Before the Flood: die Umweltbilanz

Before the Flood: die Umweltbilanz

Es gibt viel Oberflächliches in der Welt. Diese ganzen Medien, die ernsthaft über Orangenhaut von Promis diskutieren. Oder Menschen, die viel Arbeit und Geld in den Außenbereich ihres Körpers stecken (während sie menschlich-moralisch, also „innen“, alles verrotten lassen). Und das Zentrum der Oberflächlichkeit, die Oberflächen zu einem perversen Geschäftsmodell machten: die Modeindustrie.

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Auch die Filmindustrie ist recht oberflächlich – zumindest was den klassischen Film und ihren Heiligen Tempel Hollywood angeht. Die meisten Filme bringen einzig und allein Ablenkung. Und das sogar oft noch mit spießiger Haltung. So gibt es z.B. nie einen Vater, der nicht den Freund der Tochter hasst. Oder der Böse ist immer absolut Böse. Er darf nie wirklich auch menschlich sein (auch wenn das ein gewagtes Wort für nett, sozial und rücksichtsvoll ist) und seine guten Seiten haben. Das würde nach Meinung der Filmemacher wohl den (ebenso oberflächlichen?) Zuschauer verwirren.

SLEAZE + Before the Flood
Das Ende (naht)

Darum ist es umso beeindruckender, dass jemand wie Leonardo DiCaprio, der sein Geld mit diesen (oft auch sehr unterhaltsamen) Ablenkungen verdient, sich ernsthaft dem größten Problem unserer Zeit annimmt: der Zerstörung der Umwelt. Als UN-Friedensbotschafter setzt er sich dafür ein, dass Menschen ihr dummes, kurzfristiges gedachtes Handeln endlich korrigieren. Und um seine Arbeit und die Schwierigkeiten besser zu greifen sowie das Problem Klimawandel einmal begreiflich zu machen, entstand eine interessante Doku dazu, die es nun auch seit Kurzem bei Netflix gibt.

Es geht um viel, viel, sehr viel Geld

Diese Aufgabe des „(Verhinder-)Klimawandel-Botschafters“ ist natürlich keine einfache. Nicht nur gibt es den egoistischen „einfachen“ Menschen als Gewohnheitstier, der teilweise sehr faul ist und liebgewonnene „Freiheiten“ nicht kampflos aufgibt, egal wie sehr er sich und seinen Nachkommen schadet (kleinen Gruß an die Raucher).
Auch die „anderen“ Menschen, die viel Geld verdienen mit der Welt, wie sie aktuell ist, sind ein großer Störfaktor. Exemplarisch für diese Art Ekelmensch werden in der Doku die Koch-Brüder und ihr Konzern Koch Industries genannt, die harte Lobbyarbeit betreiben und schwere mediale Geschütze in Form von „Experten“, Talkmastern usw. gegen den Klimawandel einsetzen. Und natürlich Donald Trump…

SLEAZE + Before the Flood
Es geht auch anders…

In den 96 Minuten Before the Flood wird – zumindest ansatzweise – deutlich, wie groß das Problem eigentlich ist. Und auch, welcher Maßnahmen es bedarf, um es einzudämmen oder gar (teilweise) rückgängig zu machen. So erklärt z.B. ein Professor für Umweltphysik namens Gideon Eshel, wie einfach es wäre, einen Teil des Klimawandels zu minimieren.

Und das geht so: Ernährt man sich von Tieren, erzeugt man doppelte Treibhausgase: Erst für die Futterproduktion der Tiere, dann durch die Tiere selber, also das Futter der Menschen. Aber das ist nicht alles: Tiere erzeugen unterschiedlich viel Methane. Rinder sind sehr produktiv in dieser Negativbilanz, Hühner sind da 80% weniger aktiv. Heißt, man würde diese Summe allein mit dem Verzicht auf Rinderfleisch einsparen! Als Veggie oder Veganer bist du natürlich noch sauberer.

Mutig in die Zukunft

Ein großes Manko hat die Doku allerdings. Eines der wichtigsten Faktoren lässt sie nämlich aus bzw. der wird nur ganz am Anfang einmal mit einem Wort erwähnt: Überbevölkerung. Würde der Mensch es schaffen, sein Bewusstsein in Bezug auf Kinder zu überdenken und sich Eltern klar werden, was sie allein ihrem bereits geborenen Kind antun, wenn sie noch weitere in die Welt setzen, würde das der Erde und ihren Bewohnern mehr als gut tun.

SLEAZE + Before the Flood
Tierquälerei x Treibhausgas = „Nutztier“ Rind

Die fortschrittlichste Aktion Chinas war ihre Ein-Kind-Poltik – wenn auch falsch umgesetzt, wie die vielen Ermordungen weiblicher Babys dokumentiert. Aber dennoch, die Logik war 100% richtig. Leider denken die Menschen eher nach der Logik „Nach mir die Sintflut“ als „Before the Flood“. In dem Medien erfährt man davon kaum etwas. Und selbst die Doku, die so heißt, klammert dieses wichtige Thema aus.

Dennoch: Leo schaut sich viele Orte an, die exemplarisch für unseren Umgang mit Mutti Erde sind. Er nimmt uns mit auf eine spektakuläre Reise, die zeigt, wie schön die Welt (noch) ist – und was der Mensch bereits zerstört hat.

Der Schauspieler spricht mit vielen schlauen und mächtigen Leuten wie John Kerry, Barack Obama und dem Papst. Vor allem aber mit Elon Musik, der mit seinem Team ausgerechnet hat, dass 100 seiner regenerativen Gigafactorys den weltweiten Strombedarf decken würden. Übrigens eine Idee, die viel sinnvoller ist als eine Umsiedlung auf dem Mars, Elon.

SLEAZE + Before the Flood
Auf heikler Umwelt-Mission – mit Porsche Cayenne

Ob Leo mit seinen bisherigen Aktionen viel geschafft hat, lässt die Doku offen. Und dass er selbst in der Doku mit einem unsinnigen Porsche Cayenne rumfährt, obwohl er schon seit Jahren für eine bessere Umwelt kämpft, zeigt, wie schwer es für jeden Einzelnen ist. Trotzdem schafft die Doku in ihrer Summe, dass man hin und wieder sein Handeln hinterfragt – und hoffentlich etwas ändert in seinem Leben, für die Zukunft aller Bewohner dieses Planeten.

danilo

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