„Beyond this point there be monsters“

„Beyond this point there be monsters“

TEILEN

SLEAZE The Reach Mit Geld kann man sich ja bekanntlich alles kaufen. Das weiß auch der Finanzier Madec. Aber was passiert, wenn sich sein Bestechungsopfer heimlich gegen ihn wendet und plaudern will? Madec greift zu knallharten Mitteln in der Mojave-Wüste, bewaffnet mit einer protzigen Mercedes-Benz G-Klasse AMG und einer Sonderanfertigung eines australischen Jagdgewehrs.

Der eingebildete und übermütige Geldgeber Madec aus Los Angeles ist am liebsten ein unausstehlicher Unternehmer . Wenn er diesbezüglich aber mal kürzer tritt, verbringt er seine Freizeit am liebsten mit der Großwildjagd. Um ein Dickhornschaf schießen zu können, lässt er sich deshalb von dem jungen Fährtenleser Ben in die Mojave-Wüste im Westen Nordamerikas führen. Ben lebt sein ganzes Leben lang in der Wüste und hat es bis jetzt nie in Betracht gezogen, seiner Freundin Laina nach Denver hinterher zu ziehen. Schnell merkt man, dass beide aus anderen Welten stammen und Ben seinen neuen Begleiter nicht abkann. Als Madec aus Versehen einen in der Wüste Lebenden erschießt, denkt er schnell an einen anstehenden Deal mit den Chinesen, der ihm viel Geld bringen soll. Um die Geschichte schnell unter den Teppich zu kehren, besticht Madec Ben und sie vergraben gemeinsam die Leiche. Was Madec nicht weiß ist: Ben hat vor, die Sache schnellstmöglich dem Sheriff zu melden. Zurück am Wagen, ertappt Madec Ben bei dessen Versuch, das Departement zu erreichen. Der kaltherzige Finanzier will Ben aus dem Weg räumen, allerdings ohne sich selbst die Finger schmutzig zu machen. Da kommt ihm die verlassene Majova-Wüste mit ihrer unendlichen Weite und tödlichen Hitze sehr gelegen. Und so schickt er den nur noch mit Boxershorts bekleideten Ben auf seine Todesreise.

Michael Douglas ist maßgeschneidert für die Rolle als reicher Mann, der mit dem Gefühl der Überlegenheit gegenüber seinen Mitmenschen auf der Welt herum läuft. Die Welt ist sein Spielzimmer und sein Geld kann ihm alles kaufen. Als Oscar-, Golden-Globe- und Emmy-Gewinner geht Michael in „The Reach – in der Schusslinie“ als Madec allerdings einen Schritt zurück und schraubt die Messlatte etwas runter. So wie seine Glanzleistung als Gordon Gekko in Wall Street strahlte die Rolle des Madec nämlich nicht. Trotzdem gibt Douglas den perfekten Bösewicht und verleiht Madec eine gewisse Glaubhaftigkeit.
Jeremy Irvine, der die Rolle Ben übernimmt, könnte einem aus „Die Frau in Schwarz“ bekannt vorkommen. Allerdings zeigt auch er sich in diesem Katz-und-Maus-Thriller nicht von seiner Schokoladenseite. Zwar sieht der Zuschauer jeden Teil seines Überlebenskampfes, aber nicht nur Madec fragt sich irgendwann „Wann stirbst du denn endlich?“
Aber so wie Madec seine Versicherungen scheint auch Regisseur Jean-Baptiste Léonetti seine Story gut verkauft zu haben. Oder warum sonst konnte er sich Stars wie Michael Douglas mit ins Boot holen?

SLEAZE The Reach 2
Es herrscht mal wieder das Gute vs. das Böse und die Location der trockenen, verlassenen und tödlichen Wüste kommt einem eventuell aus „The Hills have Eyes“ bekannt vor. Auch die Darstellung einer getunten G-Klasse in einer staubigen, aber atemberaubenden Arizona-Wüste wirkt eher wie ein SUV-Werbespot. Dass Madec in seinem Wagen eine Espressomaschine, eine Mikrowelle und einen Kühlschrank hat, schießt dann komplett den Vogel ab. Und auch das Bild eines reichen Mannes auf einem Multifunktionsklappstuhl mit einem Martini in der Hand neben seiner Luxus-Karre und das mitten in der Wüste, ist etwas surreal.

Obwohl manches ein bisschen over-the-top wirkt, hat Jean-Baptiste Léonetti an sich einen neuen Survial-Thriller gedreht. Und auch wenn „The Reach“ einen nicht vollkommen aus den Socken haut, ist er dennoch sehenswert.

Leo

Titel
: The Reach – In der Schusslinie
Regisseur: Jean-Baptiste Léonetti
Dauer: 87 Minuten
: 25.09.2015
Verleih: Universum Film

KEINE KOMMENTARE

Kommentar verfassen