Alle Audio-(Neo-)Nostalgiker aufgepasst!

Alle Audio-(Neo-)Nostalgiker aufgepasst!

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Kennst du das wenn du am Ende des Monats deinen Kontostand checkst und dir der freundliche Bankomat, trotz der finanziell meist kritischen Zeit, einen erstaunlich hohen Betrag anzeigt? Wenn du auch so einen „kreativen“ Job wie wir hast, wahrscheinlich nicht. Aber wenn du zu den wenigen Glücklichen gehörst, die sich nicht einreden müssen, dass Geld nicht glücklich macht, fragst du dich sicherlich, was du mit all dem schnöden Mammon anstellen sollst. Die einfachste und populärste Methode, sich seines Geldes zu entledigen, ist: es auszugeben.
Und da kann man schon recht kreativ sein. Zum Beispiel kann man sich für schlappe 400 Taler den „Wurster“ der Marke Severin kaufen. Dieser Wurstgrill ist ein wahres Wunder der Technik, denn er kann ganze zwei Würste gleichzeitig braten. Oder das „Riesen-Schaukelpferd“ von Pinolino. Dieses Ungetüm bringt ganze 256 Kilo auf die Waage und ist so hoch wie ein ausgewachsener Mensch. Das empfohlene Mindestalter vom Hersteller ist vier Jahre.

Du kannst dein Geld allerdings auch für etwas Sinnvolles ausgeben. Für ein neues Soundsystem zum Beispiel. So eins wie das neue Gerät „sonoroHIFI“ von, du ahnst es bereits, sonoro. Ob das Sinn macht oder ob du damit dein Geld verschwendest, prüften wir den sonoro für dich. Unser Hauptaugen- und -ohrenmerk legten wir dabei auf Design, Features und natürlich den Klang.

  1. Design oder nicht Design, das ist hier die Frage!
SLEAZE + sonoroHIFI
Design-Style: Macht sich gut in einer Agentur neben dem obligatorischen Kicker.

Eindeutig Design! Der HIFI ist im Grunde ein Quader, die auf einem (nicht standardmäßig mitgelieferten) Standfuß thront. Mit den leicht abgerundeten Ecken, dem weißem Hochglanz, dem gebürsteten Aluminium-Bedienfeld und der schnieken Lautsprecherverkleidung an der Front zeigt sich ein absolut stimmiges und stilvolles Gesamtbild. Selbst die in die Seitenwände eingelassenen Tieftöner machen einen eleganten Eindruck, der sehr gut in den Design-Anspruch von sonoro passt. Alles in allem kann man den HIFI auch komplett unabhängig von seinen Audio-Skills als nettes Deko-Accessoire oder als Beistelltisch verwenden in schwarz oder weiß – auch wenn das natürlich schon eine sehr dekadente Verschwendung wäre!

Ein weiterer Test, offenbar von UPS durchgeführt, unterstreicht die Wertigkeit und Stabilität des Materials. Das Gerät wurde nämlich mit reichlich zerfetztem Karton und Delle im Gerät angeliefert. Das Gerät funktioniert einwandfrei – wenn es nicht zufällig auf die Fernbedienung gefallen ist. Aber dazu kommen wir später. Wir möchten UPS jedenfalls für diesen für uns nicht so einfach umsetzenden Test danken. Liebes UPS, nächstes Mal würden wir das allerdings – für weitere wissenschaftliche Auswertungen – gern filmisch festhalten.

  1. Featured by Auswahl!

Auch hier hat der sonoroHIFI einiges zu bieten. Natürlich hat es einen CD-Player und ein integriertes Radio. Also falls du zu den Nostalgikern gehörst, die tatsächlich noch Musik über ihre CD-Sammlung hören – wie es sich gehört mit den vielen tollen Covern, Booklets und CD-Rücken, natürlich alles ordentlich sortiert –, dann hast du Glück gehabt. Man erkennt hieran schon ein wenig, welche Zielgruppe der HIFI anspricht.
Aber natürlich wurde auch an „moderene“ Übertragungstechniken gedacht. Und auch wenn der USB-Eingang fehlt: Bluetooth, ein optischer Digital- sowie ein Aux-Eingang sind selbstverständlich vorhanden. Einfach Smartphone, Laptop, Minidisc (für die Neo-Nostalgiker) oder worüber du auch immer Musik hörst, anschließen, und die Party (oder ein gediegenes Klassik-Konzert) kann losgehen.

SLEAZE + sonoroHIFI
Delle, the funky Homosapien

Des Weiteren ist auch noch eine Snooze-Funktion eingebaut, damit du die Anlage als überdimensionalen Wecker verwenden kannst. Unserer Meinung etwas unsinnig, aber nun gut.

Das interessanteste Feature ist allerdings der integrierte Meditations- und Relax-Modus. Ja, das ist wirklich genau so abgefahren, wie du dir das vorstellst. Bei der Meditationseinstellung hilft dir eine sanfte Stimme, die einen sofort an einen Tempel (oder Psychotherapie) erinnert, durch Entspannungsübungen und ähnlichen Programmen.
Wenn du aber lieber nur zu Klängen ausspannen willst ist das kein Problem. Relax-Modus einschalten und Walgesänge (Dori lässt grüßen), Meeresrauschen, Vogelgezwitscher, Kaminfeuer, Regentropfen oder Windimpressionen lauschen. Wer das trotz Bluetooth-Funktion bei seiner Anlage braucht ist fraglich, aber es hat was. Einziger Minus-Punkt: Die Klangschlaufen sind nicht gut abgestimmt. Da gibt es jedes Mal eine Unterbrechnung, wenn es wieder von vorn anfängt. Das bringt mich immer TOOOOTAAAAL RAUS AUS MEINER ENTSPANNUNG!!!! Nein, im Ernst: So heftig ist es nicht, aber trotzdem ist das nicht gut gelöst. Bitte nachtunen, sonoro!

Und wenn wir schon beim Nachtunen sind, kommen wir auch an der Fernbedienung nicht vorbei. Die ist wirklich peinlich! Wenn man nicht punktgenau mit dem Sensor auf das Gerät zielt, kann man es eigentlich auch gleich lassen. Auch etwa fünf Meter Entfernung machen dem Gerät schon zu schaffen. Da gibt es also wirklich noch Verbesserungsbedarf, denn wozu ist so eine Fernbedienung schließlich da. Unnötiger Punktabzug, aber nun kommt ja der wichtigste Punkt.

  1. Edler Klangteppich oder billo Auslegware?

So, nun aber genug von den Einzelheiten. Der Sound ist ja schließlich das Wichtigste. Und sonoro (= sonor = voll-, wohltönend, klangvoll) verspricht auf der Firmen-Website die „perfekte Symbiose von Ästhetik, Leistung und Klang“. Mal sehen, ob sie diese großen Worte auch halten können und ihr Name Programm ist. Es wurde auch von einigen Hifi-Medien in – Achtung, schlechtes Wortspiel – höchsten Tönen gelobt. Wir sind also dementsprechend vorbeeinflusst, HIFI!

Also gut, um das Klangspektrum abzutasten braucht man natürlich ein richtiges Brett. „Mother“ von Danzig sollte dieser Aufgabe wohl gerecht werden. Erst einmal auf normaler Lautstärke via Bluetooth, kann das Riff und Glenn’s Baritonstimme durchaus mit Ausdruckskraft in der Wiedergabe und mit einer ziemlich guten Dynamik punkten. Mühelos erstellt die Anlage eine Klanglandschaft, die sogar die einzelnen Instrumente hervorheben kann. Trotzdem hat man aber das Gefühl, dass beim Sound etwas fehlen würde. Wären noch zwei weitere Speaker angeschlossen, um einen Surround Sound zu erzeugen, wäre das auditive Erlebnis definitiv besser. Aber dennoch: Das „sonoroHIFI“ überzeugt.
Das ändert sich aber ein wenig, wenn man auch mal volle Pulle aufdreht. Bei mehr oder weniger maximaler Lautstärke kommen nicht nur die Nachbarn an ihre Grenzen, sondern auch das Gerät selbst. Leider bekommt man etwas störendes Kratzen und lautstärkebedingte Verzerrungen der Lautsprecher, was bei dem hohen Preis von 1500 Euronen doch etwas ärgerlich ist. Der Bass ist dafür aber perfekt, was höchstwahrscheinlich mit den beiden eingebauten Bassreflexröhren zusammenhängt. Er wummert kräftig und voll, ohne dabei irgendwann dröhnend oder billig zu klingen. Und das sogar im ganz lauten Zustand.

SLEAZE + sonoroHIFI
Wir hättten dem einäugigen Robo ja ein Lächeln geschenkt.

Das Gleiche haben wir noch einmal mit einigen Hip-Hop-Alben auf CD getestet. Und da fiel als Erstes etwas auf, wofür sonoro natürlich nichts kann – was aber generell passiert bei guten Soundanlagen: Der Klang war oftmals nicht so dolle. Was logisch ist, da die Anlage nur abspielen kann, was an Daten da ist. Und die alten CDs haben nun mal oft nicht so den guten Klang. Zum Glück nutzen die meisten recht schlechte MP3s, so dass der Unterschied oft nicht auffällt. 🙂 Aber wenn man sich so ein Gerät wie den sonoroHIFI holt, muss man auch mindestens auf neu gemasterte Daten zugreifen (der sonoroHIFI-Zielgruppe angemessen bei  – oder das als ordentlicher Nostalgiker einfach der guten, alten Zeit schulden und genießen…
Abgesehen davon holt die Anlage auch aus den alten und neuen CDs einiges raus. Ob nun beim Follow the Leader-Klassiker von Eric B. & Rakim, Tech-N9ne’s legendärem K.O.D.-Album oder beim vielleicht besten DAS BO-Lied Fresh – der Klang überzeugt durchgehend.

Fazit: Der sonoroHIFI kann Sound-mäßig und ästhetisch absolut überzeugen. Allerdings darf man bei so einem Preis (UVP: ca. 1.500,- + 200 für den sonoroSTAND) doch erwarten, dass auch Kleinigkeiten wie die Fernbedienung top-notch sind!

Simon & Garfu…danilo

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