All Eyez on Me – Augen auf das Tupac-Biopic

All Eyez on Me – Augen auf das Tupac-Biopic

TEILEN

Na endlich! Das Tupac-Biopicpac. Nach Eminem, Biggie und N.W.A. (den Quatsch von 50 Cent ignorieren wir hier mal geflissentlich) nun endlich ein weiterer Kult-Rapper, dessen Leben (oder hier wohl eher: sein filmreifer Tod / „Martini“) verfilmt wird. Und dass noch 20 Jahre später so viele Menschen mit 2Pac-Shirts rumlaufen und verehren, als wäre es Che Guevara, passiert kaum einem (toten) Musiker. Aber die eigentlich bange Frage wie so oft ist: Kann der Kunstfilm wenigstens ansatzweise mit dem Künstler(leben) mithalten?

SLEAZE + Tupac-Biopic
Eine kleine Auswahl seiner Discographie…

Ich muss sagen, ich war skeptisch, was 2Pacs Biopic anging. Bis auf 8 Mile haben die mich alle nicht richtig vom Hocker gerissen – abgesehen mal von den vielen schönen Erinnerungen, wenn die alten Lieder im Hintergrund spielen.
Und natürlich ist es immer eine Gratwanderung. Die Story von N.W.A stimmt nur teilweise, genauso wie Eminems 8 Mile sicherlich die eine oder andere Hollywood-Beeinflussung enthält. Insgesamt aber ist All Eyez on Me stimmig und an einer Stelle sogar mutig. Doch von vorn.

Das Biopic beginnt früh in Tupacs Leben und arbeitet sich bis zu seinem 25. Lebensjahr durch. Der kleine Tupac, wie er im harten New York aufwächst, seine Mutter als Black-Power-Kämpferin, der ganze Rassismus, den er noch nicht richtig versteht. Der abwesende Vater, die Mutter, bei der Drogen die Black Power auspowern. Die enge Freundschaft zu der späteren Schauspielerin Jada Pinkett, die heute mit einem anderen recht erfolgreichen ehemaligen Rapper verheiratet ist: Will Smith. (Und für all die Gossip-Sipper: Die Heirat war nur wenige Monate nach Tupacs Tod… *bedeutungsschwangere Pause*)
Dann die beiden Umzüge, inklusive dem entscheidenden, bei dem die Mutter bestimmt, dass Tochter und Sohn ins kalifornische Oakland ziehen müssen und wo Tupac dann auf die geniale Hip-Hop-Kombo Digital Underground trifft, die ihm den Weg ins Musikgeschäft ermöglichen und er zu 2Pac wird.

2karriere

SLEAZE + Tupac-Biopic
Auch wenn Suge Knight es im Film sagt: Es war nicht das ERSTE Hip-Hop-Doppelalbum!

Jetzt wird’s wild! Ab dem Zeitpunkt nämlich verheddern sich die Produzenten gehörig. Klar, bei ‘Pac ging es dann Schlag auf Schlag. Die Musikkarriere, dazu einige Film-Hauptrollen (auch wenn hier eigentlich nur der Kultfilm Juice und eventuell noch Above the Rim zu erwähnen sind) – bei 2Pac ging einiges. Das kann der Film nur schlecht abbilden, vieles wird nur kurz angeschnitten. Genauso wenig macht der spätere erneute Auftritt von Jada Pinkett wenig Sinn, die von dem „neuen“ 2Pac völlig überrascht / enttäuscht war. Wo war sie in der Zwischenzeit all die Jahre? Und war hier eigentlich das wirklich Komische ist: 2Pac kommt den ganzen Film über viel zu brav rüber. In Wirklichkeit war er ja öfter auch mal ganz schön wütend, wie es bei Notorious recht übertrieben gezeigt wurde. In All Eyez On Me genau das Gegenteil. Er ist viel in Sorge um seine Mutter und eigentlich ein guter Junge.

Spannend wird es dann noch mal richtig, als die Freundschaft zu Biggie und damit das finale Kapitel beginnt. In der 2Pac-Film-Variante kommt nämlich eine andere New Yorker Legende ganz schön schlecht weg. Der Film deutet an, dass Nas bei den Mordversuchen seine Finger im Spiel gehabt haben könnte und Biggie 2Pac vor Nas gewarnt hat. Das ist mir allerdings neu, mal sehen, ob das die Gerüchteküche noch mal beleben kann.

Wie auch immer, das Biopic lohnt sich! In den USA läuft der Film morgen an zu Tupacs Geburtstag. Bei uns kommt der Film sogar heut in die Kinos. Also ist reinfeiern angesagt.

Viel Spaß!
danilo

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT