Spaß muss sein, sonst kommt keiner zur Beerdigung!
Artist: Bo
Album: Dumm aber Schlau
VÖ: 17.10.08

Donnerstagabend in den Edisonhöfen in Berlins Mitte. Das Bo lädt ein zum Vorhören seines neuen Langspielers, der am 17.10. zum Abschuss freigegeben wird. In den Räumen der Plattenfirma gibt’s was zu Naschen und die omnipräsenten Getränke, wir stöhnen bei den Mengen an Bex, die es zu trinken gilt.
Der Künstler begrüßt mit Handschlag, ist frisch rasiert, die Haare schön zum Zopf gebunden. Alles in allem schwer symphatisch der Junge. Ein toller Schwiegersohn!
„Ich hoffe, ihr kifft! Wenn nicht, fangt damit an!!!!“
Er ist Curtis Bofield und Barry White. Und er ist Bo vom Kiez.

Man drängt die Gäste in den nahezu vollverglasten Konferenzraum „Berlin“. Auf der Stirnseite ein Rückprojektionsmoni mit einem Soundsystem, das mich frohlocken lässt, hier nicht Nachbar sein zu müssen.
Studienrat Bo erscheint erneut, begrüßt die Meute und lässt die Tracks vom Band. Er haut sich auf den Boden, vor jedem neuen Song erscheint der Langhaarschopf und lässt einen gucken. In seinen Texten representet er sich selbst, spricht von seinem Neustart und dem neuen Album. Davon, dass er bei Freunden auf der Couch gewohnt hat, vom Aufraffen oder Aufgeben. Und seine Zeit bei der Mongoclikke und den Fünf Sternen. Die Frauen kommen auch gut weg dabei.
Petone (80′s Flashback) schraubte an den beiden kommenden Singles “Dumm aber Schlau” und “Ohne Bo”. Features kommen von Samy und Jan, Porky und Cryptic Joe (Deichkind). Ansonsten schwärmt er vom Gesang der Back-Vocals-Frauen von Jan Delays Disco Nr. 1. Und er versucht sich selbst im Gesang.

Parallelen hört man zum Sillium-Album und Wir woll´n feiern klänge schwer nach Miss Platnum, wenn man Bo´s südosteuropäische Wurzeln nicht kennt. Die Scheibe ist eine Reminiszenz an sein bisheriges Leben.
Das Album ist gut, wenn auch leider nicht großartig. Manche Sounds bleiben im Hintergrund stecken, ich hätte sie gern neben Bo’s Stimme gesehen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass zu viel auf die Uhr geschaut wurde und zu wenig Bier auf der Couch geöffnet.
Bo hat seine Stimme, seinen Flow und seine alkoholkranke Proll-Attitüde. Letztere find ich großartig. Aber er hat etwas mehr verdient.
