Warum eine Band ein Album in Eigenregie produziert
Es gibt noch Idealisten und so aussichtslos das vielleicht klingen mag, viele Bands lassen sich für die Aufnahme der geschriebenen Songs auch nicht von einem fehlenden Plattenvertrag abhalten.
So geschehen bei der Hallenser Kapelle The Baby Universal die in den letzten Monaten ihr Debütalbum in Berlin produzierten.
Was treibt eine Band, diesen riskanten Schritt zu gehen, ohne ein finanzkräftiges Label im Rücken, ohne einen geeigneten Vertrieb, kurzum: ohne konkrete Chancen, das Werk irgendwann mehr oder weniger erfolgreich an den Mann zu bringen?
Cornelius Ochs, Sänger der Band, antwortet mit einer zunächst scheinbar äußerst idealistischen Begründung:
„Die Motivation ist Musik. Das ist unsere Leidenschaft.“
Eine solche Aussage kann man in einige Schubladen stecken. Naivität, Verblendung oder einfach nur der Mangel an Perspektiven?
Die Gründe liegen laut Ochs aber hauptsächlich in der kurzen Verfallszeit der Songs: „Wir können nicht warten. Es gibt nichts Schlimmeres, als nichts zu tun. Wenn man die Songs zuhause rumliegen lässt, sterben sie.“
All dieser kreative Idealismus kann natürlich nicht über die praktischen Probleme eines solchen Unterfangens hinwegtäuschen. Es muss ein Studio und ein Produzent bezahlt werden und von irgendetwas muss man ja während der Aufnahmen auch leben.
Scheinbar glaubt aber nicht nur die Band fest an ihr Album, sondern auch der Berliner Produzent Thommy Krawallo der den Jungs für das Album nicht nur sein Studio, sondern auch seine Kompetenzen als Produzent zur Verfügung stellte.
Und das lediglich gegen das Versprechen, später am Album beteiligt zu werden.
Übernachtet hat die Band im Studio und ein paar Wochen lässt sich ein Körper auch mit Döner am Leben halten.
Und was kommt dann? „Bei der Produktion war das Label nicht wichtig, da denkst du sowieso nur an die Musik. Jetzt wäre es aber schon gut, wenn wir eine Plattenfirma finden würden“ hofft Hannes Scheffler, seines Zeichens Gitarrist bei TBU.
Und selbst wenn kein Label kommt „ dann machen wir trotzdem weiter. Wir schreiben so lange Songs, wie es geht, so lange es Leite gibt, die uns zuhören.“
Manchmal geht es eben doch nur um die Musik.
http://www.thebabyuniversal.com/
http://www.myspace.com/thebabyuniversal
Text: Julia
