BCB: Behind Bars

BCB: Behind Bars

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Wer seine gemixten Spirituosen nicht nur in Etablissements mit Sand auf dem Boden trinkt, sondern vielleicht sogar in Räumlichkeiten, wo zu dem Drink ein Glas Wasser gereicht wird – der kann den BCB nur mögen. Es gibt wenige so hochwertige Branchentreffs wie den Bar Convent Berlin, wie der BCB in seiner Extended Version heißt.

SLEAZE + BCB 2017
Der BCB im letzten Jahr

Das eigentlich Kuriose und irgendwie auch Selbstverständliche dabei ist, dass der Convent dem normalen Gast zugänglich ist. Heißt zusammengefasst: Jeder, der die Bar-Kultur (oder zumindest Alkohol) mag, erhält mit einem Ticket Zugang zu exzellenten Getränken.

Richtig, das klingt heikel. Denn natürlich lockte so eine Veranstaltung nicht nur die Gin-Geeks und die Cognac-Connaisseure an, sondern – Ja, huch! – auch eher die Klientel, die Vodka Rachmaninoff mit dem T400 (das ist ein Energydrink, kein neuer Terminator) in der 1,5l-Flasche mixen.

Nur: Der Veranstaltung hatte das die letzten Jahre keinen Abbruch getan. Gut, das Ganze verwässerte vielleicht etwas, als wenn man es mit den Eiswürfeln zu gut meinte. Darum hat der BCB jetzt auch die Besucherrichtlinien verschärft, worauf ich gleich zu sprechen komme.
Aber auch so: Der BCB verdient immer noch – im Gegensatz zu vielen Filmen – das Prädikat „besonders wertvoll“ (das mit dem „voll“ bitte nicht falsch verstehen) und ist DIE Barmesse schlechthin. Gerade auch, nachdem die mehr auf Lifestyle und Endkonsumenten zugeschnittene Barzone nach sieben Jahren 2015 eingestampft wurde.

SLEAZE + BCB 2017
Eine gut gemachte Bar – immer eine Augenweide!

Die erhöhte Nachfrage führte aber irgendwann dazu, dass man das regulieren musste. Ja, das kennen wir aus einer anderen Branche namens Politik im letzten Jahr, weswegen jetzt auch oft betrunken wirkende Menschen die passende Farbe „blau“ als Kennzeichnung haben und leider da mehr als einen sitzen haben, wo sie es definitiv nicht sollten: im Parlament.

Beim BCB ist das zum Glück alles friedlicher, aber dennoch: Der Convent ist für dieses Jahr bereits ausverkauft. Das war, soweit ich zurückdenken kann, noch nie der Fall, auch wenn es auch schon in den vergangenen Jahren immer zu nervigen Einlass-Schlangen kam.

Nun wurde der Einlass noch einmal strenger. Mit einem „Fachbesuchernachweis“ soll der Proll vom Weizen(gebrannten) getrennt werden. Ich bin sehr gespannt, ob das geklappt hat, wenn sich am 10. Oktober in der Station Berlin die Tore öffnen.

Was können wir vom BCB nun erwarten?

So viel ist klar: einiges! Das Herz jedes Bar Convents sind, natürlich, die Vorträge. Auf elf Bühnen gibt es diesmal Schwerpunkte von Kaffee über das sich immer mehr etablierende Craft-Beer-Segment bis zu den Besonderheiten und Spezialitäten des Partnerlandes Frankreich.
Sehr interessant werden bestimmt auch der Beitrag „Prepping for an Anti Waste Drinks Program“ des Trash Tiki sowie das gerade aktuell wieder überall zunehmende Dauer-Thema „Rascism – an Everyday Subject“ von Dennis Wolf und seinem Verein „Gastronomie gegen Rassismus“.

Doch der Erfolg des BCB geht noch weiter. Im Juni kommenden Jahres gibt es den ersten BCB Brooklyn, natürlich in New York. Wer also noch keine konkreten Reisepläne hat…

Jero

Was: BCB – Bar Convent Berlin
Wann: 10. – 11. Oktober 2017, 11 – 19.00 Uhr
Wo: Station, Luckenwalder Str. 4 – 6, 10963 Berlin
Tickets: ausverkauft

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