Claus Grabke

Published on September 24th, 2008

Skater Idol & Rockstar – Was für eine coole Sau!

Wer sich nur mit Claus Grabkes Vergangenheit auseinandersetzt wird nach der Überwindung des Grinsens aufgrund dieses doch recht eigenwilligen Namens, unweigerlich auf einzigartige sportliche Verdienste stoßen, welche die eigene Biografie mal schnell auf Vollspacken stutzen.

Mehr als ein dutzend Mal hat der Mann in den Achtzigern und Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts die deutsche Skateboardmeisterkrone auf sein Haupt setzten können. Mit Kickflip und Boneless bretterte, der heute 44jährige, alles in Grund und Boden was ihm in die Halfpipe kam. Ein Talent das förmlich nach dem Einmarsch in das westamerikanische Mutterland des Rollbrettes schrie.

Claus wurde seine Heimat zu klein. Er machte rüber. Checkte die Lage. Setzte sich durch und räumte auch dort ab. Als einziger Deutscher überhaupt konnte er sich als Skate Pro in den Staaten durchsetzten. Während hierzulande Skater von spießigen Provinzpolizisten verfolgt wurden, wenn sie im Winter in der Tiefgarage des örtlichen Kaufhauses skateten, konnte man in den Staaten in alten Betonanlagen und leeren Pools bei sommerlichen Temperaturen seiner Leidenschaft frönen und die neuesten Tricks stehen ohne ständig anzuecken.
Gerade diese außerdeutschen Erfahrungen vom Kleinstadt Skaterboarder zum erfolgreichen Skate Pro waren prägend für den jungen Grabke. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Wegen seine Energien sinnvoll zu kompensieren, begann der gelernte Tontechniker Grabke mit der Musik einen zweiten erfolgreichen Pfad einzuschlagen.
Ein Weg der ihn vom anführenden Mitglied der Skate Punk Combos Eight Dayz, Alternative Allstarz und Thumb, über den Produzentenstuhl der Crossover Band Dog Eat Dog, schließlich zum Anführer der Claus Grabke Band führte.

Als Frontmann und Produzent in Personalunion veröffentlichte er Anfang letzten Jahres ein erstes Doppel Album als allgemeinen Weckruft. „Dead Hippies/Sad Robots“ präsentierte auf der einen Seite einen vielschichtigen, opulent ausproduzierten Sound, und auf der anderen Seite ein urgewaltiges Rockmonster das in seiner reinsten Form nur so vor tollwütiger Lust übersprudelte.

Diese Seite an sich scheint Claus Grabke besonders zu mögen, denn mit dem gerade erschienenden Album „Deadly Bossanova“ greift er genau diese Facette wieder auf. Noch intensiver schreit er uns seine Freude an der Musik entgegen.

Ein Genuss diese mit ihm zu teilen. Dass sich sein Talent dabei nicht nur auf fußgesteuerte Kicks und Flips beschränkt, beweist auf dieser Platte sein Händchen für die besonders mitreißende Melodie. Ungefiltert und Roh stellt er sie uns entgegen. Keine Tricks. Claus Grabke. Skater und Rockstar.

Was für eine coole Sau!

http://www.claus-grabke.com/
http://www.myspace.com/clausgrabkemusic

Tim

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