Air Ink – Die Tinte der Zukunft

Air Ink – Die Tinte der Zukunft

Die Idee: Aus dem Abfallprodukt von Dieselkraftstoff eine deckende Tinte herstellen. Es soll die weltweit erste Farbe sein, die aus Schmutzpartikeln hergestellt wurde. Eine sehr smarte, nachhaltige und innovative Idee mit erstaunlich hoher Deckkraft.

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Ein immer brisanter werdendes Thema ist die globale Umweltverschmutzung und die daraus resultierende Erderwärmung. Aber es gibt immerhin auch ein (kleines) Umdenken. Neue, effiziente Recycling-Techniken werden erforscht und erobern zunehmend unseren Alltag. Letztes Jahr z.B. haben Experten es geschafft, in einem chemischen Verfahren aus Plastikmüll Kraftstoff herzustellen. Ähnliches schafften dann ehemalige Absolventen vom legendären MIT, zusammen mit dem indischen Start-Up „Graviky Labs“: Sie entwickelten ein Verfahren, um Auto-Abgase zu reiner Tinte zu verarbeiten.

Dabei wird eine Art Filter über den Auspuff eines Autos gestülpt und die feinen Abgaspartikel damit gefiltert und weiter aufbereitet. Nach 30 Minuten Laufzeit eines PKW-Motors kann mit einem speziellen Verfahren 150 ml Farbe gewonnen werden.

Aber – taugt die Farbe auch was?

Oh ja! Das bewiesen uns vorhin Graffiti-Künstler in der Urban Spree Galerie auf dem Berliner RAW-Gelände. Mit Hilfe der Getränkemarke Tiger Beer gab es eine Graffiti-Veranstaltung der besonderen Art. Ihr Name: Air-Ink. Künstler wie GoGoPlata und AkteOne, die schon seit 1989 im Graffiti-Geschäft sind, wurden als Haupt-Act eingeladen. Sie lieferten sich mit der „neuen“ Tinte ein spannendes Live-Battle: 30 Minuten hatten die beiden Zeit für ein Gemälde, kritisch beäugt von vielen Schaulustigen und Street-Art-Fans. Jedes Thema oder Motiv war erlaubt, jedoch gibt die Moderation einen Anhaltspunkt vor: Es muss ein Schornstein im Bild ersichtlich sein, umso den Bezug zum Ursprung dieser Tinte aufzuzeigen.
Allerdings hat sich von den vier Künstlern nur Gogo an die Vorgabe gehalten. Künstlerische Freiheit eben.

Die Kunst sollte eigentlich zum Nachdenken anregen, leider ist dieser Aspekt bei der Ausstellung ein wenig untergegangen. Trotzdem sind faszinierende Bilder in ganz unterschiedlichen Styles entstanden. Vom Cartoonismus bis hin zum impressionistischen Pointilismus war alles dabei – um jetzt mal hochtrabend zu klingen.

Insgesamt also eine gelungene Veranstaltung, auch wenn sich so natürlich leider nicht die Erde retten lässt. Aber falls sie nicht mehr zu retten ist – geht sie so wenigstens schön bunt (bemalt) unter. 😉

John

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