.

Musste ich wohl doch aus Ehrfurcht vor der neuen Technik niederknien und die Kabel von hinten in den USB 3.1 Port fummeln. Schon direkt ergab sich eine rasantere Übertragung des Films innerhalb von ca. zwei Sekunden. Ich konnte so schnell kaum screenshooten und auch Windows kam mit der Berechnung der Übertragungszeit nicht mehr hinterher.

Nun kamen wir aber auf immerhin 358 MB/s. Mit USB-C-Kabel, welches ja bekanntlich auch schneller irgendwo hinten reingefummelt ist, kamen wir auf üppigere 413 MB/s.

Den Vogel schoss allerdings ein Kopiervorgang von meiner internen SSD auf die kleine portable Samsung ab. Hier gab Windows eine Übertragungsgeschwindigkeit von 2,29 GB/s an. Dies hat wahrscheinlich sogar das Kabel selbst überrascht, welches von Geburt an von seinen Eltern darauf geeicht wurde, nur maximal 10Gbit/s (1,25GB/s) zu übertragen.

Muss man’s haben?

Allgemein also ein feines Gerät für ausgedehnte Ausflüge zu den Eltern ins Internetloch. Fragt man sich nur noch, wo man heutzutage die ganzen Daten herbekommen möchte, wenn man nicht gerade Astrophysiker ist oder eine Verkehrskamera am Hermsdorfer Kreuz betreibt.

SLEAZE + Samsung SSD T5
Wortwörtlich handlich.

Der Anschluss an ein Smartphone und die Datensicherung klappen erstaunlich gut. Der sinnvoll erscheinende Anschluss an Foto- und Videokameras, schon wegen der geilen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten, welche die SD-Karten-Übertragungsgeschwindigkeiten wie pummelige Kinder im Sportunterrichtswettlauf weit hinter sich lassen, wird aber dennoch leider wegen inkompatiblen Betriebssystemen scheitern.

Der Preis um die 330 € scheint mir ob meines Versperrens vor dem Erkennen eines sinnvollen Einsatzgebietes doch recht üppig, aber an der 1TB-Version könnte ich durchaus auch preislich meine Freude entwickeln.

Matthias

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