Wir werden alle sterben! – Die zehn besten Endzeit-Romane

Published on September 1st, 2011

(zu finden in Heft Nr. 19, Seite 34)

Postapokalyptische Szenarien sind spätestens seit der Erfindung der Atombombe und dem Kalten Krieg ausgesprochen beliebt. Egal ob in Filmen à la Mad Max, Videospielen wie Fallout oder unzähligen Romanen, die Thematik fasziniert einen immer wieder. Gerade Buchautoren haben da ausgesprochen kreative Werke geschaffen.

Wir stellen euch zehn der besten Vertreter vor:

World War ZWer länger lebt, ist später tot: Operation Zombie (OT: World War Z) (2006)

Der nächste Weltkrieg wird ein Krieg gegen Zombies. Zumindest wenn es nach Max Brooks (der Sohn von Kult-Regisseur Mel Brooks) geht. Der Roman ist eine Ansammlung von Augenzeugenberichten und Einzelschicksalen, welche von dem gewonnenen aber verlustreichen Kampf gegen die Zombieepidemie erzählen. Wir erfahren in Kurzgeschichten wie alles begann und wie die Seuche den ganzen Planeten packte. Alles zwar fiktiv, aber sehr nüchtern und authentisch im Dokumentarstil gezeichnet. Der deutsche Buchtitel klingt dabei lustiger als der subtile Horror-Inhalt ist.

 

 Die Stadt der BlindenDie Stadt der Blinden (OT: Ensaio sobre a cegueira) (1995)

Ein Mann steht in seinem Wagen an der Ampel und wartet auf Grün, als vor seinen Augen plötzlich alles weiß wird. Unfähig noch irgendetwas zu sehen, hilft ihm ein netter anderer Mann spontan aus und fährt ihn nach Hause. Nachdem der nette Mann den Blinden dort abgesetzt hat, beschließt dieser, den Wagen einfach zu behalten und fährt davon. Sehr fies, jedoch hat der Erblindete größere Sorgen und lässt sich schnellstens von seiner Frau in einem Taxi zu einem Arzt bringen. Dieser kann ihm nicht helfen, allerdings sind er, die Patienten im Wartezimmer, der dreiste Dieb, der Taxifahrer, die Frau des Blinden und jeder der mit ihnen in Kontakt kommt, innerhalb eines Tages ebenfalls erblindet. Massenpanik bricht aus und die Regierung beschließt alle Infizierten in einer leerstehenden Nervenheilanstalt einzusperren. Jeder der versucht zu fliehen wird sofort erschossen. Drinnen herrschen immer chaotischere Zustände – während die Zahl der Insassen rasant steigt. Unter ihnen auch die Frau des Arztes, die immun zu sein scheint und Blindheit nur vortäuscht, um bei ihrem Mann sein zu können. Die Lage spitzt sich drinnen und draußen dramatisch zu!

 

Die StraßeDie Straße (OT: The Road) (2006)

Das Ende der Welt ist (leider) nicht das Ende eines Vaters und seines Sohnes. Warum die Apokalypse stattfand, erfahren wir nicht. Es ist aber auch sehr bald nicht mehr wichtig. Wichtig ist nur die verzweifelte Reise eines Vaters und seines Kindes auf dem Weg zur Küste. Dort ist der einzige Ort an dem noch Hoffnung auf das „Gute“ existiert. Zumindest ist das die einzige Hoffnung, die ihnen noch bleibt. Ein letztes großes Ziel und Grund durchzuhalten und weiterzuleben in einer toten Welt. Auf ihrem Weg begegnen ihnen nur noch Reste von Leben, in Form einer verrohten Zivilisation. Leidende, hungernde Menschen überall, die nur noch auf eigenes Überleben bedacht sind. Kannibalismus wird dabei zu etwas natürlichem. Im Zentrum dieser Dystopie steht jedoch die Liebe zwischen Vater und Sohn wie ein letzter Fels in der düsteren Brandung.

 

PostmanPostman (OT: The Postman) (1985)

Gordon Krantz hat sich 16 Jahre lang nach dem Atomkrieg durch ein zerfallenes Amerika durchgeschlagen – ohne Sinn und Ziel im Leben. Zufällig findet er ein altes Postauto, mitsamt etlicher unausgelieferter Fracht. Er widersteht dem ersten Impuls, die Pakete und Briefe einfach zu plündern und hat plötzlich die Eingebung, diese Sendungen zuzustellen. Den verdutzten Empfängern lügt er vor, dass die Regierung die Infrastrukturen wieder aufbauen will. Auf diese Weise verdient er sich zum einen von nun an seinen Lebensunterhalt durch das Porto, welches die Leute ausgeben, um Briefe zu versenden. Zum anderen gibt er den Menschen damit vor allem wieder Hoffnung auf eine Zukunft nach der Apokalypse und animiert sie zum Wiederaufbau der Gesellschaft.

 

Oryx und CrakeOryx und Crake (OT: Oryx and Crake) (2003)

Der Roman liest sich wie eine düstere Prophezeiung für unsere nahe Zukunft. In einer Welt, die permanent von Naturkatastrophen bedroht wird, sind die Meeresspiegel dramatisch angestiegen und die Küstenstädte wurden hoffnungslos überschwemmt. New York wurde gar im tieferen Inland komplett neu aufgebaut. Viele Städte können allerdings nicht mehr wiederaufgebaut werden, da die finanziellen Mittel des Staates erschöpft sind. Mit der Armut und Verfall gehen zudem Krankheitsepidemien einher. Der Forscher Crake arbeitet an einem Medikament, welches Immunisierung verspricht. Als Genie auf dem Gebiet der genetischen Manipulation hat er zudem noch ganz andere Pläne…

 

Z wie Zacharias (OT: Z for Zachariah) (1973)

Die 16-jährige Ann hat einen Atomkrieg überlebt und streift nun – völlig auf sich allein gestellt – seit einem Jahr durch das letzte unverseuchte Fleckchen Erde. Die Einsamkeit endet, als ein Mann in einem Schutzanzug in das Tal kommt. Sie nimmt ihn bei sich auf und pflegt ihn gesund als er krank wird. Doch schon bald bestimmen Misstrauen, Angst und Hass ihre Emotionen in einer Welt, in der nur noch das eigene Überleben zählt.

 

Luzifers HammerLuzifers Hammer (OT: Lucifer’s Hammer ) (1977)

Ein Komet rast auf die Erde zu und wird von Astronomen als Gefahr verkannt. Ein folgenschwerer Fehler, dessen Preis die komplette Auslöschung der Zivilisation ist. Nach dem Meteoritenhagel finden sich die wenigen Überlebenden in der technologischen Steinzeit wieder. Aus dieser gilt es nun aufzustehen und neuanzufangen. Ein langer verlustreicher Weg liegt den wenigen übrigen Menschen bevor.

 

Nach dem Ende der WeltNach dem Ende der Welt (OT: Swan Song) (1987)

Russen und Amerikaner zünden alles was sie an Atomraketen haben und hüllen die Welt in eine riesige Pilzwolke. Es gibt nur wenige Überlebende und für diese noch weniger Hoffnung. Im Grunde bleibt ihnen nur eine einzige Hoffnung: ein Mädchen namens Swan, welches vermeintlich den Weg aus der Hölle weisen kann.

 

Die deutsche Übersetzung ist leider ein Rohrkrepierer und wurde um ein gutes Drittel bzw. einen wichtigen Handlungsstrang gekürzt. Die englische Originalfassung ist allerdings Endzeit-Horror vom Feinsten.

 

Das letzte UferDas letzte Ufer (OT: On the Beach) (1957)

Ein Atomkrieg hat die Nordhalbkugel der Erde schon völlig kontaminiert und alles Leben ausgelöscht. In Australien geht das Leben normal weiter. Zumindest noch, denn die verseuchte Luft treibt immer südlicher. Für die Protagonisten wird klar: es gibt kein Entkommen und ein langsamer, qualvoller Tod wartet auf jeden. Die Frage ist nur noch, wie man die letzten Monate noch nutzen will.

 

Sicherlich einer der deprimierendsten Endzeit-Romane aller Zeiten!

 

Ich bin LegendeIch bin Legende (OT: I am Legend) (1959)

Neville ist der letzte Mensch in einer Welt voller Vampire. Tagsüber macht er jagt auf sie, des Nachts kommen sie immer wieder an seine Türe und lauern darauf, dass er herauskommt. Er scheint der Einzige zu sein, der gegen das Virus immun ist. Die Einsamkeit lässt ihn immer mehr verzweifeln, bis eines Tages eine Frau seinen Weg kreuzt. Seine anfängliche Freude weicht allerdings bald Misstrauen und Zweifel. Er braucht Gewissheit, dass sie nicht auch ein Vampir ist und es gibt nur einen Weg dies herauszufinden…

 

Pascal Scheib

Comments

  1. Posted by Karsten on September 12th, 2011, 20:34

    “Der Rote Ozean” von Marcel René Klapschus fehlt mir da noch. Ist erst dieses Jahr rausgekommen und wirklich lesenswert.

Reply

Comment guidelines, edit this message in your Wordpress admin panel

Spam protection by WP Captcha-Free