Arkham Horror – Wahnsinn für die ganze Familie

Arkham Horror – Wahnsinn für die ganze Familie

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Draußen regnet es in Strömen, Nebel steigt auf und dir ist so richtig langweilig. Die Atmosphäre schreit förmlich nach Grusel.

Da du schon immer mal dem Wahnsinn anheimfallen wolltest und es dir keinen Spaß macht, bei Brettspieleabenden mit deinen Freunden immer zu gewinnen, suchst du nach einer Herausforderung. Da wollen wir doch mal an einen Klassiker erinnern: Arkham Horror aus dem Hause Fantasy Flight Games.

SLEAZE + Arkham Horror
Beeindruckend, wie gruselig ein Brettspiel werden kann.

Horror in Perfektion

Nein, das Spiel hat nichts mit Batman zu tun, auch wenn Arkham vielleicht für manch einen danach klingen mag. Du musst allein oder mit deinen Freunden die fiktive Stadt Arkham, Massachusetts, die durch die Bücher über den Cthulhu-Mythos von H.P. Lovecraft bekannt wurde, vor dem Untergang bewahren.

In Arkham Horror erwacht ein schreckliches Wesen jenseits von Zeit und Raum, aufgeweckt durch die sich überall in der Stadt öffnenden Tore zwischen den Welten. Sei es der unaussprechliche Cthulhu oder andere lustige Gesellen mit den Namen Azathoth oder Nyarlathotep.

Solltest du durch ein Missgeschick deine Zunge verlieren, wirst du dich dennoch nicht in der Lage befinden, diese Namen richtig aussprechen zu können. Außerdem bist du der Einzige, der sie aufhalten kann, bevor du stirbst – oder wahnsinnig wirst. Du musst also all deine Kräfte und Fähigkeiten einsetzen um all diese Tore zu schließen, bevor das Wesen „Der Große Alte“ ganz erwacht.

Nachdem das Spiel mit seinen unzähligen Einzelteilen, bestehend aus Markern, Charakterbögen und natürlich dem Spielplan aufgebaut ist, wählt jeder Spieler (bis zu acht können mitgruseln) einen Ermittler aus. Darunter befindet sich zum Beispiel ein Professor, die nette Bardame aus deinem Lieblingspub, ein Privatdetektiv oder aber der obdachlose Landstreicher samt treuem Hund, um nur einige zu nennen. Die Auswahl ist riesig. Jeder mit seinen eigenen Talenten, Fähigkeiten und Ausrüstungen.

Zeitlich spielt Arkham Horror in den 20er-Jahren, du musst also auf den Granatenwerfer verzichten. Schade eigentlich! Den hättest du nämlich bei der einen oder anderen Partie sicher gebrauchen können.

Tore und andere Welten

Währenddessen du die Stadt erkundest, öffnen sich interdimensionale Tore zu anderen Welten und geben Ausgeburten der tiefsten Hölle frei. Zombies und die sogenannten (A)Mi-Gos sind dabei das geringere Übel.

SLEAZE + Arkham Horror
Strategie ist alles!

Solltest du imstande sein, die Tore rechtzeitig zu schließen, um somit ältere Zeichen zu sammeln, hast du sogar eine Chance, den Großen Alten zu verbannen und die Welt zu retten. Diese Zeichen werden nämlich gebraucht, um das Spiel zu gewinnen. Also merken!

Aber keine Sorge. Das Spiel hasst dich und zwar so richtig. Denn am Ende jeder Spielrunde ist das Böse am Zug und schmettert dir mit voller Wucht die sogenannte Mythos-Phase um die Ohren.

Will heißen, noch mehr Tore der Hölle, Monster oder andere unliebsame Mechaniken. Eine Mythos-Phase öffnet immer ein neues Tor und generiert ein neues Monster, gibt an, wie sich besagte Monster in Arkham bewegen und kommt auch immer mit einem Effekt daher.

Bei diesen Effekten kann es sich um harmlose Dinge handeln oder aber auch um ausgesprochen böse Begebenheiten wie zum Beispiel ein Ritual im Wald und die daraus entstandene Flut von Monstern, die sich nun auf Arkham zubewegt. Es könnte auch sein, dass du in dem Waffengeschäft einen Rabatt für treue Kunden bekommst oder dieser sogar aufgrund der vielen Monster schließt.

Siegreich aus dieser Erfahrung hervorzugehen, ist eine Seltenheit. Und so siehst du dich regelmäßig von Tentakeln ausgepeitscht oder weinend wie ein Kind in der Ecke sitzen. Denn zu 80 Prozent verlierst du.

Ja, das Spiel ist wirklich schwer. Nach etwa 3 – 4 Stunden bist du dann erlöst, entweder tot oder wahnsinnig. Vielleicht kommst du auch in den ausweglosen Genuss, gegen den Großen Alten anzutreten. Ja, und ganz vielleicht gewinnst du sogar.

Sollte dein auswegloses Unterfangen, die Tore zu schließen und zu versiegeln, gelingen und solltest du dich zudem mit Waffen, Zaubersprüchen, Hinweisen und Verbündeten eingedeckt haben, wirst du einen letzten, verzweifelten Angriff auf den Mythos wagen, um auch die letzten Tore zu schließen.

Bist du erfolgreich, wird die Welt überleben. Wenn nicht, erwacht der „Große Alte“ zur letzten Schlacht gegen dich. Und diese Schlacht wird ziemlich heftig, bis gar unmöglich zu gewinnen sein.

Das Spiel schreit förmlich Atmosphäre! Mit oder ohne Phantasie riechst du förmlich die düsteren, von wilden Partys und illegalem Alkohol durchtränkten Nächte in Arkham. Spürst die Angst durch sich aufstellende Nackenhaare. Das Spiel ist mitunter aber etwas eigen. Also wahrscheinlich nicht für jedermann, auch aufgrund der langen Spieldauer.

SLEAZE + Arkham Horror
Man kann (sich) bei diesem Spiel durchaus (ver)irren.

Arkham Horror ist dennoch gerade wegen seiner kooperativen Spielweise und dem Setting mal was anderes. Nicht gegeneinander, sondern zusammen gegen das Böse kämpfen, macht verdammt viel Spaß und ist ein absolutes Highlight in jeder von Melancholie geschwängerten Großstadtnacht der heutigen Zeit.

Der Preis von rund 45 € bis 50 € ist zwar ein wenig hoch, aber absolut gerechtfertigt, wenn man bedenkt, wie viel Material und Liebe in dieses Spiel gesteckt wurde. Das Arkham Horror Board-Game ist ein kleiner Geheimtipp und sein Geld allemal wert.

Steven

Titel: Arkham Horror
Entwickler: Fantasy Flight Games
Veröffentlichung: 2005
Preis: ca. 45 € – 50 €

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