The Assignment – ein Traum von Alptraum?

The Assignment – ein Traum von Alptraum?

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evilwithin_sleaze„Leeeeeeslieeee!!“ Ich renne in einen Raum und suche panisch nach Versteckmöglichkeiten. Nach kurzer Überlegung beschließe ich, dass der Spind wohl der sicherste Ort sei. Man hört das metallische Schließen der Tür und schon steht das Absurdum im Zimmer. Ein Taucherhelm, besudelt mit den Überresten derer, die nicht so schnell den Weg in den Spind gefunden haben. Zusammen mit „Ihm“ – ein weniger gefährlicher dieser „Draht-Zombies“. Gierig nach Fleisch frisst die Kreatur den Zombie. Verschlingt ihn mit seinem äußerst gefräßigen Mund, der sich über seinen ganzen Körper erstreckt.“Leeeeeeslie!!“ Mit seinen Scheinwerfern leuchtet es begierig in den Spind, in dem ich mich panisch verstecke. Öffnet sich die Tür, habe ich verloren. Nach einer Weile dreht es sich um. Unbeholfen und staksig rennt es in das nächste Zimmer. Ich bin in Sicherheit – vorerst.

Wie auch das Hauptspiel spielt Tango Gameworks wieder mit der Psyche seiner Spieler. Während The Evil Within für manche ein Zuckerschlecken ist, sitze ich mit einem Schweißausbruch vor dem Bildschirm oder kauere mich in die Ecke. Sowohl im Spiel als auch in der Realität. Parallel laufen auf meinem anderen Bildschirme Videos von niedlichen Tierbabys. Die habe ich mir jetzt auch verdient.

Mehr Survival, weniger Shooter

Mit The Assignment wird das erste der dreiteiligen DLC-Reihe vorgestellt. Mit einem Preis von 10€ und einer Spielzeit von 3-4 Stunden liegt es meiner Meinung nach durchaus im grünen Bereich. Denn im Gegensatz zu anderen DLCs, die den Verlauf der Geschichte weder vorantreiben noch erläutern, macht Assignment alles richtig. Wir schlüpfen in die Rolle Juli Kidmans, Polizistin und Partnerin des Hauptcharakters Sebastian. Dieser ist mit seinen Kollegen Joseph im Beacon Hospital unterwegs.

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Gegen die Monster kann man nichts ausrichten, hier hilft nur Beine in die Hände nehmen und losrennen!

Das DLC läuft also parallel zum Geschehen des Hauptspiels ab, eine nette Idee. Juli wird von einem nicht erkennbaren Mann gebeten, Leslie zu finden. Dieser ist essentiell für die Firma und ihre Vorhaben. Es ist also mehr oder weniger eine Grundvoraussetzung das Hauptspiel zu kennen, denn mit dem Namen Leslie sollte man schon etwas anfangen können. Für alle anderen: Leslie ist einer der Insassen im Beacon Mental Hospital und wird neben Juli auch von Sebastian und Joseph gesucht. Während Sebastian sich im Hauptspiel mit Pfeilen, Bomben und Waffen zum Schutz vor den Monstern wappnet, bleibt der lieben Juli höchstens der Griff zur Flasche (wortwörtlich). Statt in die Schlacht gegen die blutverschmierten verunstalteten Menschen zu ziehen, gilt es hier abzuwarten und sich ruhig zu verhalten. Nach zwei Schlägen ist nämlich Schluss mit Juli und du darfst wieder vom alten Speicherpunkt anfangen. Anstatt zu kämpfen, lockt sie die Unwesen mit ihrer Stimme, wirft Flaschen, um Aufmerksamkeit zu bekommen und rennt dann so schnell wie möglich weg vor den Dingern.   Wäre doch nur das ganze Spiel so abgelaufen, denn genau das hat mir dort teilweise gefehlt. Dieses Gefühl, den Kreaturen hoffnungslos ausgesetzt zu sein, reizt mich mehr, als sie der Reihe nach mit diversen Waffen auszuschalten.

Wie in der Vergangenheit sehen die Kreaturen auch hier wieder alles andere als einladend aus. Mit Gedärmen, Blut und ein paar Extraköpfen wurde nicht gespart. „Resident Evil“-Macher und Survival-Horror-Papa Shinji Mikami weiß halt, wie man’s macht. Die liebliche Kreatur, mit der ich schon anfangs Bekanntschaft machen durfte, erinnert mich beispielsweise sehr an eine Mischung der Silent-Hill-Krankenschwestern und BioShocks Big Sister. Ein verstörender, jedoch faszinierender Anblick. Hier ist der Gruselfaktor für mich deutlich höher. Die Kreaturen wirken einschüchternder, das dauerhafte Versteckspiel zerrt an meinen Nerven. Für mich trifft hier das „Survival“ im Survival-Horror-Genre auf jeden Fall zu.

theevilwithin_assignment_sleazeFazit

The Assignment ist einer der wenigen DLCs heutzutage, die mit ihren Bonusinhalten an das Hauptspielgeschehen anknüpfen. Statt sinnlose Bonusgegenstände oder sonstiges hinterhergeworfen zu bekommen, wird hier einer der Nebencharaktere genauer beleuchtet. Schön finde ich die Idee, dass die DLC-Inhalte parallel zum Hauptstory-Strang ablaufen. Wer also Spaß mit The Evil Within hatte, wird sich hierüber freuen. Leute wie ich, denen es ein wenig an Survival fehlte, werden hier erst recht bedient. Ich bin gespannt auf die zwei anderen DLCs und hoffe, dass dort auch meine restlichen Wissenslücken geschlossen werden. (Gibt’s das eigentlich auch für die Schule?)

Anne

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