Assassins Creed Unity: Shitstorm und Grafikbombe

Assassins Creed Unity: Shitstorm und Grafikbombe

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Ubisoft hat sich den Release von dem neuen Assassins-Creed-Ableger bestimmt anders vorgestellt. Statt zufriedene Fans und guter Metakritik gab es einen riesigen Shitstorm seitens der Tester und Spieler.

Quantität vor Qualität?

Auch ich habe mein PS4-Pressemuster letzte Woche bekommen. Recht knapp für eine ordentliche Kritik pünktlich zum Release-Datum, aber das istja typiassassins-creed-unity-stealth-notre-damesch Spiele-Firmen.. Heute ist der Release für uns in Europa. In Amerika fand dieser schon am Dienstag statt. Diese zwei Tage Vorsprung reichten aus um zu beobachten, wie sich ein riesiger Shitstorm bildete. Manche Kritiker gehen soweit und sagen, Unity sei in der jetzigen Fassung nicht spielbar. Der Grund: Bugs und Glitches, soweit das Auge reicht. Das Schlimmste jedoch soll die Performance sein: Teilweise ruckelt und lagt das Spiel so stark, dass du nichts mehr machen kannst. Performance-Fehler fand ich in meiner Kopie zum Glück nicht. Ich hatte genauer gesagt nur einen einzigen Bug, dafür umso frustrierender. Als ich kurz vor dem Ende einer Mission war, fiel Arno durch die Karte: „Spieler desynchronisiert“, tot. Hieß für mich die komplette Mission noch einmal von vorne zu beginnen. Obwohl ich der Meinung bin, das einige Leute da draußen sich mal wieder zu sehr reinsteigern, gebe ich dem Großteil der Community recht. Ein Triple–A-Spiel (großer Entwickler, hohes Budget) wie Ubisofts Assassins Creed sollte sich so etwas nicht leisten. Schon jetzt zeigen sich massive Auswirkungen. Die Aktien von Ubisoft sind um rund 9% gesunken seit dem Release, er Ruf ist angekratzt. Als Spieler hat man heutzutage sowieso schon oft das Gefühl, der Volldepp zu sein. „Möchtest du das Spiel spielen? Oh ok, dann brauchst du aber die DLCs, die nochmal jeweils 30 € kosten. Damit kannst du dir dann den Content runterladen, der eigentliche sowieso von Anfang an drin sein sollte.“ Ubisoft wollte sich in diesen Fall wahrscheinlich einfach nicht die Gelegenheit entgehen lassen, beim Weihnachtsgeschäft fett abzuräumen. Aber hat sich das jetzt im Endeffekt wirklich gerechnet? Ich bin sowieso der Meinung, Ubisoft nimmt sich nicht genug Zeit für ihre jeweiligen Titel. Jedes Jahr ein neues Spiel, dieses Jahr sogar zwei? Da kommen weder die Spieler noch die Entwickler hinterher. Nehmen wir Skyrim zum Beispiel, das ist 2011 rausgekommen und ich spiele es immer noch. Ein schön entwickeltes Spiel ist mir lieber als zwei Halbe. Ubisoft ist sich dessen aber natürlich bewusst und arbeitet momentan an zwei großen Updates.

Update: Games Errors soll mit einer eigenen Software die Fehler und Bugs ausgemerzt haben. (Noch keine Bestätigung.)

Kommen wir trotzdem erst mal zum Spiel, denn das Spiel selbst überzeugt in Sachen Gameplay und Grafik gewaltig. Man muss jedoch dazu sagen, dass dies mein erster Assassins-Creed-Teil ist (bitte steinigt mich nicht). Ich gehe also nicht auf die Entwicklung des AC-Franchise ein, wie viele andere es schon getan haben.

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Assassine und Templer müssen nicht immer verfeindet sein: Arno und Elise.

Vive la France!

Von wütenden Gamern zu wütenden Franzosen. Wie auch in den Vorgängern der Reihe erlaubt dir eine hochentwickelte Technologie namens Animus, alte Erinnerungen durchzuleben. Du befindest dich inmitten der blutigen Französischen Revolution, die im Jahre 1789 begann. Du spielst Arno, einen wortgewandten, raffinierten jungen Mann, der noch nichts von seiner „wahren“ Bestimmung weiß.

So schön Paris im neuen Assassins-Creed-Teil auch ausschauen mag, es durchlebt harte Zeiten. Der eine Teil der Bevölkerung lebt am Existenzminimum im „Le Ventre de Paris“, wo hingegen der Adel sich lediglich selbst feiert im Stadtteil „Les Marais“. Mittendrin stehst du und bist für die Zukunft der Bevölkerung zuständig. Töte den wahren Abschaum Paris‘, indem du einen nach den anderen durch geschickte Attentate ausschaltest. Nebenbei stößt du auf aus dem Geschichtsunterricht bekannte Berühmtheiten wie Napoleon oder Robespierre. Diese dienen meistens jedoch nur als „Hilfsmittel“ bei den Sequenzen, was ich recht schade finde. Vor allem bei Persönlichkeiten wie dem intelligenten und charmanten Napoleon hätte ich mir mehr Bezug gewünscht. Unity hätte mir übrigens bei vielen Klausuren in der 12. Klasse geholfen. Wie immer setzt die Reihe nämlich auf Fakten, Fakten, Fakten. Lediglich die bekannten Templer- und Assassinen-Orden wurden neu eingebracht. Begleite Arno neben seinen persönlichen Rachefeldzug zu einer riesigen Verschwörung der Templer gegen die Assassinen.

Assassins Creed 2.0

Die Fehler im Spiel an den jeweiligen Punkten noch einmal zu erwähnen, lasse ich an dieser Stelle mal sein. Was passiert ist, ist passiert. Der neue Assassins-Creed-Ableger hat nämlichassassins-creed-unity-cataombs noch einiges mehr zu bieten. Sowohl optisch als auch spielerisch. So stellt dir Ubisoft beispielsweise das erste Mal einen richtigen Schleichmodus zur Verfügung, den du selbst an- und ausschalten kannst. Auch der Parcours-Modus wurde überarbeitet. So schwingst du dich ohne Mühe von Dach zu Dach, von Schornstein zu Schornstein. Nervig ist dieser jedoch auf festem Boden. Oft hatte Arno bei mir die Idee, mitten in der Flucht einfach auf eine Kiste zu klettern und dort stehen zu bleiben. Auch das durch die Türen gehen erwies sich teilweise als schwierig. Statt hindurchzugehen kletterte er auf ihr hoch. Das ist ein Problem, das ich privat eher selten habe. Grade da die Pistolen eine Menge Schaden weghauen, führte das aber oftmals zu frustrierenden Toden. Erwähnenswert ist auch, dass dir die Welt von Assassins Creed zum ersten Mal komplett offen steht. Bei einer doppelt so großen Karte wie beim Vorgänger kann man da eine Menge Zeit verbringen. In der Hauptkampagne geht es häufig darum, eine Zielperson des Templer-Ordens auszuschalten. Man hat mehrere Möglichkeiten, um an diese heranzugehen. So hast du zum Beispiel Zusatzziele, die dir deinen Weg erleichtern können. Mit verschiedensten Szenarien und Gebäuden wirken diese auch auf Dauer nicht linear oder langweilig. Auch an Nebenmissionen fehlt es nicht: Morduntersuchungen, Pariser Geschichten, Nostradamus-Rätsel und Animus-Missionen. Natürlich wiederholen sich viele der Aufgaben und dienen als Zeitstrecker. Besonders Spaß gemacht haben mir jedoch die Morduntersuchungen. Da stichst du nicht einfach wahllos Person X wegen Item Y ab, sondern musst sogar mal dein Hirnschmalz einsetzen. Für Nebenmission-Fetischisten wie mich kann das aber auch ganz schnell in die Hose gehen. Am liebsten würde ich jedes einzelne Symbol auf der Karte abarbeiten, das ist bei Unity aber einfach nicht möglich.

Kommen wir nochmal zum Open-World-System zurück, denn das kann sich sehen lassen. Du kannst in jedes Haus reinspringen, jedes einzelne ist komplett im damaligen Stil eingerichtet und beinhaltet seine eigenen Bewohner. Hier sieht man auf jeden Fall die Liebe zum Detail. Allein die Nachbildung der Notre Dame, die auf der Karte die reale Größe darstellt, kostete das Team zwei Jahre. Auch ansonsten sind die Gebäude auf der Karte doppelt so groß wie die der Vorgänger. Zusammen mit 5.000 NPCs auf öffentlichen Plätzen haben die Performance-Einbrüche also auch einen triftigen Grund. Auch grafisch gesehen ist Assassins Creed Unity mit der hauseigenen „Anvil Engine“ ein Augenschmaus. Mein persönlicher Feind sind oftmals die Gesichtsmimiken eines Spiels. Bei Assassins Creed war ich umso mehr erleichtert, als die ersten Sequenzen liefen. Die Charaktere wirken ausdrucksstark, jeder Einzelne hat seine Erkennungsmerkmale.

Fazit

Ich möchte keinesfalls mit diesen Text ausdrücken, dass die Fehler und Bugs nicht so schlimm wären. Grade für Leute, die sich das assassination-assassins-creed-unitySpiel vorbestellt haben oder einfach loslegen wollten, ist das mehr als ärgerlich. Auf große Entwicker wie Ubisoft wird gezählt, da sollten solche Fehler einfach nicht mehr vorkommen. Das Spiel ist jedoch erst seit einigen Tagen draußen und Ubisoft inklusive einzelner Teams arbeiten an einer Fehlerbehebung. Viele Spieler heutzutage wissen gar nicht mehr zu schätzen, wie viel Arbeit hinter so einem Titel wie Assassins Creed steckt. Die zweijährige Entwicklung der Notre Dame sollte da eigentlich ein guter Maßstab sein, denn das ist ein einziges Gebäude. Ich finde es einfach nicht cool so schnell ein fatales Fazit zu ziehen, obwohl man das Spiel grade mal seit einem Tag spielt. Viele Leute haben ihr Herzblut reingesteckt und wertvolle Jahre ihres Lebens dafür geopfert. Das sollte den Leuten einfach auch mal einleuchten.

So, genug mit der Lehrerrede. Assassins Creed: Unity verspricht eine ca. 20-stündige Hauptkampagne, mehr als doppelt so viele Nebenmissionen und ein schön designtes Paris. Mit Unity macht das beliebte Spiel keinen Schritt nach vorne, jedoch auch keinen zurück. Sobald die lästigen Fehler behoben werden, kann man sich also über einen spannenden neuen Teil der Reihe freuen.

Anne

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