Aufkleber an Bord

Aufkleber an Bord

TEILEN

„Baby an Bord“, „Abi 2007“, „Bitte keine Werbung einwerfen“ – Aufkleber wie diese begegnen uns mittlerweile tagtäglich auf der Straße. Mit mehr oder weniger lustigen Aussagen werden so Briefkästen, Autos, Stromkästen oder Mülleimer verziert – natürlich auch illegal, weshalb nicht jeder ein Fan dieser Art von Dekoration ist. Fast alle unter uns hatten damals auf dem Pausenhof ein Stickeralbum und haben fleißig mit den Freunden getauscht. Bei einigen scheinen die Aufkleber mitgewachsen zu sein und haben so eine ernst zu nehmende Bedeutung bekommen. Sie sind schon lange der kreative und anonyme Austausch auf einer öffentlichen Grundlage.

SLEAZE.aufkleber-schlüpperDen Sprung in die kreative Champions League schafften die Sticker wohl in den 70ern. Immer mehr Skateboard-Decks wurden mit den grandiosen Designs und Masterpieces in Kleinformat veredelt. Viel genutzt wurden dafür vor allem Paketaufkleber von der Post, die selbst gestaltet und verklebt wurden, wie uns Janine von DeineStadtklebt.de verrät (und wer einige unserer SLEAZE-Aufkleber kennt, weiß auch Bescheid 😉 ). Das die Kommunikationsguerilla auch bei Stickern zunimmt, ist wahrscheinlich schon jedem in einer Großstadt Lebenden aufgefallen, immerhin lässt sich das klebrige Phänomen auf immer mehr Straßen sichten. . Es wäre aber auch komisch wenn nicht. Die Sticker sind meistens klein und sehr schnell angebracht, ein Graffiti dagegen braucht Zeit, man wird leichter erwischt und wenn es mal daneben geht, kann man nur hoffen, dass es möglichst schnell wieder weg ist. Natürlich ist auch das Bekleben von fremdem Eigentum illegal. Während man allerdings bei Graffiti meist mit einer Anzeige rechnen muss, gibt es bei Stickern höchstens ein überschaubares Bußgeld. Es handelt sich ja nur um eine geringfügige Veränderung des Gesamtbildes des beklebten Gegenstandes. Es gibt also Schlimmeres.

SLEAZE.aufkleber-ausgeben

Da selbst arme Schlucker mit möglichst geringen Mitteln und Produktionsaufwand eine möglichst große Masse mit ihren Aufklebern ansprechen können, bezeichnet stickma.de- Gründer Andreas Ullrich vollgeklebte Straßen als demokratischen Abenteuerspielplatz. Andreas und sein Kollege Alain Bieber, Gründer von rebel:art und Chefredakteur der ARTE Creative, gründeten 2005 den internationalen Stickeraward, um auf den künstlerischen Aspekt der Aufkleber aufmerksam zu machen. Künstler aus aller Welt bewerben sich für den Preis für Stickerkunst und Paste-Ups und Deutschland hat innerhalb von sechs Jahren immerhin viermal den ersten Platz gemacht. Der Award soll der Stickerkunst im kulturellen Leben mehr Gewicht verleihen und wird jedes Jahr mit einer Ausstellung der eingegangenen Exponate abgeschlossen. Falls du Lust bekommen hast mitzumachen, jeder kann sich unter stickeraward.net bewerben!

SLEAZE.aufkleber5

Falls du jetzt aber noch Hilfe beim Drucken, Gestalten oder der Auswahl des richtigen Materials brauchst, wäre eine Option DeineStadtklebt.de, kurz DSK. Mittlerweile seit über mehr als zehn Jahren im Geschäft, ist das DIE Adresse, um gleich dein eigenes individuelles Klammeräffchen designen und drucken zu lassen. Ob gesellschaftkritischer Kommentar, Logo oder lustige Zeichnung – unsere Freunde aus der Klebewelt können dir fast jeden Sonderwunsch erfüllen. Auch wenn du vielleicht nicht gleich so berühmt wirst wie Obey aka Shepard Fairey mit seiner Aufkleberkampagne „André the Giant has a Posse“ 1989, kannst du dennoch deine Ideen in der ganzen Stadt verteilen. Neben Modelabels wie Carhartt und Künstlern wie Prinz Pi aka Prinz Porno versorgt DSK selbst Aktionen wie „Skateistan“ mit Stickern. „Neulich waren unsere Sticker sogar Teil einer Ausstellung in Russland“, sagt Janina aus der DSK-Marketingabteilung. Falls du dir erstmal ein Bild von anderen Paste-Ups machen willst: In Berlin gibt es das Hatch Sticker Museum. Es ist weltweit das erste Museum, das sich ausschließlich mit Aufklebern beschäftigt und hat eine riesen Sammlung von Stickern, die man sich alle samt ohne zu zögern auf das Deck seines Skateboards oder vor die Haustür kleben würde. Insgesamt hat das Museum mittlerweile über 4.500 Sticker zusammen und darunter befinden sich auch vier der berühmt-berüchtigten SLEAZE-Aufkleber. Du siehst, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall und ist mit einem Euro Eintritt geradezu ein Schnäppchen! J

Leo & Milena

P.S.: Ein paar der hübschesten Aufkleber überhaupt findest du beim SLEAZE.Geburtstag, natürlich produziert von www.deinestadtklebt.de. Komm vorbei – es gibt auch Freigetränke. 😉

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT